Wirkungen der ätherischen Öle auf Zell-Ebene

Neben den antiseptischen Wirkungen sind viele andere Wirkungen der ätherischen Öle bekannt, teilweise sind sie durch intensive
wissenschaftliche Untersuchungen an Mensch und Tier und in vitro sehr gut erforscht. Es sind auch weit über 100 Studien an und mit Menschen in den letzten 10 Jahren veröffentlicht worden, größtenteils mit sehr erfreulichen Ergebnissen. Grundsätzlich beeinflussen ätherische Öle die Permeabilität für Ionen in der Zellmembran von lebenden Wesen.
Spasmolyse (Entkrampfung) durch Hemmung der Ca++-Mobilisierung
z.B. Mentha piperita (10%iger Äthanolextrakt) wirkt im Darm als Calcium-Antagonist vom Dihydropyridin-Typ: es hemmt den Ca++-Einschub und die Wandspannung des Darmes nimmt ab
Antiinflammatorischer (antiphlogistischer Effekt, entzündungshemmend) durch Hemmung der Prostaglandin-Synthese und Unterdrückung der Reizbarkeit von Mediatoren, die an Zellen Entzündungen freisetzen (z.B. Mastzellen)
Lokalanästhetischer Effekt (örtlich schmerzlindernd) durch Unterdrückung der Bildung von Aktionspotenzialen am Nerv. In diesen Mechanismus greifen einige ätherische Öle ein, indem sie die Neuropeptide an ihrer „Arbeit“ hindern und so die Schmerzempfindung verringern. Bei der Regelung der begleitenden Gefühlsqualität zum Schmerzgeschehen verfügen ätherische Öle über erhebliche Interventionsmöglichkeiten, da Geruchsinformationen zunächst im Limbischen System verarbeitet werden. Der Schmerz kann also beispielsweise als weniger belastend empfunden werden. Auch die Ausschüttung von Gehirnbotenstoffen wie Endorphin und Serotonin wird durch bestimmte ätherische Öle gefördert.

Nachfolgend sind einige Beispiele für allgemeine Wirkungen aufgezählt:


Analgetisch (Schmerz stillend) Gewürznelke, Lavendel, Cistrose, Lorbeer und Pfeffer

Anxiolytisch (Angst- & Stress lösend) Bitterorange, Basilikum, Bergamotte, Kamille römisch, Lavendel, Majoran, Mandarine rot, Petit Grain, Ylang Ylang

Antidepressiv Neroli, Bergamotte, Weihrauch, Koriander, Majoran, Manuka, Muskateller-Salbei, Rose, Ylang Ylang

Antihistaminisch (reizmindernd bei Allergien) Kamille, Manuka, Schwarzkümmel

Antimykotisch (gegen Pilze) Bohnenkraut, Eukalyptus globulus, Lavendel, Manuka, Patchouli, Thymian ct. Thymol, Tea Tree

Antiphlogistisch (entzündungshemmend) Basilikum ct. Linalool, Kamille blau, Lavendel, Palmarosa, Rose, Schafgarbe

Aquaretisch: (wassertreibend, entschlackend) Fenchel, Wacholder, Liebstöckel

Carminativ (blähungswidrig) Anis, Basilikum, Fenchel, Kamille römisch, Koriander, Kümmel, Pfefferminze

Choleretisch & cholagog: (verdauungsfördernd) Angelikawurzel, Bitterorange, Kümmel, Melisse, Rose, Rosmarin

Emmenagog (menstruationsfördernd) Anis, Schafgarbe, Fenchel, Muskat, Zimtrinde

Epithelisierend (zellregenerierend, Narben verbessernd) Weihrauch, Kamille röm., Rose, Bergamotte, Ysop, Lavendel, Atlaszeder

Immunmodulatorisch: (reguliert die Immunabwehr) Manuka, Tea Tree, Thymian, Weihrauch, Zitrone

Laktogen (Milchfluss fördernd) Anis, Fenchel

Mukolytisch & expektorativ (Schleim- und Husten lösend) Cajeput, Eukalyptus (globulus + radiata), Kiefer, Myrte, Pfefferminze, Ysop, Atlaszeder

Östrogenartig (z.B. bei Regelstörungen, in den Wechseljahren) Anis, Fenchel, Muskateller-Salbei, Salbei

Phlebotonisch (Krampfadern pflegend) Neroli, Zitrone, Zypresse, Niaouli, Patchouli

Vasoaktiv (Dilatation) (Gefäß erweiternd) Melisse, Majoran


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