Tierheilkunde mit ätherischen Ölen und Hydrolaten

Viele Tiere sind sehr dankbar für die Linderung kleiner Wehwehchen mit Hilfe von Hydrolaten. Vegetarisch orientierte Tiere wie Pferde und Kühe kommen meistens mit ätherischen Ölen gut klar, doch Fleischfresser wie Hund und Katze reagieren oft sehr ablehnend auf zu starke Düfte. Sie sind die idealen Kandidaten für Hydrolate und einige fette Öle wie Lorbeerfett und Sanddorn. Bei Beschwerden wie wunde Stellen, Zahnfleischprobleme, Durchfall, Infekte können Hydrolate teelöffelweise ins Futter oder auf die betroffenen Stellen gegeben werden.

Augenerkrankungen bei Hund und Katze: Unsere Katze leidet Zeit ihres Lebens an mehr oder weniger konstanten Augenentzündungen. Obwohl sie es nicht gerade mag toleriert sie regelmäßige Reinigung mit stark mit Rosenhydrolat getränkten Wattepads, die ihr vermutlich auch die Schmerzen etwas lindern. Auch Hunde, die ähnliche Probleme haben, können dankbar für diese Unterstützung sein.

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Blutende Wunden bei Hund und Katze: Revierkämpfe und Übermut bringen es immer wieder mit sich, dass unsere Haustiere verletzt nach Hause kommen. Bei stark blutenden Wunden hilft es, alle paar Minuten Cistrosenhydrolat auf die verletzte Stelle zu sprühen. Eventuell mit 5 Tropfen Cistrosenöl (auf 50 ml) verschütteln. Thymian Ct. Linalool-Hydrolat kann nach Bissen von Artgenossen schlimme Infektionen verhindern. Bei Entzündungen nach dem Aufsprühen von Rosenhydrolat eine Mischung aus Sanddornöl und Ringelblumen-Mazerat auftragen, eventuell mit 1 Tropfen Rosenöl (auf 10 ml fettes Öl) anreichern.

Zahn- und Zahnfleischpflege: Nach der Zahnsteinreinigung durch den Tierarzt kann wundes Zahnfleisch mit Kamillenhydrolat besprüht werden. Hunde mit starkem Mundgeruch können auch mit einigen Tropfen Thymian Ct. Linalool-Hydrolat im Trinkwasser etwas erträglicher werden.

Fellpflege von Hunden: 50 ml Fichtennadel- oder Lavendelhydrolat mit 10 Tropfen Lavendelöl verschütteln und das Fell regelmäßig dünn damit einsprühen.

Traumatisierte Tiere: Hunde und Katzen, die mit seelischen Traumata aus Heimen entlassen werden oder die Misshandlungen hinter sich haben, reagieren oft dankbar auf zarte Düfte, die sie bisweilen sogar von den Händen und Kleidungsstücken abschlecken. Grundsätzlich sind in diesem Fall Rosen- und Nerolihydrolat besonders zu empfehlen, doch es empfiehlt sich, dem neuen Mitbewohner auch einige andere Hydrolate oder auch verdünnte ätherische Öle auf der eigenen Hand anzubieten.

Vogelbad: Wellensittiche und andere Hausvögel, die gerne baden, schätzen einige Tropfen Rosenhydrolat in ihrer kleinen Wanne. Vor allem, wenn sie an zu starkem Milbenbefall leiden.

Über Hunde-Aromatherapie informiert Sie Kollegin Gabriele Sievers: www.aroma-pfote.de

Im Buch "Aromatherapie" von Eliane Zimmermann (Irisiana) befinden sich ein bemerkenswerter Aufsatz von Aromapraktikerin Christine Steiner über die Therapie eines dem Tode geweihten Kälbchen mit ätherischen Ölen (Dosierung: eimerweise!).

In England kann man sich von der renommierten Tierärztin und Fachbuchautorin Caroline Ingraham (“Aromatherapy for Horses”, Kenilworth Press, “Aromatherapy for Animals”) in einem profunden Kurs zum Tier-Aromatherapeuten ausbilden lassen, Infos unter www.ingraham.co.uk



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