Zitronenmyrte, Backhousia citriodora F. Muell.


Myrtaceae, Myrtengewächse

Dieser maximal acht Meter hohe Baum aus den küstennahen Regenwäldern Ost-Australiens trägt möglicherweise die am zitronigsten duftenden Blätter des Pflanzenreichs. Ähnlich wie Lorbeerblätter in Frankreich werden sie traditionell zum Aromatisieren von herzhaften (Hühnchen) und süßen Speisen (Käsekuchen) sowie Getränken (Limonade) verwendet, jedoch kennen die australischen Aborigines sie auch als wirksames „Antibiotikum“.

Mit seinen attraktiven weißen Blütchen darf er als dekorativer Hausbaum viele Gärten zieren, er ist einfach zu vermehren und hält sogar einige Grade Frost aus.
Seinen Namen erhielt dieser kleine Baum nach dem englischen Botaniker James Backhouse (1794-1869), der Artenname beschreibt den Duft der Pflanzen: zitronenduftend (odor=Duft).

Das wunderbar hell-klar-zitronig duftende ätherische Öl kam erst vor wenigen Jahren auf den deutschsprachigen Markt, obwohl es bereits 1928 im Ätherisch-Öl-Klassiker „Gildemeister & Hoffmann“ beschrieben wird. Der Text hört sich sehr zeitgemäß an, da die Autoren bereits seinerzeit auf Umweltprobleme im Habitat des Backhousia-Baumes in Queensland aufmerksam machen: „Weil dieser Küstenstrich immer mehr anderen Zwecken dienstbar gemacht wird, besteht die Gefahr der völligen Ausrottung“.

In seiner Heimat Australien gilt dieses Öl bei einigen AromatherapeutInnen als hilfreicher in der antibakteriellen Wirkung als Teebaumöl – es muss jedoch stark verdünnt werden, da es die Haut reizen kann. Einprozentig ist Zitronenmyrtenöl eine frische und effektive Zutat in einem selbstgemachten Deo, sein feiner zitroniger Duft hat einen hohen Gute-Laune-Faktor.

In einer Studie wurde eindrucksvoll gezeigt, dass sein Einsatz gegen Dellwarzen (Molluscum contagiosum), die vor allem Schulkinder befallen, lohnend ist*. Wegen der antiseptischen Wirkung auf Viren ist es ein ideales Öl in der Duftlampe in Grippezeiten und es wird auch bei Pilzbefall in Räumen zur Unterstützung einer Sanierung empfohlen. Aber letztendlich betört schlicht und einfach der wundervolle Duft – ein Sonnenschein-in-der-Flasche, mit dem viele antiseptische Öle nicht aufwarten können.

Bitte beachten: Bei Überdosierung können Hautreizungen auftreten, vor allem wenn das Öl älter als circa zwei Jahre ist.

* Burke BE, Baillie JE, Olson RD. Essential oil of Australian lemon myrtle (Backhousia citriodora) in the treatment of molluscum contagiosum in children. Biomed Pharmacother. 2004 May;58(4):245-7.




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