Man sagt, ohne den Gebrauch von Flohminze oder Pennyroyal (Mentha pulegium) hätten die Engländer nicht ihre Triumphe als Weltumsegler und Kolonialmacht erlangen können. Das Geheimnis der erfolgreichen Seefahrer bestand in zwei heutzutage recht trivial erscheinenden Lösungen für folgende Probleme: 1. Wie kommen Matrosen und Kapitän ohne gesundheitliche Schäden durch Skorbut ans Ziel? 2. Wie kommt man möglichst weit mit möglichst frischen Süßwasservorräten?

Ersteres wurde vor allem durch Kapitän James Cook bis zum – im wahrsten Sinnes des Wortes – bitteren Ende ausprobiert und durchexerziert. Er hatte offenbar die Intuition, ascorbinsäurehaltige Pflanzen ausfindig zu machen und seiner Mannschaft deren Verzehr zu verordnen. Berüchtigt geworden sind seine schier unerträglichen „Kräuterspeisen“, sie führten sogar zu Meutereien.

Zweiteres soll durch das Einlegen von Flohminzeblättern in die mit Trinkwasservorräten gefüllten Fässer möglich geworden sein. So kam das unscheinbare lecker nach Minze duftende Wildkraut zum adligen Namen Pennyroyal, die königliche „Münze“. Flohminze enthält große Mengen des Monoterpenketons Pulegon, und kann so, in großen Mengen genossen, neurotoxisch und abortiv wirken, nicht nur auf Flöhe. Das gilt insbesondere für den Genuss des ätherisches Öles, das darum selten erhältlich ist. Es wirkt, in winzigen Mengen auf den Unterbauch einmassiert, menstruationsfördernd.

Die abgebildete Minze wächst wild in unserer Nachbarschaft, vom Aussehen und ihrem Lieblingsstandort in nassem Grund ist es sicherlich eine Wasser- oder Bachminze (Mentha aquatica hier mit dem Falter Zygaena trifolii, dem Sumpfhornklee-Widderchen), doch im Duft hat sich deutlich das Ketonige, leicht Muffige eingeschlichen, darum vermute ich, dass es sich um eine natürliche Kreuzung mit der Flohminze handelt.

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