In meiner alten Heimat Süd-Brasilien wachsen Gardeniensträucher „einfach so“ in Vorgärten, Parks und auch entlang von vielen Straßen (Gardenia jasminoides, Foto oben). Der ungewöhnlich intensive Duft jeder einzelnen rosenähnlichen Blüte ist betörend und jasmin-artig. Im Jahr 2010 machten die Ergebnisse einer streng wissenschaftlich durchgeführten Untersuchungsreihe an mehreren hundert Riechstoffen die Runde durch die Presse. Immer wieder bekomme ich Anfragen zu diesem schweren Duft, den es als natürliches ätherisches Öl oder Absolue nicht gibt. Denn viele Menschen leiden an den unterschiedlichsten Schlafstörungen.

Eine Pressemeldung der Uni Bochum wurde veröffentlicht: „Bochumer Forscher um Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt haben in Kooperation mit Dr. Olga Sergeeva und Prof. Helmut Hass von der Heinrich Heine Universität Düsseldorf entdeckt, dass die beiden Duftstoffe Vertacetal-coeur (VC) und die chemische Variante (PI24513) den gleichen molekularen Wirkmechanismus haben und genauso stark wirken wie die häufig verschriebenen Barbiturate oder das Propofol. Sie beruhigen, lösen Angst und fördern Schlaf.“

Diese beiden Riechstoffe potenzieren im Tierversuch die „schlafaktiven“ Nervenzellen, die GABA-Wirkung konnte um mehr als das fünffache gesteigert werden und somit wirken diese Riechmoleküle somit ähnlich stark bei Schlafstörungen wie die bekannten und oft verschriebenen Medikamente. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Wirkung beim Menschen ähnlich, wenn sicher auch nicht so deutlich, abläuft.

Diese Erkenntnisse brachten Cornelia Dähling – sie ist ärztlich geprüfte Aromapraktikerin – auf die Idee, ein schlafförderndes Körperöl zu entwickeln, ihre erste Reihe „Zur Nacht“ entwickelte Cornelia zusammen mit einem Schlafmediziner aus Köln. Der Name ihrer neuen kleinen Firma heißt sehr passend Óleus. Ich durfte das sehr sparsam anzuwendende fein duftende Körperöl eine zeitlang testen, denn ich bin eine gute Kandidatin für diese lästige (und im Extremfall sogar sehr ungesunde) Beschwerde. Es enthält neben Bio-Mandel- und Jojobaöl einen superseltenen kolumbianischen Enfleurage-Auszug aus Gardenia jasminoides, Melissenöl, Rosenöl und Benzoeharz. Freilich ist auch ein klein wenig des „Holzhammer-Duftes“ Vetiver sowie Neroliöl enthalten.

Der Duft ist warm, blumig, umhüllend, die Konsistenz angenehm samtig, ohne allzu stark zu fetten. Ich wende das sehr pflegende Öl am liebsten auf dem Solarplexus-Bereich und auf den Fußsohlen an. So werde ich etwas ruhiger, lästige Gedanken und unerledigte Büroarbeit drängen sich nicht mehr so in den Vordergrund. Neben dem Öl gibt es noch einen Roll-on, ein Spray und ein Konzentrat nur aus ätherischen Ölen. [Werbung]   PS: Frau Dähling ist im Frühjahr 2018 ganz überraschend verstorben, ob die Firma weiter geführt werden wird, hat ihre Familie noch nicht entscheiden können.

Ein sehr schön gemachtes und ausführliches Interview (über 2 Stunden!) mit dem Riech- und Nasenforscher Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns erschien vor einigen Monaten im Magazin Forschergeist. Es lohnt sich, diesem sympathischen deutschen Pionier der Riechforschung, der (leider) bereits dem wohl verdienten Ruhestand entgegen schwebt, mal beim Erzählen aus seinem spannenden Leben zuzuhören!