Ätherische Öle (auch: etherische Öle, [etherartig, wie Ether flüchtig] ) sind ölige, leicht verdampfende Extrakte aus Pflanzen oder Pflanzenteilen, die einen starken, für die Herkunftspflanze charakteristischen Geruch haben. Im Gegensatz zu fetten Ölen verdampfen sie vollständig und hinterlassen auf Papier keine „Fettflecke“. Sie sind aus vielen verschiedenen Komponenten zusammengesetzt, sind fettlöslich, enthalten jedoch keine Fette. In Wasser sind sie nur sehr wenig löslich, hier schwimmen sie tropfenförmig auf der Wasseroberfläche. (Wikipedia)

Es gibt circa 345.000 Pflanzen auf der Erde, davon werden circa 2.300 Gewächse zu den Ätherisch-Öl-Pflanzen gezählt, aus ihnen können also so genannte Ätherisch-Öl-Drogen hergestellt werden. Das sind beispielsweise Tees, alkoholische Tinkturen, wässrige Auszüge und eben ätherische Öle. Zahlreiche Pflanzen enthalten zwar Spuren von ätherischen Ölen, doch die kommerzielle Verwertung lohnt sich nicht. Es handelt sich um extreme Konzentrate, die darum vor Anwendungen (auf der Haut, in Kapseln zum Schlucken) stark verdünnt werden müssen.

Ätherische Öle Fette Öle
Hausapotheke der Pflanze, wirken gegen Keime Nahrungsreserve (meistens im Samen) für die nachwachsende Pflanzengeneration
enthalten keine Kalorien  enthalten 9 Kalorien pro 1 g
sind flüchtig, hinterlassen keinen bleibenden Fettfleck auf Papier  sind öl-fettig, hinterlassen einen bleibenden Fettfleck auf Papier
wirken antioxidativ, „entgiftend“  wirken antioxidativ, „entgiftend“ und liefern Energie

Die meisten Duftpflanzen enthalten höchstens 1 bis 2 Prozent ätherisches Öl, viele wesentlich weniger, nur einige wenige wie beispielsweise die Gewürznelke viel mehr. Mit dieser von der Natur vorgegebenen „Verdünnung“ haben wir bereits den deutlichen Hinweis auf die erforderliche Konzentration der Düfte in den Trägersubstanzen unserer Produkte, die mit Haut und Schleimhäuten in Berührung kommen. Ein Fläschchen mit ätherischen Ölen enthält also säckeweise Pflanzenmaterial, das muss man sich einfach vor Augen führen, wenn man 5 oder 10 Tropfen eines Duftes in ein Körperöl oder in die Badewanne gibt (dazu unser Ernte-Video im eigenen Garten über das Hochkonzentrat Oreganoöl anschauen, 4 Tropfen unverdünntes Oreganoöl entsprechen circa einer großen Salatschüssel voll mit frischem Oreganokraut!). Nicht anders ist es bei den Rosen: Ein einziger Tropfen Rosenöl enthält das ätherische Öle von mindestens 30 Rosen!

Vor einigen Jahrzehnten wurde davon ausgegangen, dass ätherische Öle Stoffwechsel-Abfälle der Pflanze seien. Mittlerweile zeigt sich, dass sie – je nach Pflanze und Umweltbedingungen – vielfältige Funktionen erfüllen:

• Bei Tierfraß oder übermäßigem Insektenbefall entstehen sie blitzartig als „chemische Waffe“, sie können als unmittelbare Reaktion auf die Attacke gebildet werden. Hungrige Tiere werden so abgehalten, zu viel von einer großen Pflanze oder zu viele Pflanzen einer Art zu fressen.

• Viele Pflanzen sind wiederum auf Insekten angewiesen, um die Befruchtung und damit den Fortbestand der Art abzusichern. Sie locken mit ihren ätherischen Ölen die entsprechenden Tiere an (z.B. Bienen, Schmetterlinge, Falter).

• Die keimtötenden Eigenschaften vieler Bestandteile der ätherischen Öle sind mittlerweile gut studiert und belegt. Sie unterstützen nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern sind in erster Linie die pflanzeneigene „Apotheke“, um Krankheiten durch Mikroorganismen abzuwenden. Einerseits töten etliche Bestandteile von ätherischen Öle die allermeisten Krankheitskeime ab (zumindest in vitro, also in der Petrischale), andererseits stören diese Naturdüfte sehr empfindlich das Quorum sensing vieler Keime, diese wertvolle Eigenschaft sollten wir in Zeiten von immer resistenteren Keimen in der täglichen Naturkosmetik nutzen, bitte dazu meinen ausführlichen Artikel über diese faszinierende Gemeinschaftsintelligenz lesen).

• Ätherische Öle oder besonders flüchtige Bestandteile daraus dienen bei manchen Pflanzen als „Kommunikationsmittel“, um andere Pflanzen mit Hilfe des Windes vor dem Gefressenwerden zu „warnen“. Diese sondern nach der Warnung dan beispielsweise Bitterstoffe ab und verändern so ihren Geschmack, damit den Fraßschädlingen sozusagen der Appetit vergeht und das Grünzeug dann „links liegen lassen“, also nicht mehr angreifen.

• Manche Pflanzen sichern sich durch ätherische Öle ihren Lebensraum ab. Sie sondern Riechmoleküle ab, die es anderen Pflanzen schwer machen, sich zu nah bei ihnen anzusiedeln. So sichern sie sich zum Beispiel die benötigte Menge an Wasser und Mineralstoffen.

• In heißen und trockenen Gegenden und in der heißen Jahreszeit schützen ätherische Öle manche Pflanzen vor übermäßiger UV-Strahlung und Wasserverdunstung: Ein gasförmiger Schutzschleier legt sich um ihre Blätter oder Nadeln (daher der Begriff „Blaue Berge“). Ansammlungen von Cistrosen-Sträuchern kann man beispielsweise wegen dieser „Duftglocke“ im sommerlichen Portugal bereits von weitem riechen.

Um 1 Kilo ätherisches Öl gewinnen zu können werden benötigt (circa):

  • 7000 kg Melissenkraut
  • 3000-5000 kg Rosenblütenblätter
  • 3500 kg Adlerholz (Oud)
  • 1000 kg Orangenblüten (Neroli)
  • 150 kg Zimtrinde
  • 120 kg Lavendelblüten
  • 200 kg Zitronenschalen
  • 70-100 kg Lavandinblüten
  • 50 kg Lemongrass
  • 50 kg Eukalyptusblätter
  • 33 kg getrocknete Patchouliblätter

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