Ätherische Öle gegen und bei Krebs

Anti-Krebs-Wirkung
Isoliertes d-Limonen und sein hydroxylierter Metabolit Perillyl Alkohol wirken in Experimenten vorbeugend und führen im Tierexperiment sogar zum Rückgang von durch UV-Licht induzierten Tumoren in der Haut sowie von Tumoren in Brust, Leber, Bauchspeicheldrüse und Dickdarm. Nach erfolgreichen Tierexperimenten konnte man sich 1999 bereits an Klinische Studien heran wagen [Ripple GH, Gould MN, Arzoomanian RZ, Alberti D, Feierabend C, Simon K, Binger K, Tutsch KD, Pomplun M, Wahamaki A, Marnocha R, Wilding G, Bailey HH: Phase I clinical and pharmacokinetic study of perillyl alcohol administered four times a day. Clin Cancer Res. 2000 Feb;6(2):390-6.]

Generell wird vermutet, dass die Affinität von Monoterpenen ohne funktionelle Gruppe durch ihre Affinität zum Sauerstoff ihre gesundheitsprophylaktische Wirkung u.a. dadurch zeigen, dass sie freie Sauerstoffradikale im Körper, die mit für degenerative Erkrankungen verantwortlich sind, neutralisieren. Man kann also im neudeutschen Sinne von einem „Antiaging-Effekt“ sprechen.
Bestimmte „exotische“ ätherische Öle werden immer wieder im Zusammenhang mit einer Anti-Krebs-Wirkung beschrieben, beispielsweise: Zdravetz-Geranie (Geranium macrorhizum), Gelbwurz/Kurkuma (Curcuma longa) und Gagelstrauch (Myrica gale). Auch native fette Pflanzenöle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, sollten begleitend bei krebserkrankungen in die Nahrung gegeben werden, allen voran Leinöl, Chiasamenöl, Perillasamenöl und Granatapfelsamenöl. Sanddorn-Fruchtfleischöl wirkt in diesem Zusammenhang wie ein hochgesundes Multivitaminpräparat.

Begleitung bei Krebserkrankungen
Sehr oft erreichen mich Anfragen, was man mit Aromatherapie bei Krebs-Erkrankten erreichen kann. Viele Menschen sind durch unsinnige oder übertriebene Warnungen bezüglich der Anwendung von ätherischen Ölen bei Krebserkrankungen verunsichert. Wir AutorInnen müssen immer etwas überzogener schreiben, als wir es in einem Gespräch von Mensch zu Mensch sagen würden, da wir unseren LeserInnen nicht in die Augen schauen können. Und nicht abschätzen können, ob sie unsere Ratschläge und Warnungen auch beherzigen.

Als erstes rate ich allen Betroffenen, ihre Ernährung – zumindest für eine bestimmte Zeit lang – umzustellen auf möglichst wenig belastende und verunreinigte Lebensmittel. Bei stotternden Autos ist fast jedem klar, dass verunreinigter oder gar untauglicher Kraftstoff dem flüssigen Fahren schadet. Betanke ich mein geliebtes Fahrzeug mit Sahne und Himbeersirup wird es mir das mit „Krankheit“ quittieren, so lieb das auch gemeint war. Wenn wir uns pausenlos mit Schokoriegeln, Sahnetorten und Schweinshaxen „verwöhnen“, bekommen wir bei entsprechender Veranlagung leider auch oft die eine oder andere unangenehme Quittung.

Beispielsweise die Ernährungsform der Makrobiotik ist – auch bei anderen schweren Erkrankungen – sehr zu empfehlen. Die Makrobiotiker berichten immer wieder von Krebsstillstand und/oder Rückgang, sie legen Wert auf ein ganz entlastende Nahrung, damit der Körper sich um seine Reparaturmechanismen kümmern kann:

  • generell keine Milchprodukte
  • kein Fleisch
  • keine Zusätze wie Farbstoffe, Aromastoffe, Spritzmittel etc.
  • hauptsächlich Gemüse und etwas Obst
  • ergänzend auf alle Fälle kalt gepresste Öle und/oder Nüsse (5 Mandeln am Tag)
  • dazu Zitrusöle, vielleicht abwechselnd 1 oder 2 Tropfen pro Tag in Getränken oder/und Essen

Ein empfehlenswertes Buch dazu heißt: Die makrobiotische Antwort auf Krebs von Michio Kushi (EUR 16,40). Ich lese immer wieder gerne in diesem inspirierenden Buch, vor allem, wenn ich mal wieder wochenlang viel ungutes Zeugs gegessen habe, dann lerne ich durch seine einleuchtenden Erklärungen wieder das gute und nährende Essen. ich kenne einige von Kushis Büchern, da zwei Freundinnen von mir so leben, die eine hat eine (gutartige) Gebärmutterwucherung damit immer zum schrumpfen gebracht, doch irgendwann war sie es leid, sich so streng nach diesen Empfehlungen zu ernähren, da es immer wieder wucherte, wenn sie „normal“ aß. Die Frauenärztin war jedenfalls erstaunt.
Wurde für ein Chemotherapie entschieden, würde ich außer nahrungsmäßig nicht allzu sehr eingreifen, allenfalls zarte angstlösende ester-reiche Körper/Massageöle einsetzen (Mandarine, Lavendel, Neroli, Petit Grain, Rosengeranie etc – aber nicht stark streichen und kneten, mehr streicheln), denn die Chemo soll ja erst einmal alles platt machen – zumindest zeitweise.

Danach bzw. in den Pausen unbedingt wieder aufbauen, mit immunregulierenden Ölen (Atlaszeder, Manuka, Kamille blau etc) und supergesundem, leichtem Essen. Bei Bestrahlungen das betroffene Gebiet vorab mit Sanddornöl und Niaouli pflegen, so dass unnötige Verbrennungen vermieden werden können und zusätzlich belastenden Krankenhausinfektionen vorgebeugt wird.

Bereits zehn Tage oder eine Woche vorher vor dem Bestrahlungsbeginn sollte jeweils ein halber Teelöffel Sanddornfruchtfleischöl eingenommen werden und folgende Mischung auf den betroffenen Bereich vorsichtig auftragen:

  • 50 ml Aloe vera-Mazerat
  • 48 ml Olivenöl oder Johanniskrautmazerat
  • 2 ml Sanddornfruchtfleischöl
  • 30 Tropfen Niaouliöl
  • 30 Tropfen Lavendel fein-Öl

Während der Bestrahlungstage nicht verwenden, jedoch in den Pausen zwischen den Sequenzen. Bei starkem Wärmegefühl ist es auch hilfreich, in der Hand die zu verwendende Menge der Ölmischung mit einer haselnussgroßen Menge eines sehr guten Aloe vera-Gel zu vermischen (ohne Alkohol/Konservierung z.B. Santaverde oder Pharmos); auch das Besprühen mit Rosenhydrolat kann Erleichterung verschaffen.

Auch Essiac und Padma 28 sind gute Mittel, um dem Körper Power zu geben, im Internet gibt es gute Texte über Padma 28, das ist ein hochspannendes tibetische Medikament, das in der Schweiz zugelassen ist, ein Kölner Arzt hat mir die Wirkungen überzeugend erklärt.

Ätherische Öle zum Wohlfühlen in der Duftlampe halte ich für völlig ungefährlich bei Krebserkrankungen, denn durch das Einatmen der paar Duftpartikel wird die Lymphe auch nicht mehr angeregt als durch das Essen von Obst und Gemüse, die ja bekanntlich auch ätherische Öle enthalten. Wir Menschen benötigen vermutlich ätherische Öle in Spuren, um gesund zu bleiben/zu werden.

Selbst eine Wohlfühlkörpereinreibung halte ich für gut, um die sicherlich verängstigte Seele zu entspannen. Sanft einreiben darf sich die betroffene Person, wenn nicht, dürfte sie sich auch nicht mehr waschen, eincremen oder parfümieren. Das verbieten die Ärzte jedoch nicht. Ich würde in meiner Praxis jedoch dringend vom Gebrauch von künstlich parfümierten Deos „verbieten“, ich habe den bösen Verdacht, dass diese teilweise giftigen Mini-Moleküle zusammen mit den porenverschließenden Substanzen ihren Beitrag zum extrem gehäuften Brustkrebs haben (das darf man natürlich nicht laut sagen). Denn der Mensch darf und soll schwitzen, um eben genau Toxine loszuwerden. Doch diese Deos machen das Gegenteil: Sie verschließen die Abfuhr davon und erhöhen die Zufuhr von noch schlimmeren Stoffen, die sich nachweislich im Gewebe ablagern, weil der Körper nichts mit ihnen anzufangen weiß. Oder sie werden vom Körper eingekapselt, weil er sie als Gefahr betrachtet. Was passiert dann mit solchen „Zeitbomben“??? Wir wissen es nicht und können nur Vermutungen anstellen. Und es wird uns auch keiner davon berichten, denn die Frauen/Kosmetik/Pharmapresse hat nicht kritisch über solche „geschäftsschädigenden“ Tatsachen zu schreiben.

Kontraindikationen
Die Öle der Doldenblütler, wie Fenchel, Anis, Karottensamen, Kümmel und Angelikawurzel, gelten zwar als minimal östrogenähnlich, doch das kommt bei Verwendung durch das Einatmen nicht zum Tragen.

Aber das Wichtigste – und Schwierigste – ist das Beistehen, der Zuspruch und das Mutmachen.

Mehr Rezepturen und Tipps zu dem großen Themenbereich „Meinen Angehörigen und Freunden bei schweren Krankheiten beistehen finden Sie in meinem 2017 erschienenem Ratgeberbuch Aromapflege für Sie (Trias).