In dieser kalten, windigen und heizungsluftgeschwängerten Winterzeit bekomme ich oft Anfragen zu Hautpflegemaßnahmen. Sowohl bei trockener und rauer Haut als übrigens auch bei Zyklustörungen jeder Art fehlen dem Körper meistens hochwertige (native) Pflanzenöle in der Ernährung. Dann hilft alles Schmieren und Einfetten nicht besonders. Spätestens bei diesen Symptomen sollte man also einige der unten aufgeführten Pflanzenöle mindestens drei Monate (bis zu sechs Monate) kurmäßig einnehmen, beispielsweise über Müslis, Joghurts, fertige Gerichte träufeln. Denn die darin befindlichen essenziellen Fettsäuren sind Vorstufen u. a. der Geschlechtshormone und sie sorgen als „Kittsubstanzen“ zwischen den Hautzellen für eine verbesserte Elastizität und insgesamt für einen reibungsloseren Stoffwechsel der Hülle des Menschen. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem die Linolensäure in ihren zwei Isomeren. Zudem sind in vielen Ölen Phytoöstrogene enthalten.

Die meisten Menschen in den westlichen Ländern nehmen kaum noch Nahrungsmittel mit Linolensäure zu sich (naturbelassene Nüsse und Samen, einige native Pflanzenöle), so dass ein wichtiger Baustein für den Aufbau der Hormone kaum noch zur Verfügung steht. Durch unsere moderne Lebensweise ist dieser Produktionsvorgang zudem häufig gestört (Stress, zuviel Alkohol, Nikotin, gehärtete und überhitzte Fette sowie Fremdhormone in Fleisch und hormonartige Substanzen in Kunststoffen [z. B. Phtalate] und Pflanzenschutzmitteln).
Es sollten also jeweils kleine Mengen – wenige Tropfen am Tag genügen [2-3g] – der folgenden Öle (oder die entsprechenden Samen und Kerne), die Gamma-Linolensäure (Omega-6) enthalten, verspeist werden:

Alpha-Linolensäure (Omega-3) ist außer in fetten Meeresfische in folgenden vegetarischen Produkten enthalten:

  • Chia-Samen, Salvia hispanica 64%
  • Perilla, Perilla frutescens 58%
  • Leinsamen (Flachs), Linum usitatissimum 58%
  • Sanddorn, Hippophae rhamnoides 32%
  • Hanfsamen, Cannabis sativa 20%
  • Raps, Canola Brassica napus 10%
  • Sojabohne Glycine max 8%

Und ein besonderer Luxus, vor allem für die Frau über 40 Jahre, wenn sie auf die Wechseljahre zusteuert oder sich bereits mittendrin befindet, ist das kostbare Öl aus den Kernchen des Granatapfels (Frucht und Blüte auf den Fotos). Es enthält die einmalige Punicinsäure, die Antikrebseigenschaften aufweist und auch gegen Arteriosklerose und Faltenbildung eingesetzt werden kann. Es enthält ferner das Östrogen 17-α-Östradiol, das anders als andere Phytohormone nicht bei hormonabhängigen Krebsarten kontraindiziert ist. Diese Phytoöstrogene wirken also nicht tumorverstärkend wie manche andere Phytoöstrogene wie beispielsweise Rotkleeextrakte und Sojaphytoöstrogene, vor denen ein mit mir arbeitender Arzt für Naturheilkunde dringend abrät. 15 bis 30 Tropfen Granatapfelsamenöl täglich reichen als gute hormonelle Unterstützung aus. Es ist übrigens auch ein phantastisches Hautpflegeöl und kann für diesen Zweck mit hautverjüngendem Traubenkernöl, wunderbar pflegenden Mandelöl oder schützendem Jojobawachs 1:1 (beispielsweise von zweien dieser Öle je 15 ml) verdünnt werden und nach Wunsch noch mit zwei Tropfen ätherischem Rosenöl angereichert werden.