Mit Aromatogrammen Hilfe bei chronischen Infektionen finden

Kürzlich wurden wir angegriffen, weil wir über die geniale und reproduzierbare Möglichkeit von Laboren berichteten, hoch wirksame ätherische Öle zu finden, die bei ständig wiederkehrenden Infektionen (Blasenentzündunge, Fußpilz, Vaginal-Candidosen etc) Abhilfe schaffen können. Wir mussten durchaus schmunzeln, sagt doch so eine „Kritik“ etwas über den Wissensstand der besserwisserischen Person aus… 😉 Wir freuen uns jedoch und trotzdem und gerade deswegen ganz besonders, eine der erfahrenen und engagierten Fachfrauen für unseren Duft-Talk 3 – dem Start unserer dritten Staffel von webSeminaren – gewonnen zu haben.

Denn im DUFT-TALK 3 am 2. Februar dürfen wir die Pionierin der Aromatogramme in Deutschland begrüßen. Dorothea Hamm ist erfahrene Apothekerin und Dozentin, sowie von Anbeginn der deutschsprachigen Aromatherapie-Bewegung mit dabei. Sie ist zudem mit tausenden von Aromatogrammen vertraut, sie kennt die relevanten ätherischen Öle bei vielen alltäglichen Infektionen, sei es Candida im Genitalbereich von Groß und Klein, MRSA bei Pflegeheim-Bewohnern oder immer wieder kehrende Blasenentzündungen. Sie wird in diesem web-Seminar von vielen ihrer wertvollen Erkenntnisse berichten und erfolgreiche Rezept-Beispiele mit uns teilen.

Die Erstellung von personalisierten Aromatogrammen funktioniert genau so wie die Erstellung individueller Antibiogramme (zum Herausfinden des passenden Antibiotikums). Unser Ziel ist es, das passende ätherische Öl (oder mehrere) für einen persistierenden Krankheitskeim zu finden.

Ich bin zwar kein großer Fan von Wikipedia-Definitionen, diese müssen immer sehr differenziert gelesen und oft auch gegengecheckt werden. Doch in diesem Fall passt die Definition vom Antibiogramm und lässt sich gut auf das Aromatogramm übertragen:

„Ein Antibiogramm ist das Ergebnis eines Labortests zur Bestimmung der Empfindlichkeit bzw. Resistenz von mikrobiellen Krankheitserregern gegenüber Antibiotika. Bei dem Testverfahren wird geprüft, ob ein Bakterium durch ein Antibiotikum in einer bestimmten Konzentration im Wachstum gehemmt wird, dann ist es empfindlich (sensitiv, manchmal auch als sensibel bezeichnet) gegenüber diesem oder ob keine Wachstumshemmung erfolgt, dann ist es resistent (widerstandsfähig) gegen den Wirkstoff.“

Ist es nicht genial, dass genau mit diesem „Werkzeug“ seit den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine gigantische Datenbank entstanden ist?! Zunächst nur in Frankreich, seit den frühen  Neunzigern auch in Deutschland. Ich besitze ein dreibändiges Werk in französischer Sprache zu diesem Thema, Band drei befasst sich ausschließlich mit Aromatogrammen bei gynäkologischen Infektionen (Belaiche/Girault).

Insbesondere in Anbetracht der inzwischen rasenden Resistenz von Krankheitskeimen gegenüber zahlreichen Antibiotika, diesen Wundermitteln, die noch keine 100 Jahre lang unendlich viele Leben retten konnten, ist es wichtig und dringend, andere Wege zu gehen. Doch Mittel, die nicht patentierbar sind, scheinen nach wie vor nicht wirklich erwünscht zu sein. Laut dem renommierten Fachjournal „The Lancet“ versterben in der EU jedes Jahr circa 33.000 Menschen an nicht zu behandelnden Infektionen, circa 2.300 davon in Deutschland. Einer dieser Toten könnte ein lieber Angehöriger sein (war es in meinem Fall auch), darum bewegt dieses Thema uns regelmäßig. Das Wissen um möglicherweise rettende ätherische Öle sollte viel mehr bekannt werden und auch weiter gegeben werden.

Zu den Fotos, die ich mal in einem meiner Kurse machte, als wir das Thema live durchnahmen (also mit samt den (gut verschlossenen) Keimen: Auf dem Foto oben rechts ist recht gut zu erkennen, was die entsprechende Öle bei einer Staphylokokkus-aureus-Kultur, angerichtet haben: Die dunkle Fläche rund um das mit den jeweiligen Ölen löschpapier-artige Plättchen wurde von den Mikroben verschont, sie konnten nicht so weit an das ätherische Öle auf dem Trägerplättchen heran wachsen bzw wurde abgetötet. Dieser „Hof“ wird von den Mikrobiologen in Millimetern gemessen und mit +++ markiert. Je größer dieser ausfällt, desto mehr Kreuzchen bekommt das Öl, weil desto stärker antibakteriell wirkt es (auf den Keim von einem individuellem Abstrich; es können auch Referenzkeime aus dem Labor eingesetzte werden, je nachdem, mit welcher Absicht getestet wird).

Kunzea ericoides (Kanuka, das Plättchen oben) zeigt eine nicht allzu große Effektivität gegen diesen speziellen Stamm des Staphylokokkus aureus (Foto oben rechts) und richtet rein gar nichts gegen Escherichia coli aus (Foto rechts). Lavandula angustifolia (Lavendel) wirkt deutlich stärker – zumindest gegen Staphylokokkus aureus, nicht so prägnant wirkt es gegen Escherichia coli. Der große „Bakterienfriedhof“ befindet sich beide Male bei einer Öle-Mischung namens „Quarkmischung“. Sie wurde von einer Münchener Kollegin zusammengestellt für den klinischen Einsatz vermischt mit Quark bei bestimmten Entzündungen wie Venenentzündungen.

Beispiele der Folien, die wir im Duft-Talk 3 zeigen werden, die wesentlichen Inhalte davon bekommt jede/r TeilnehmerIn als Skript zum Download nach dem webSeminar

Quark und Öle wurden als Auflage eingesetzt. Der Mix besteht aus Lavandula angustifolia (Lavendel), Thymus vulgaris Ct. Linalool und einem geringen Anteil Thymus vulgaris Ct. Thymol (zwei Thymiantypen). Diese Mischung wirkt bei vielen Keimen und wäre ein prima Vorsorgemittel, wenn mal jemand in der Familie ins Krankenhaus muss.*

HeilpraktikerInnen und ÄrztInnen könnten also Abstriche von Körpersekreten an ein spezialisiertes Labor (in Deutschland einige, in Österreich meines Wissens nach nur eines) schicken und feststellen lassen, welche Öle dem individuellen Patienten in aktuellen Krankheitsfall helfen würden. Freilich zählen beim Ergebnis nicht unbedingt Duftvorlieben der/des Patienten, es geht ja nicht um Wohlfühlaromatherapie, sondern es sollen Keime bekämpft werden – möglichst schnell, gegen die beispielsweise Antibiotika machtlos sind.
Dorothea Hamm, demnächst erscheint übrigens ein Fachbuch, an dem sie als Co-Autorin mitwirkte, wird im Duft-Talk zahlreiche Beispiele ihrer über 4500 gemachten Aromatogramme zeigen, sie wird Lösungen vorstellen, wie sie bei konkreten PatientInnen vorgegangen ist. Kurzum: Sie wird uns an ihren vielfältigen Erfahrungen auf diesem Gebiet teilhaben lassen.
Ich muss gestehen, ich selbst bin schon ganz aufgeregt, denn nicht alle Tage bekommt man eine so sympathische und gleichermaßen kompetente Fachfrau vor die Kamera. Eine Gelegenheit, das Beste aus einem ausgehfreien, kinofreien, kneipenfreien Abend zu machen! Nochmals: 2. Februar von 18 bis 19:40 Uhr, also 100 Minuten oder gar etwas mehr (wie bei uns üblich), dazu ein mindestens 12-seitiges Skript zum Dowload nach dem webSeminar. Zur Anmeldung gehts hier. Wer übermorgen Abend nicht live teilnehmen kann, kann bei rechtzeitiger Anmeldung sechs Wochen lang mit dem Link, der nach der Anmeldung per eMail kommt, die Aufzeichnung dieses webSeminares anschauen.
*Falls eine präventive Mischung, wie oben gezeigt, Interesse weckt: Sie könnte folgendermaßen aussehen und würde auf den betroffenen Stellen, jedoch auch gerne auf die Fußsohlen oder auf den Unterarmen aufgetragen, etliche Tage bevor es ins Krankenhaus geht, idealerweise dreimal täglich, und auch während des Aufenthaltes:

Mehr Rezept-Ideen gegen Keime hat Sabrina im neuen Artikel aufgeschrieben (Nasenöl, Raumspray, Körperöl, Waschung). Weitere neue webSeminare sowie die Links zu den Aufzeichungen gibt es auf dieser Seite in unserem Vivere-Shop, wer trotz aller Einschränkungen die Zeit nutzen möchte, um die Grundlagen für eine fundierte Grundausbildung im verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit ätherischen Ölen zu erlernen, kann dies in einem auf 25 Personen limitierten Basis-Seminar (2 x 4 Stunden) erlernen, die Düfte, die darin vorkommen, werden vorab zugeschickt, es wird genug Raum für Dialog geben. Hier geht es zum Basis-Seminar.

::  WERBUNG :: Enthält unbeauftragte und unbezahlte Links zu feinen Naturdüften. Der Einkauf über solche Affiliate-Links trägt zum daten-sicheren Erhalt dieser Gratis-Informationen bei, da die Autorin jeweils eine kleine Provision erhält, die Kunden brauchen jedoch keinerlei Mehrkosten zu zahlen.
PS: Schon mal vorab: Von Apothekerin Dorle Hamm erfuhren wir dieser Tage, dass FFP 2-Masken nicht, unter gar keinen Umständen, mit was auch immer eingesprüht werden dürfen, die Abdichtung würde darunter leiden. Sehr hilfreich für die Atmung unter diesen Masken wird jedoch der AspUra-Clip® empfunden.

Über den Autor:

Eliane Zimmermann
Seit 1992 gebe ich fundiertes Wissen über klinische Aromatherapie weiter, am liebsten inmitten der subtropischen Pflanzenwelt meiner Wahlheimat Irland. Ich schrieb neun Bücher zum Thema :||: In my aromatherapy school I have been educating since 1992, I published nine books Mehr Infos zur Autorin finden Sie hier

8 Kommentare

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    Dorine Bertholjotti 1. Februar 2021 um 8:05 Uhr - Antworten

    Guten Morgen Eliane,
    herzlichen Dank für diesen interessanten Blog Eintrag.
    Ich habe mich soeben fürs morgige Webinar angemeldet.
    Bei mir schneit es, ich wünsche dir jedoch morgen einen wunderschönen und prächtigen Frühlingsanfang.
    Lg Dorine Bertholjotti

  2. Avatar
    Alexandria Alekova 1. Februar 2021 um 22:39 Uhr - Antworten

    Hallo liebe Eliane, danke für die tolle Fortbildungsmöglichkeiten. Leider, wie so oft, muss ich arbeiten. Aber, wenn es wieder eine Aufzeichnung gibt, werde ich mir den Webinar Duft-Talk 3 holen und neugierig es anschauen.
    Liebe Grüße aus Niederösterreich Alexandria

    • Eliane Zimmermann
      Eliane Zimmermann 8. Februar 2021 um 10:01 Uhr - Antworten

      Die Veranstaltung wurde ohnehin vom Host gecrasht…. wir müssen auf eine andere Plattform wechseln. Da Dorle Hamm bereit war, bis 23 Uhr alles nochmals zu wiederholen, haben wir eine Aufzeichnung, sobald diese bei Digistore genehmigt ist (die prüfen erst alle „Videos“, was auch gut so ist), wird dieses inspirierende und dicht mit Informationen gepackte webSeminar erhältlich sein (über den normalen Kauf-Link https://www.shop-vivere.de/produkt/duft-talk-teil-3-viren-und-mehr/ )

  3. Avatar
    Ina Weppler 8. Februar 2021 um 8:25 Uhr - Antworten

    Liebe Eliane,

    da ich von Ende Januar bis jetzt bei meiner Mutter war, die aus dem Krankenhaus entlassen wurde, konnte ich leider den Duft Talk von Dorle nicht sehen und mich auch nicht rechtzeitig anmelden. Gibt es dazu doch och eine Möglichkeit? Im November habe ich bei Dorle den Kurs Aromamedizin gemacht und bin von dieser Arbeit sehr begeistert.

    Einen lieben Gruß aus dem total eingeschneiten Ederbergland, Ina

    • Eliane Zimmermann
      Eliane Zimmermann 8. Februar 2021 um 10:04 Uhr - Antworten

      Die Veranstaltung wurde ohnehin vom Host gecrasht…. (nach vielen Störungen war dies der totale GAU, wir müssen auf eine andere Plattform wechseln, nicht so einfach, wenn europäische Datensicherheit und Steuer-Anforderungen wichtig sind, wir möchten keinen amerikanischen Anbieter). Da Dorle Hamm bereit war, bis 23 Uhr alles nochmals zu wiederholen, haben wir nun doch eine Aufzeichnung, sobald diese bei Digistore genehmigt ist (die prüfen erst alle „Videos“, was auch gut so ist), wird dieses inspirierende und dicht mit Informationen gepackte webSeminar erhältlich sein – müsste heute oder morgen soweit sein (über den normalen Kauf-Link https://www.shop-vivere.de/produkt/duft-talk-teil-3-viren-und-mehr/ )

  4. Avatar
    Gabi 11. Februar 2021 um 17:00 Uhr - Antworten

    Hallo Eliane,

    habe mir das Seminar heute zum zweiten mal angesehen. Es ist wie bei einem guten Buch – man entdeckt immer wieder neue Punkte die einem beim ersten mal entgangen sind. Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Ansatzpunkte die wir mit den Ölen haben um Bakterien (wenn sie uns nicht wohl gesonnen sind) an ihrem Wirken zu hindern und sogar die Antibiotika wieder wirksam zu machen wenn die konventionelle Medizin aufgibt. Ich freu mich sehr auf das Buch von Dorothea Hamm. Freu mich auch auf die nächsten Seminare. Dann also bis bald 😉

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