Wirkungen der ätherischen Öle auf Zell-Ebene

Der antiinflammatorische (antiphlogistische Effekt, entzündungshemmend), u.a. durch eine Hemmung der Prostaglandin-Synthese und Unterdrückung der Reizbarkeit von Mediatoren, die an Zellen Entzündungen freisetzen (z.B. Mastzellen), gehört sicher zu den wichtigsten Wirkprinzipien, die durch ätherische Öle erreicht werden können. Fast jede Störung im Körper wird durch kleinste und große Entzündungen ausgelöst und verstärkt. Diese zu kontrollieren ist eine der ganz großen Stärkung der zielgerichteten Anwendung von verdünnten ätherischen Ölen (unverdünnte Öle jedoch können schwere Entzündungen auslösen). Dazu ist im ausführlichen Artikel über entzündungshemmend wirksame ätherische Öle nachzulesen.

Es war seinerzeit (1990) ein riesiges Aha-Erlebnis für uns ‚alte Häsinnen‘, die in der klinischen Aromatherapie aktiv waren, als das Team von Prof. Dr. Eberhard Teuscher von der Uni Greifswald in ihrer Grundsatzstudie belegen konnte, dass einzelne Riechmoleküle sehr ähnliche pharmazeutische Mechanismen beim Andocken an unsere menschlichen Zellmembranen aufweisen wie viele Medikamente: Teuscher E, Melzig M, Villmann E, Möritz KU. Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus ätherischer Öle. Z Phytother 1990; 3: 87–92

Neben den antiseptischen Wirkungen sind viele andere Wirkungen der ätherischen Öle bekannt, teilweise sind sie durch intensive wissenschaftliche Untersuchungen an Mensch und Tier und in vitro sehr gut erforscht. Grundsätzlich beeinflussen ätherische Öle die Permeabilität für Ionen in der Zellmembran von lebenden Wesen. 

Spasmolyse (Entkrampfung) durch Hemmung der Ca++-Mobilisierung z.B. Mentha piperita (10%iger Äthanolextrakt) wirkt im Darm als Calcium-Antagonist vom Dihydropyridin-Typ: es hemmt den Ca++-Einschub und die Wandspannung des Darmes nimmt ab.

Lokalanästhetischer Effekt (örtlich schmerzlindernd) durch Unterdrückung der Bildung von Aktionspotenzialen am Nerv. In diesen Mechanismus greifen einige ätherische Öle ein, indem sie die Neuropeptide an ihrer „Arbeit“ hindern und so die Schmerzempfindung verringern.

Bei der Regelung der begleitenden Gefühlsqualität zum Schmerzgeschehen verfügen ätherische Öle über erhebliche Interventionsmöglichkeiten, da Geruchsinformationen zunächst im Limbischen System verarbeitet werden. Die individuelle Reaktion auf starke Schmerzen kann also beispielsweise als weniger belastend empfunden werden. Auch die Ausschüttung von Gehirnbotenstoffen wie Endorphinen und auch Serotonin, Dopamin oder Oxytocin wird durch bestimmte ätherische Öle gefördert, wie bereits in Studien nachgewiesen werden konnte.

Nachfolgend sind einige Beispiele für allgemeine Wirkungen aufgezählt, die Beschreibungen, weitere Wirkungen und ggfs Studien finden Sie hier auf dieser Seite im Öle-Lexikon und auf unserer App SCENTARIUM (über 700 kommentierte, größtenteils klinische Studien [an und mit Menschen]), es sind immerhin weit über 1000 seriöse Studien an und mit Menschen in den letzten 25 Jahren veröffentlicht worden, größtenteils mit sehr erfreulichen Ergebnissen:

  • Analgetisch (schmerzstillend) Gewürznelke, Lavendel, Cistrose, Lorbeer, Pfeffer, Pfefferminze, Wacholder, Wintergrün
  • Anxiolytisch (Angst- & Stress lösend) Bitterorange, Basilikum, Bergamotte, römische Kamille, Lavendel, Majoran, Mandarine, Petit Grain, Ylang Ylang
  • Antihistaminisch (reizmindernd bei Allergien) Himalyazeder, Deutsche, Kamille, Manuka, Schwarzkümmel
  • Antimykotisch (gegen Pilze) Bohnenkraut, Eukalyptus globulus, Lavendel, Manuka, Patchouli, Thymian ct. Thymol, Tea Tree
  • Antiinflammatorisch (entzündungshemmend) Deutsche Kamille, Schafgarbe. Copaiva, Lavendel, Palmarosa, Rose
  • Aquaretisch: (wassertreibend, entschlackend) Fenchel, Wacholder, Liebstöckel
  • Carminativ (blähungswidrig) Anis, Basilikum, Fenchel, Kamille römisch, Koriander, Kümmel, Pfefferminze
  • Choleretisch & cholagog: (verdauungsfördernd) Angelikawurzel, Bitterorange, Kümmel, Melisse, Rose, Rosmarin
  • Emmenagog (menstruationsfördernd) Anis, Schafgarbe, Fenchel, Muskat, Zimtrinde
  • Epithelisierend (zellregenerierend, Narben verbessernd) Speiklavendel, Weihrauch, Rose, Bergamotte, Ysop, Atlaszeder
  • Hormonell regulierend, vermutlich durch Balance des Cortisol-Haushaltes (z.B. bei Regelstörungen, in den Wechseljahren) Anis, Fenchel, Muskatellersalbei, Salbei
  • Immunmodulatorisch: (reguliert die Immunabwehr) Manuka, Teebaum, Thymian, Weihrauch, Zitrone
  • Laktogen (Milchfluss fördernd) Anis, Fenchel
  • Sekretolytisch & expektorativ (Schleim- und Husten lösend) Cajeput, Eukalyptus (globulus + radiata), Kardamom, Kiefer, Myrte, Pfefferminze, Ysop, Atlaszeder
  • Stimmungsaufhellend: Neroli, Bergamotte, Weihrauch, Koriander, Majoran, Manuka, Muskatellersalbei, Rose, Ylang Ylang
  • Phlebotonisch (Krampfadern pflegend) Neroli, Zitrone, Zypresse, Niaouli, Patchouli
  • Vasoaktiv (Dilatation) (Gefäß erweiternd) Melisse, Majoran

Weitere Informationen:

Analgesie

Asthma

Candida-Infektion

Halsschmerzen

Magen-Darm

Ohrenschmerzen

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