Wann haben wir verlernt, die kleinen und großen Wunder unserer natürlichen Umgebung zu schätzen, also gelernt, das vermeintliche „Unkraut“ zu verachten? Die wundersamen Kreisläufe und Netzwerke von wilden Pflänzlein und Insekten kennenzulernen. Sind wir als Menschheit systematisch gehirngewaschen worden, weil Industrie-Interessen (vor allem Nahrungs-, Kosmetik- und Pharmaindustrie) uns regieren? Oder spielen epigenitische, also uralte Ängste eine Rolle, dass wir sozusagen immer noch Angst vor „Hexenverbrennungen“ tief in uns verspüren. Denn als kräuterkundiger Mensch begegnet einem ständig – und inzwischen immer mehr – eine subtile Marginalisierung, oft auch eine unerträgliche Arroganz. Dazu ständig der Satz: „jaja, man muss halt dran glauben“.
Ich stamme aus einem sehr Pharma-gläubigen Haushalt, insbesondere meinem Vater waren seine vielen Pillen heilig, in seinen Achtzigern musste er teilweise circa ein Dutzend Tabletten pro Tag schlucken. Und obwohl ihm das Schlucken nicht mehr ganz leicht fiel, war ihm dieses „Ritual“ selbstverständlich und wichtig. Darum wundere ich mich immer wieder, dass ich schon ganz jung diesen Drang nach naturheilkundlichem Wissen hatte.
Ich saß einst auf einer Wiese und sinnierte so vor mich hin: „Ich möchte alle diese Pflänzlein um mich herum kennen lernen, mit ihrem Namen vertraut sein und insbesondere wissen, wofür und wogegen man sie einsetzen könnte“. Zwar lernt man ein Leben lang und es ist immer noch Raum für Verbesserungen offen, doch insgesamt gelang es mir, dieses Ziel im Laufe der Jahrzehnte tatsächlich zu erreichen. Wenn ich in einer Not-Situation irgendwo ausgesetzt werden würde, könnte ich mich erstens ernähren und zweitens medizinisch versorgen.
Einen großen Nachteil hat jedoch dieses Wissen: Beim Jäten habe ich allzuviel Mitleid mit fast allen „Unkräutern“ (Daniel Fuchs spricht in unserer Podcast-Folge über die Destillation von Bio-Hydrolaten viel passender über das Management von Beikräutern). Jedes Rausreißen eines Löwenzahn-Pflänzleins am vermeintlich falschen Ort (zumindest nach Überlegungen meines Grundstück-Designs), tut mir weh, oft esse ich es dann anschließend. Der Gartenanteil meines Grundstücks am Meer sieht darum immer ziemlich unordentlich aus!
Mir ist sehr bewusst, dass es noch gar nicht so lange her ist, vielleicht vor drei bis vier Generationen, dass Löwenzahn systematisch angebaut wurde, genau wie die enge Verwandte Endivie, um Menschen zu ernähren und auch zu heilen. Denn beides ging gemäß dem Wissen unserer Vorfahren Hand in Hand.
Vor gut 20 Jahren erfuhr ich auch ganz tief in mir drin, wie die Signatur der Pflanzen zu deuten ist: Ich versuchte ein Gemüsebeet vom hier in Irland extrem wuchernden Kleinen Sauerampfer (Rumex acetosella) zu befreien, denn er erstickt schier viele der sensibleren Pflanzen, so vital schlängelt er sich durchs Beet. Ich fluchte in dem Moment, als ich ihn an einem Ende meiner Pflanzung zu zupften versuchte und am anderen Ende die Erde vibrierte, das ganze Teil war nur eine Pflanze! „Das wächst ja wie Metastasen!“ ging mir durch den Kopf.
Kurze Zeit später erzählte ich einer lieben Freundin, die an einem langwierigem Darmkrebs erkrankt war, vom in der englischsprachigen Welt insbesondere bei Tumoren oft adjuvant eingesetzten Mittel namens Essiac. In meiner Nähe stellt(e) es eine Frau her, die selbst an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war, und der es gelungen war, sich mit konsequenter naturheilkundlicher Behandlung zu heilen (knapp 20 Jahre später ist sie immer noch gesund und vital, pflanzt jeden Winter Dutzende von Bäumen). Ich war verblüfft, dass eines der vier in der Originalrezeptur der Kanadischen Krankenschwester Rene Caisse enthaltenen Pflanzen genau dieser Kleine Sauerampfer ist (neben Klettenwurzel, Medizinalrhabarber und der Rinde von Ulmus fulva, einer Kanadischen Ulme).
Wir wissen heutzutage um die grandiose Heilwirkung des extrem genügsamen Löwenzahns, er braucht keinen Dünger und keine Gifte, er kann sich völlig alleine behaupten, bestens wehren und dazu noch großzügigst vermehren. Wir alle sollten unsere Leber regelmäßig pflegen, um all den Umweltgiften und auch unseren scher nicht immer gesundheitsförderlichen Gewohnheiten sozusagen die Stirn zu bieten. Damit es hoffentlich niemals, oder zumindest erst im späteren Leben zu schweren chronischen Erkrankungen kommt. Löwenzahn in vielfältigen Zubereitungsformen ist diesbezüglich eines der wichtigsten Heilkräuter. Was will man mehr in Zeiten von Stress, Überdüngung und konstanter und zunehmende Vergiftung der Natur!

Wann beschlossen wir, dass Fett und Öl im Essen unser Feind sein soll, dass das vermeintliche Prädikat „fettfrei“ zur erwünschten Auslobung seitens der Nahrungsmittel-Mafia wurde? Das ist eine rhetorische Frage, denn ich war (teilweise) „dabei“. Mein Marketing- und Psychologie-Professor im Studium war einer der entscheidenden deutschen Köpfe in diesem Kampf um Marktanteile einer immer noch populären „schlanken Margarine“ (Prof. Günther Deutsch vom Ernest Dichter Institut für Motiv- und Marketingforschung in Frankfurt).
Meine Großeltern stammen aus der Nieder-Lausitz, wo der damals weit und breit wachsende Lein zu Leinöl und zu Leinenfasern verarbeitet wurde. Sie wurden trotz entsetzlicher Entbehrungen, Vertreibung, Flucht, Kriegsgefangenschaft, Familien-Traumata recht alt (knapp 90), vielleicht weil sie das „Arme-Leute-Essen“ bestehend aus Pellkartoffeln, Quark und einer großzügigen Portion Leinöl mindestens einmal pro Woche zelebrierten. Vielleicht heilte das „flüssige Gold“ aus den kleinen spitzen Samen ihre gebrochenen Herzen?
Inzwischen wird der fettartige lebensnotwendige Baustein im menschlichen Körper, das Cholesterol (Cholesterin), mit bedenklichen Medikamenten bekämpft, der Mammon hat gesiegt, die Menschen glauben den „medizinischen Märchen“, füttern die Pharmaindustrie und nehmen dabei teils erhebliche Nebenwirkungen in Kauf, um den vermeintlichen Feind los zu werden. Wertvolle Infos dazu in den Büchern vom Apotheker Uwe Gröber, insbesondere im Buch „Mikronährstoff-Räuber: Cholesterinsenker„.
Weltweit war Konsument:innen eingetrichtert worden, dass Fett im Essen sich sehr negativ auf unsere Gesundheit auswirken würde. Obwohl heute Fette und Öle viel differenzierter betrachtet werden, obwohl bekannt ist, dass bestimmte Pflanzenöle im täglichen Essen geradezu unverzichtbar sind, soll die Gesundheit ganzheitlich und langfristig unterstützt werden, kursiert immer noch der Hirnwäsche-Mythos.
Wann verloren wir das Innehalten und das Betrachten der Magie der Pusteblume und ihrer zahlreichen „Kollegen“, die uns alle helfen könnten. Stattdessen glauben wir den „Herrschaften“, die uns weismachen wollen, dass unliebsame UNkräuter zu vernichten sind.
Löwenzahn-Frischpflanzensaft (von Evelyn Deutsch, perfekt für die Frühjahrskur)
Löwenzahn in einem Oxymel (von Kruut)
Infos über die NOTwendige Leberpflege, um gesund zu bleiben (von Sabrina Herber)
Bio-Tee mit Löwenzahn (von Sonnentor)
Bitter Elixir Tinktur mit Löwenzahn (von Kruut)
Löwenzahn Urtinktur (von Ceres, in jeder Apotheke erhältlich)
Frisch gepresstes Leinöl (aus Vorarlberg)
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