Manchmal bekomme ich (oder wir Co-Autorinnen und Co-Podcasterinnen) interessante Fragen, die uns zum Reflektieren bringen, beispielsweise zu Begründungen des traditionell als antiviral wirksam eingesetzten ätherischen Öles der Cistrose. Wir sind ja nicht der Typ Mensch und Dozentinnen, die auf „altem Wissen“ sitzen bleiben, wir recherchieren vielmehr fast täglich in Studiendatenbanken und Literatur. Ich fülle nach und nach auch immer mehr Studien in die von mir mit gegründete (browserbasierte) App SCENTARIUM ein. Ich achte dabei auf für unsere „dufte Arbeit“ relevante Forschungsergebnisse (statt einfach jede jemals veröffentlichte, womöglich sehr theoretische Studie einzupflegen), darum kommentiere ich jedes Ergebnis kurz, schreibe also meine subjektive Einschätzung dazu (hier geht es zur kostenfreien Test-Woche).
Keine wissenschaftliche Evidenz bedeutet nicht ‚unwirksam‘!
Nun gibt es jedoch zu manchen „Wunder-Ergebnissen“ kaum oder gar keine seriöse Evidenz. Das liegt daran, dass „besondere“ ätherische Öle wie Ravintsara, Cistrose, Indianernessel oder auch die in unserer Branche gut bekannten und gerne verwendeten ätherischen Öle der Mandarine und Grapefruit nicht in universitären Apotheken vorhanden sind, somit für Forscher „nicht existent“ und/oder nur schwer erhältlich. Dafür lesen wir jede Woche über die sensationellen Ergebnisse von Lavendel-Studien. Diese verursachen bei mir nur noch ein Gähnen, ist dieses Öl in all seinen Varianten inzwischen bestens untersucht und die wirklich guten Wirkungen sicher belegt.

Kürzlich kam eine Frage nach der von mir im Öle-Lexikon hier auf dieser Seite aufgeschriebenen unterstützenden Wirkung von Cistrosenöl bei Multipler Sklerose. Gute alte Erinnerungen kamen hoch, denn ich wurde vor über 30 Jahren sehr durch Erzählungen und Empfehlungen des Allgemeinarztes Dr. Daniel Pénöel geprägt, bei dem ich bereits in den frühen 90er Jahren lernen durfte. Er war/ist unkonventionell, hat uns teils sehr lustige Sachen beigebracht wie eine aufgetragene Ölemischung sanft zu föhnen (mehr Durchblutung, besseres Einziehen der Öle in die Haut). Er gab auch Ölemischungen in ein Munddusche-Gerät und pflegte damit die Tiefen von chronisch entzündeten Nasennebenhöhlen.
Dazu empfahl er müden Menschen einige Tropfen (unverdünnt!!!) Balsamtannen-Öl zum schnellen Einreiben auf die Gegend der Nebennieren, wenn man morgens nicht in die Gänge kommt. Er zog sehr plötzlich – für uns KursteilnehmerInnen wirklich völlig unerwartet – seinen OP-Kittel aus und demonstrierte die Anwendung an seinem Rücken (Wer war damals in Zürich dabei?! Ich freue mich über Kommentare!).
Sein umfangreiches, seinerzeit sehr sehr teures Pionier-Fachbuch (auf französisch, zusammen mit dem Apotheker Pierre Franchomme) besitze ich seit circa 1994 (ich fuhr mit Kleinkind im Kinderwagen zur Frankfurter Buchhandlung).
Das Werk mit dem grünen Einband ist inzwischen schmuddelig und hundertfach durchgeblättert, ich ziehe es heute noch zurate. Damals besaßen es auch viele KollegInnen, die kein oder kaum Französisch verstanden, die Fachwörter und die Molekülenamen sind dennoch gut nachvollziehbar. Die Auflistung der Inhaltsstoffe der meisten damals erhältlichen ätherischen Öle anhand von gaschromatografischen Analysen inspirierte mich zum entsprechenden Kapitel meines ersten Fachbuches (erschienen 1998), ich besorgte mir dafür eine umfangreiche Sammlung von diesen Analysen bei einigen der mich damals unterstützenden Bio-Öle-Anbieter (dennoch wurde ich von einer neunmalklugen Person des Plagiates bezichtigt).
Ich durfte Dr. Daniel Pénoël mein eigens Werk überreichen, denn er unterrichtete dreisprachig, also nicht nur auf französisch, sondern er ist auch bestens im Englischen und mit der deutschen Sprache unterwegs, so dass er es lesen bzw überprüfen konnte. Er wird auch heute noch regelmäßig im YouTube-Kanal seiner Tochter Magali Pénoël interviewt.
Ich durfte also die Empfehlung, Cistrosenöl zur Unterstützung bei Multipler Sklerose anzuwenden, bei Dr. Daniel Pénoël lernen und gab sie seitdem immer weiter, leider hat er diese Anwendung nie ausführlich begründet. Er hatte vermutlich beste Erfahrungen damit in seiner Allgemeinarzt-Praxis.
Ungewöhnliche Zusammensetzung
Ich bin davon überzeugt, dass in Cistrose ein sehr besonderes – noch so ganz und gar nicht untersuchtes – Potenzial stecken könnte, evtl wg der unspezifischen – jedoch offensichtlich sehr deutlichen – „antiviralen“ Wirkung, die womöglich noch nicht entdeckte Krankheitsauslöser (oder „gemeinsame Sache“ unterschiedlicher Krankheitserreger) mit einschließt. Zudem sollen laut manchen Naturheilkundlern manche chronische Erkrankungen auf (vor längerer Zeit durchgemachte Infektionen mit) Epstein-Barr-Viren, beruhen. Andere „mysteriöse Symptome“ beruhen auf längst „verheilten“ Erkrankungen mit Borrelien (Bakterien), beide Mikroorganismen sind konventionell kaum zu „erreichen“ und schlummern offenbar ähnlich wie Herpes-Viren ein Leben lang in unseren Körpern.
Vielleicht hat diese sehr besondere Mischung aus Riechmolekülen auch eine Wirkung gegen die neu entdeckten Bakterien, welche MS (zumindest bei Mäusen) triggern können: Forscher der LM Uni München untersuchten eineiige Zwillingspaare, bei denen ein Zwilling an Multipler Sklerose (MS) litt und der andere nicht, wodurch sie die Darmbakterien unter Berücksichtigung genetischer Faktoren vergleichen konnten. Sie stellten fest, dass sich eine Familie von Darmbakterien namens Lachnospiraceae, die aus dem Dünndarm (Ileum) der an MS erkrankten Zwillinge entnommen wurde, anders verhielt als dieselben Bakterien bei gesunden Zwillingen.
Als diese MS-assoziierten Bakterien in speziell gezüchtete Mäuse transplantiert wurden, die keine eigenen Darmbakterien besaßen, entwickelten die Mäuse eine MS-ähnliche Erkrankung. Die Bakterien des gesunden Zwillings lösten bei den Mäusen nicht dieselbe Erkrankung aus. Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Darmbakterien möglicherweise eine direkte Rolle bei der Auslösung oder Verschlimmerung von MS spielen und nicht nur als Begleiterscheinung der Erkrankung auftreten. Quelle: Multiple sclerosis and gut microbiota: Lachnospiraceae from the ileum of MS twins trigger MS-like disease in germfree transgenic mice—An unbiased functional study
Es ist immer wieder daran zu erinnern, dass unser Immunsystem ein Ungleichgewicht an „Bösewichtern“ in Schach zu halten hat, was die meisten Menschen leider nicht ernst nehmen. Die diversen Impfungen oder Pseudo-Impfungen sind nur ein Teil der Lösung, die differenzierte Haupt-Arbeit MUSS unsere eigene Abwehr erledigen, wichtig ist für diese umfangreiche und höchst komplexe Aufgabe eine umfassende Versorgung mit entsprechenden Nährstoffen, also eine vielseitige und möglichst naturbelassene Ernährung, freilich auch eine positive Haltung zum Leben und zur Gesundheit, möglichst frei von Ängsten.
Und schon sind wir wieder bei der Cistrose. Die unglaublich wirksamen Cistus incanus-Tabletten wurden bereits bei der ersten Einsperrung (= ‚Lockdown‘) in einem bayerischen Radiosender von einer Ärztin empfohlen, worauf sie bald ausverkauft waren. Die Unterstützung dieses freiverkäuflichen Produktes überzeugte mich bereits lange vor dieser Viruszeit bei irgendwelchen anderen „Grippen“ (Schweine- und Vogelgrippe), die Schachtel mit den nicht wirklich gut schmeckenden Pillen begleitete mich immer auf meinen ausgedehnten Seminare-Reisen per Flugzeuge und Bahn. Denn anders als in Muskeln gespritzte Substanzen wirken Cistus-Tabletten genau dort, wo es sich respiratorischen Viren zunächst gemütlich machen. Im Rachen. Klang für mich seit Beginn der 2000er Jahre absolut logisch und überzeugend (ich schrieb dann 2020 ausführlicher darüber).

Ich wiederhole gerne die ungewöhnlichen Empfehlungen dieses französischen Lehrers, auch zu Anwendungen von Cistrosenöl, obwohl es keine Studien dazu gibt. Sabrina Herber und ich hatten auch einst nach Begründungen für die von ihm gelehrte extreme antivirale Wirkung von Ravinstara recherchiert (kaum jemand weiß mehr, dass wir ihm diese Empfehlung zu verdanken haben). Er hatte recht, auch wenn es zu Ravnintsara ebenso keine wissenschaftliche Evidenz gibt.
Die Anwendung von Cistrosenöl bei Automimmun-Erkrankungen sollte immer wieder kurmäßig (jeweils 3-4 Wochen mit längeren Pausen) und so erfolgen, dass sie angenehm ist, denn der Duft kann überwältigend wirken, auf Fußsohlen/Füßen, in Deo/Bodylotion/Badeöl oder zum Immer-wieder-dran-Schnuppern im Roll-on oder Inhalierstift. Eine extreme Verdünnung, so dass der starke, fast umhauende Duft „nur“ noch fein balsamisch duftet, ist grundsätzlich erwünscht (circa 0,5 % und weniger).
Speziell bei Multipler Sklerose ist zudem zu bedenken, dass es sich in vielen Fällen um eine gravierende Vitamin-D-Mangel-Erkrankung handelt, entsprechend geschulte ÄrztInnen empfehlen darum das Coimbra-Protokoll mit achtsam begleiteten hoch dosierten Vitamin D-Gaben (und wie wollte es anders sein, diese Behandlung gilt von der Finanzvermehrungs-„Medizin“ als „umstritten“, diese Unterstützung der betroffenen PatientInnen kann nicht patentiert werden, zudem ist sie vergleichsweise billig).
Die extremen Entzündungsprozesse im Körper der betroffenen PatientInnen können nicht nur durch eine ausreichende Omega-3-Versorgung verbessert werden, sondern auch mit einer Darm-Sanierung sowie mit Hilfe von fast allen ätherischen Ölen reduziert werden, denn die antiinflammatorische Wirkung ist eine der biologischen Aufgaben dieser Riechmoleküle, die vorwiegend aus Terpen- sowie aus phenolischen Verbindungen aufgebaut sind. Im Cistrosenöl sind neben den circa 60 Prozent (auch schmerzlindernd wirksamen) Monoterpenen obendrein allerlei seltene Moleküle enthalten wie 0,42 % para-Dimethylstyren.

Die Wirkungen solcher „Mini-Bestandteile“ ist nur frustrierend unzureichend erforscht, über das Zusammenspiel solcher „Minis“ ist rein gar nichts bekannt. Es sind also noch viele „Geheimnisse“ rund um die allermeisten ätherischen Öle aufzuklären. Oder eben auch nicht, die letzten verborgenen Wirkweisen wird der Mensch vielleicht nie entschlüsseln können, denn damit sind wir auf der „energetischen Ebene“, die momentan noch heftig bestritten und darum bekämpft wird.
Um den Kreis dieses Themas schließlich vollends zu schließen: Ätherische Öle, wenn korrekt mit der Zustimmung der Nase der Betroffenen ausgewählt und sorgfältig niedrig dosiert, können die Stimmung der PatientInnen deutlich stabilisieren und deren Stress und Ängste reduzieren, also ein wertvoller Baustein der Mind-Body-Medizin sein. Diese immer NOTwendige psychosomatische Begleitung = die Not {ab}wendend) wird von der geldorientierten Medizin auch all zu oft ausgeblendet.
:: WERBUNG :: Ohne Nachhilfe von KI recherchiert und geschrieben (wer Tippfehler findet, darf sich daran erfreuen!) Enthält zudem unbeauftragte und unbezahlte Links zu feinen Naturdüften. Der Einkauf über solche Affiliate-Links trägt zum daten-sicheren Erhalt dieser Gratis-Informationen bei, da die Autorin jeweils eine kleine Provision erhält, die Kunden brauchen jedoch keinerlei Mehrkosten zu zahlen.
PS :: Kürzlich erschien mein Artikel Ätherische Öle als wertvolle Begleiter über die Begleitung von Krebs-PatientInnen in der Zeitschrift ‚momentum‘ der Gesellschaft für Biologische Krebsheilkunde e. V. (GfBK), ich darf ihn mit ausdrücklicher Genehmigung und mit besten Wünschen für alle Betroffenen, ob PatientInnen oder Angehörige hier „verteilen“. Quelle: momentum 2/2026 • www.biokrebs.de
ENGLISH :: Who knows, if possibly this very special essential oil helps reducing the load of the newly found bacteria triggering MS…. Researchers studied pairs of identical twins where one twin had multiple sclerosis (MS) and the other did not, allowing them to compare gut bacteria while controlling for genetics. They found that a family of gut bacteria called Lachnospiraceae, taken from the small intestine (ileum) of MS-affected twins, behaved differently from the same bacteria in healthy twins. When these MS-associated bacteria were transplanted into specially bred mice that had no gut bacteria of their own, the mice developed a disease resembling MS. The healthy twin’s bacteria did not trigger the same disease in the mice. This suggests that certain gut bacteria may play a direct role in triggering or worsening MS, not just appearing as a side effect of the disease. Source: Multiple sclerosis and gut microbiota: Lachnospiraceae from the ileum of MS twins trigger MS-like disease in germfree transgenic mice—An unbiased functional study


Was für ein großer und wertvoller post wieder!!! Werde mir wieder einiges rausziehen, was zu meiner momentanen Situation paßt. Omega 3 & Co nehme ich schon seit 1/2 Jahr gegen meine Arthrose-Beschwerden ein. Jetzt werde ich noch mit einer Darmsanierung beginnen. Vielen Dank für deine liebevolle Arbeit hier, liebe Eliane 🥰
Was für ein nettes, überschwängliches Lob, ganz herzlichen Dank! (Offiziell ist der Artikel noch gar nicht raus gegangen, da die neue Versand-Software noch etwas Schluckauf hat!)
Liebe Eliane,
ich durfte Dr. Pénöel in Würzburg kennelernen – damals legte er uns das Kanuka-Öl ans Herz. Die Cistustabletten begleiten mich schon viele Jahre, ich möchte sie nicht missen.
Ich hatte vor 2 Jahren eine Herpes Zoster Infektion im Rippenbereich, Neben den bekannten Ölen hatte ich einen fast unbändigen Drang zur Cistrose (die ich eigentlich gar nicht so mag). Ich habe sie damals, 0,5%ig, in Lavendelhydrolat gegeben und den betroffenen Bereich damit besprüht – für mich eine Wohltat.
DANKE – nun habe ich eine Erklärung für meine Intuition, die mir vor 2 Jahren unerklärlich schien. Vielleicht sollte ich als Lupi mit Immunsuppressiva das Auftragen auf die Fußsohlen probieren – evtl mit Shirleys Swiss Reflex….
Immer wieder absolut faszinierend, dass man plötzlich Düfte/Gerüche mag, auf die man sonst nicht so gut zu sprechen ist, genau dann, wenn der Körper noch ihnen schreit. Bei Immortelle und Cistrose finde ich dieses Phänomen besonders bemerkenswert, es wird mir immer wieder berichtet.