Es ist spannend, immer wieder berichtet zu bekommen, dass manche Menschen ganz erleichtert sind, Mund-Nase-Bedeckungen tragen zu dürfen, dass diese nun sozusagen gesellschaftsfähig geworden sind. Denn wenn sich jemand in Therapie- und Pflegesituationen mit unangenehmen Gerüchen konfrontiert sieht, zeigt sich unsere Basisemotion (Grund-Emotion) namens Ekel mehr als deutlich. In diesem Fall als Geruchs-Ekel.

Wir sprechen auch von Basisemotionen, Grundgefühle oder Primäraffekte. Diese unabhängig von Erziehung und Kultur vorhandenen Gefühle werden auf extrem ähnliche Art zum Ausdruck gebracht, der jeweilige Gesichtsausdruck ist immer mehr oder weniger gleich. Bei den Basisemotionen handelt sich um:

  • Freude
  • Angst
  • Traurigkeit/Trauer
  • Ekel
  • Überraschung
  • Wut, auch Verachtung wird vom Psychologen Paul Ekman dazu gezählt.

Diese Grund-Emotionen werden von allen Menschen kulturübergreifend in gleicher Weise erkannt und ausgedrückt. Sie stellen also wichtige Elemente der nonverbalen Kommunikation dar.

Ob wir eine stark eiternde Wunde bei unserem Kind versorgen müssen oder im beruflichen Pflegealltag mit den unterschiedlichsten Ausscheidungen zu tun haben: Geruchs-Ekel kann einen daran hindern, die Versorgung gründlich zu absolvieren. Das wurde in einer türkischen Studie von 2021 an 577 Pflegeschülerinnen und -Schülern festgestellt. Jedoch ist Ekel, insbesondere Geruchs-Ekel, eine wertvolle Basisemotion, die wir im Laufe der Evolution in unsere Ausrüstung für ein sicheres und gesundes Leben mit auf den Weg bekamen.

Denn zerfallende Eiweiße stinken, das darf man so deutlich sagen! Beim ersten Hauch dieses Gestankes halten wir uns von Verwesungs-Bakterien fern. Somit schützt uns der Ekel davor, dass wir uns mit krank machenden Ausdünstungen von schwerer Infektion bis hin zu verwesendem Gewebe umgeben. Eine überaus nützliche Abwehr! Doch was ist, wenn ich mich um jemanden kümmern möchte oder muss?!

Die tägliche Konfrontation und Überwindung dieser unumgänglichen Emotion ist kein Grund zur Scham. Doch (Geruchs-)Ekel ist immer noch ein Tabu-Thema, es darf kaum darüber gesprochen werden. Berufsgenossenschaften und Klinikleitungen mögen sich um Hygienestandards, korrekte Maße und Abstände, funktionierende Lüftungsanlagen und sichere Abläufe kümmern. Doch fast nirgendwo beachtet jemand die psychische Belastung durch Gerüche und den deswegen hervor gerufenen Ekel.

Doch es handelt sich um ein sehr ernstes Thema, dass die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Stress-Resilienz aller betroffenen Mitarbeiter entscheidend mitbestimmt. Christine Lamontain beschreibt in vielen ihrer Blogbeiträge die Ernsthaftigkeit dieses unterschätzten Themas, sie hat sogar bereits Schulungen in dafür offenen Einrichtungen geben dürfen. Ein Anfang ist immerhin gemacht!

Damit es weiter geht mit der Bewusstwerdung dieser Belastung, thematisieren wir in unserer 34. Podcast-Episode Miefgeruch oder Zitrusduft? – Geruchs-Ekel beim Pflegen diese unterdrückte Basisemotion. Wir möchten dazu beitragen, dass sie von betroffenen Personen als solche erkannt und vielleicht gar gewürdigt wird. Wir zeigen Lösungen auf, wie schlechte Gerüchte, wenn sie unvermeidbar sind, vermindert, übertüncht oder wenigstens erträglich gemacht werden können. Sabrina verrät die Rezeptur für ihre erfolgreiche Anti-Geruch-Mischung „Kristallklar“.

Eine Möglichkeit des ganz persönlichen Geruchsschutzes sind die winzigen AspUra Clips, die fast unsichtbar getragen werden können. Ich liebe meinen Lavendel-Vanille-Clip am Abend, Benzoe und Sandelholz mag ich auch besonders gerne (ich gehöre eher zur süßen Fraktion!). Hier in unserem Shop sind die unterschiedlichen Düfte zu sehen. Ich habe einige Clips auch schon mit Hilfe einer Pinzette „nachgeladen“ (also mit einer spitzen Pinzette die zwei Zellstoffröhrchen heraus gezogen, jeweils einen Tropfen ätherischen Öles drauf getan und dann wieder in die Röhrchen gegeben). Der Clip wird ja nur von mir getragen und ich hatte schon lange keinen Schnupfen mehr. Wir plädieren im Podcast auch dafür, dass in Pflegeheimen und Kliniken sich endlich jeweils eine „Geruchs-Beauftragte“ sich um das Thema kümmern sollte. Damit die Belastung von Pflegenden verringert wird, damit der ohnehin vorhandene Stress etwas reduziert werden kann. Es ist an der Zeit!

PS :: Wer noch einen interessanten Podcast über das Riechen anhören möchte, ist bei radioWissen wird beim Bayerischen Rundfunk richtig: Der kürzlich verstorbene Martin Henglein und auch Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt kommen in der Folge Mit Düften heilen – Wie Riechen uns beeinflusst zu Wort. Danke Eva S. für diesen wertvollen Tipp!

PPS :: In einem sehr frühen Artikel hier auf dieser Seite hatte ich die Rezeptur für die Umgebungspflege übel riechender Tumore aufgeschrieben, entwickelt vom Chirurgen Prof. Dr. Patrick Warnke von der Uni Kiel.

::  WERBUNG :: Enthält unbeauftragte und unbezahlte Links zu feinen Naturdüften. Der Einkauf über solche Affiliate-Links trägt zum daten-sicheren Erhalt dieser Seite mit hochwertigen und evidenzbasierten Gratis-Informationen bei, da die Autorin jeweils eine kleine Provision erhält, den Kunden entstehen jedoch keinerlei Mehrkosten.

Abbildungen: Frau Sincerely Media on Unsplash  Mann krakenimages on Unsplash