Wegen einer konkreten Anfrage, weil ich kürzlich einige Pilz-Beratungen durchführte und weil irgendwie das Suchfeld auf dieser Seite bzw das Klappmenü mit den fein säuberlich angelegten und sortierten Kategorien wohl fast nie gefunden werden: Es geht im folgenden Artikel um mögliche ätherische Öle bei Pilzbefall.

Regelmäßig werden entsprechende Anfragen an uns Kolleg:innen gerichtet. Insbesondere Frauen mit Candida-Befall im Genitalbereich suchen nach natürlicher und nachhaltiger Hilfe (ich war immer wieder erstaunt, dass der Artikel über ätherische Öle bei Candida, der Link befindet sich weiter unten, trotz damals existierender kleiner Bezahlschranke von 3 € recht oft aufgerufen wurde). Ich beantworte diese individuellen Fragen jedoch nicht gerne mit einer platten Rezeptempfehlung (mal abgesehen davon, dass dies unethisch wäre). Zudem könnte auch in unserer umfassenden App SCENTARIUM nachgeschaut werden, schon allein um Evidenz für solche antimykotischen Anwendungen nachzuschlagen. Dennoch möchte ich gerne Hinweise, Ideen und etwas zum Nachdenken hier aufschreiben.

statt gegen Symptome lieber für den Menschen arbeitenEs ist aus meiner Sicht zu bedenken, dass seriöse Naturheilkundler:innen nie „einfach so“ GEGEN etwas arbeiten, wir denken vielmehr sehr ganzheitlich und wollen eher etwas FÜR die betreffenden Menschen tun. Denn wenn sich ein „Parasit“ wie Candida (oder andere Pilzorganismen) breit macht, MUSS das Immunsystem angeschaut werden! Nur 1-2-3 Öle „dagegen“ werden ansonsten genauso nur ganz kurz die Symptome bekämpfen wie „schulmedizinische“ Maßnahmen. Das wäre keine nachhaltige Behandlung. Diese liegt mir jedoch sehr am Herzen.

Das Immunsystem sitzt bekanntlich größtenteils im Darm, der Hilfe suchenden Person müssten also etliche – mutmaßlich als unbequem empfundene – Fragen gestellt werden. Sind Sie also betroffen, lade ich Sie ein, bei sich selbst zu überprüfen:

  • Wann nahmen Sie zuletzt Antibiotika ein? Unterstützten Sie danach Ihre Darmbewohner („Darmflora“) mit einer Kur, beispielsweise mit Omnibiotic-Präparaten? [unbezahlte Werbung]
  • Essen Sie viel Hühnchen und anderes Fleisch? (ersteres wird oft mit Reserveantibiotika „gezüchtet“, zudem kann rotes Fleisch durch die reichlich enthaltene Arachidonsäure entzündlich und übersäuernd wirken, eine Umgebung, welche die Pilze als „Einladung zur Party“ auffassen können)
  • Essen Sie regelmäßig Lachs und anderen mit über 20 Medikamenten mühsam am Leben gehaltenen Zucht-Fisch aus Käfighaltung? (Lachs kann nicht zwei Jahre lang gefangen gehalten werden, dies funktioniert allenfalls unter Intensivstation-Bedingungen, also mit reichlich Antibiotika, Anti-Parasitenmitteln, Farbstoffen etc, übrigens auch so genannter Bio-Lachs, der ein paar Medis weniger erhält und dem circa 10 cm mehr zum „schwimmen“ zugestanden werden)
  • Essen Sie ausreichend Fasern und prä- sowie probiotische LEBENSmittel? Essen Sie fermentierte Produkte wie Sauerkraut, Kimchi, Sauerteigbrot etc? (Diese sind als Nahrung für die das Immunsystem zuständigen „guten“ Bakterien immens wichtig sind)

Kartoffeln, Reis und Pasta kalt werden lassen, als leckere Salate verfeinern: So erhalten die Darmbakterien ein Festmahl, denn die resistente Stärke „schmeckt ihnen“, sie vermehren sich fleißig und im Austausch schützen sie unsere Gesundheit.

  • Essen Sie regelmäßig Fertigprodukte, die durch ihre Konservierungsstoffe die Immunbalance stören können? (oder völlig sterile ultrahocherhitze Produkte, in denen gar kein Leben mehr enthalten ist…)
  • Essen Sie reichlich einfache Kohlenhydrate? Raffinierte Mehlprodukte? Süßigkeiten? (welche dem Pilz hervorragend „schmecken“)
  • Wie sieht ihr Vitamin D-Spiegel aus? Sind sie ausreichend mit diesem „Abwehr-Hormon“ versorgt?
  • Befindet sich Ihr Zink-Spiegel im Normalbereich? (sehr wichtig für das Immunsystem)
  • Welche Art von Impfungen durchdrangen in den vergangenen 5-10 Jahren Ihren Körper, insbesondere wie oft nahmen Sie die Covid-Spritze, die bekanntlich das Immunsystem sehr durcheinander bringen kann?
  • Wie gut sind Sie mit Omega-3-Fettsäuren versorgt? Führten sie mal einen Test (daheim) durch, um die Omega-3 zu Omega-6-Balance anzuschauen (durch deren entzündungshemmende und sanft blutverdünnende Wirkung ihr Immunsystem entlastet werden kann), eine Fettsäure-Analyse gibt es als Heimtest bei uns im Shop
  • Könnten regelmäßig eingenommene Medikamente ihre Immunabwehr schwächen bzw Entzündungen fördern? Müssen Sie Immunsuppressiva nehmen?

Die Psyche hat ein Wörtchen mitzureden

Und schließlich:

  • Wie steht es um Ihre Psyche? Reagieren Sie im Alltag sehr gestresst und ständig unter Druck? Ihr in Urzeiten angelegtes Abwehrsystem geht dann davon aus, dass Sie sich auf der Flucht befinden, oder in einer lebensbedrohlichen Kampfsituation. Darum fährt es die nicht für das Überleben notwenigen Verteidigungsmechanismen „auf Sparflamme“ herunter.
  • Fühlen Sie sich von jemandem oder etwas „ausgehöhlt“, so wie es der Pilzorganismus bei Ihnen versucht? Was könnte dem Pilz Nährboden und „Einladung“ sein, warum ist er gerne bei Ihnen zu Gast?
  • Gönnen Sie Ihrem eigenen Organismus ausreichend Schlaf zum Regenerieren und Heilen?

Zu den Antworten auf diese Fragen müssten höchstwahrscheinlich noch viele mehr Dinge geklärt werden und IN DIE BALANCE gebracht werden. Eine einfache Lösung ist aus ganzheitlicher Betrachtung nicht möglich.

Lesen Sie dazu auch meine beiden recht neuen Artikel über den bedrohlichen „neuen“ Pilz Candida auris: Der unsichtbare Feind im Krankenhaus und sein Gegner Thymian sowie über Quorum sensing: die faszinierende Gemeinschaftsintelligenz von Bakterien über die durchaus bewundernswerte Kommunikation der Krankheitskeime (Pilze und Bakterien) mit weiterführenden Informations-Quellen.

Es geht übrigens im Bereich der Aromapflege und Aromatherapie weniger um ein einziges gezieltes Mittel GEGEN einen speziellen Pilz, sondern es geht darum, die Kommunikation und damit die krankmachende Ausbreitung dieses faszinierenden Lebewesens zu stören. Gleichzeitig möchten wir das Immunsystem entlasten und anstoßen, damit langfristig diese Überbesiedlung der krankmachenden Mikroorganismen nachlässt und verschwindet. Wer es jedoch ganz genau wissen möchte (welche Öle/Riechmoleküle bei welchen Pilzstämmen in Laborstudien Erfolge zeigten), kann eine hunderte Seiten lange Tabelle im Buch von Prof. Dr. Gerhard Buchbauer und Dr. Husnu Can Baser Handbook of Essential Oils nachlesen.

Pilze sind buchstäblich überall, es geht darum, dass wir in Balance mit ihnen leben, damit sie uns nicht schaden

Wenn es um Pilze im Genitalbereich geht (sowohl bei Männern und bei Frauen, immer auch an das „Ping-Pong“ der Pilze bei sexuellem Austausch denken!) lesen Sie Tipps in unserem Buch Aromatherapie für Frauen nach (auch bei uns im Shop erhältlich)


:: Was ist dir/Ihnen dieser ausführliche Artikel wert? Seit 2008 kann dieses Aromatherapie-Magazin ohne Paywall gelesen werden. Alle aktuellen und insgesamt gut 850 älteren – jedoch meistens zeitlosen – Artikel über die Aromatherapie und die Aromapflege stehen euch und Ihnen hier kostenlos zur Verfügung. Meine durch Idealismus angetriebenen Recherchen, Übersetzungen, Zusammenfassungen und Einschätzungen verschenke ich, die technischen Kosten zum Betreiben einer datensicheren Website werden jedoch nicht weniger. Eine Spende kann zur Deckung dieser unsichtbaren Leistungen beitragen – auch kleine Beträge wie 3-5 € oder beispielsweise Samentütchen für mein Baum-Pflanz-Projekt sind willkommen. Ich freue mich zudem über eine Wertschätzung meiner Arbeit. Hier geht es zum Spendenformular.


Unsere aufgezeichneten WebSeminare (mit jedem Browser zu erwerben und anzuschauen) können Hilfe zur Selbsthilfe und darüber hinaus breit gefächerte Inspiration geben: ‚Mikroben als Freunde und Feinde – Ätherische Öle bei MRSA, Viren, Pilzbefall‚ / und ‚Candida & Co. – Aromatherapie ganz intim

Meine älteren – jedoch zeitlosen – Artikel über Pilz-Infektionen können Informationen beitragen, beispielsweise:

2014: Studie zu Korianderöl bei Fußpilz

2012: Studien bei Candida und anderen Pilzinfektionen

2012: Patchouli – das beste Mittel bei Hautpilz und anderen Hautproblemen

Was bedeuten Pilze für Krankheit und Gesundheit?

Einige der ganz Starken, welche Pilze deutlich „schachmatt“ setzen können (vorwiegend aus neutral zertifizierten Bio-Anbau):

Im Schleimhautbereich und bei empfindlicher Haut circa 1,5%-ig verdünnen, also insgesamt nur 1-2 Tropfen eines oder von zwei ätherischen Ölen auf 10 ml Trägeröl (Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl, Johanniskraut-Mazerat etc)

Auf der sonstigen Haut circa 3%-ig verdünnen, also bis zu insgesamt 6 Tropfen eines oder mehrerer ätherischer Öle auf 10 ml Trägeröl (Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl, Johanniskraut-Mazerat etc). Im Privatbereich kann bei robuster Haut, wie auf den Füßen, in den ersten zwei Wochen der Behandlung bei Verwendung der eher hautverträglichen ätherischen Öle wie Teebaum, Koriandersamen, Manuka und Thymian (Linalool, Thujanol, Geraniol) auch etwas höher dosiert werden, also bis zu 10 Tropfen auf 10 ml Trägeröl.

Gerne auch zu den aufgelisteten ätherischen Ölen im umfassenden Öle-Lexikon hier auf dieser Seite nachlesen, beispielsweise bei der Indianernessel (Monarde/Goldmelisse), welche bei Nagelpilz sehr erfolgreich sein kann (nach mindestens 2-monatiger Anwendung, eher bis zu 6 Monate).

Im Download-Bereich können Verdünnungs-Kärtchen und Lesezeichen kostenfrei runtergeladen werden. Übrigens schrieb auch Sabrina Herber zum Thema: Ganz intim und Fußpilz und seine Folgen auch bei ihr gibt es einen wertvollen Download-Bereich mit Verdünnungs-Kärtchen und mehr.

Vielleicht ist nun zu erahnen, was ganzheitliche und respektvolle Begegnung für uns Aroma-Fachfrauen bedeutet, wenn wirklich und wirksam geholfen werden soll. Nur ein oder zwei Mittelchen zu verwenden ist aus unserer Sicht keine nachhaltige Unterstützung.

:: WERBUNG :: Enthält unbeauftragte Links zu feinen Naturdüften und anderen hilfreichen Dingen.

Abbildungen: Pilze von Diana Parkhouse auf Unsplash  Schimmel auf Orange Sandy Millar auf Unsplash  Grafiken: Canva