Ein Hefepilz sorgt weltweit für alarmierende Schlagzeilen in Medizin und Wissenschaft. Erst kürzlich war ein Artikel zu dieser noch recht unbemerkten, doch sich anschleichenden Gefahr für die Gesundheit von Menschen, deren Immunsystem nicht (mehr) auf der Höhe ist, in Spiegel Online zu lesen Infektiöser Pilz breitet sich in Europa aus.

Candida auris (neu: Candidozyma auris) ist freilich kein gänzlich „neuer“ Erreger im Sinne einer kürzlich entstandenen Pilzart, sondern er wurde im Jahr 2009 in Japan erstmals als Erreger beim Menschen entdeckt und beschrieben. Seitdem wurde C. auris weltweit immer häufiger als Auslöser schwer behandelbarer Infektionen identifiziert, insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Seine mittlerweile weite Verbreitung und seine Eigenschaft, oft multiresistent gegen gängige Antimykotika zu sein, machen den Pilz besonders problematisch.​

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Thymianöle, in ihnen steckt ein wertvolles Potenzial, bei extremen Infektionen siegreich zu bleiben

Die Tatsache, dass C. auris erst 2009 als humanpathogener Erreger bekannt wurde, bedeutet, dass er vermutlich schon länger existierte, aber zuvor nicht erkannt oder fälschlich als andere Candida-Arten identifiziert wurde. Die aktuelle Forschung befasst sich auch mit der Frage, ob ökologische Veränderungen oder verstärkter Selektionsdruck seine Ausbreitung beim Menschen begünstigt haben könnten.

In den Sporen dieses unscheinbaren Lebewesens liegt eine tödliche Gefahr – vor allem für geschwächte Patientinnen und Patienten. Seit seiner Entdeckung hat Candidozyma auris Kliniken auf mehreren Kontinenten heimgesucht. Besonders bedrückend: Zwischen 30 und 60 Prozent aller Infektionen mit C. auris verlaufen tödlich.​

Multiresistenz betrifft nicht mehr nur Bakterien und entsprechende Infektionen

Was den Erreger so besonders macht, ist seine Resistenz. Während klassische Hefepilze wie Candida albicans mit herkömmlichen Antipilz-Mitteln zuverlässig zu bekämpfen sind, ist Candidozyma auris gegen die meisten Medikamente bereits unempfindlich. Multiresistenz, eigentlich ein Begriff aus der Bakteriologie, ist nun auch in diesem Bereich ein besorgniserregendes Thema. Viele Infektionen sprechen selbst auf hochdosierte Kombinationstherapien nicht an, auf kombinierte Behandlungsversuche reagiert dieser Pilz oft nur mit stoischem Überleben. Das Problem verschärft sich, weil der Pilz Oberflächen mit Biofilmen besiedelt und monatelang infektiös bleibt – auch auf medizinischen Geräten und Handschuhen von Klinikpersonal.​ Unbekannt ist bislang, ob er sich auch – wie viele Bakterien – magisch vom Nanoplastik in unseren Körpern angezogen fühlt, sich in Scharen anhaftet und undurchdringbare, schließlich tödliche Schichten an unseren Geweben bilden kann (dazu unbedingt meinen riesigen Artikel über Plastik in unseren Körpern lesen!).


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Die Übertragung dieses für die Menschheit „recht neuen“ Krankheitserregers erfolgt in erster Linie über direkten Kontakt oder kontaminierte Flächen. Händeschütteln, gemeinsam genutzte Medizintechnik, manchmal reicht schon der Aufenthalt im selben Zimmer. Alle immungeschwächten Menschen sind besonders betroffen: Krebspatienten in Chemotherapie, Menschen nach Transplantationen, auch Diabetiker, Senioren und Kinder mit noch unreifem Immunsystem. Bei ihnen nimmt der Keim häufig eine lebensbedrohliche Ausbreitung – Wund- und Gewebeinfektionen, Harnwegsinfekte, letztlich Sepsis mit Organversagen. Viele Symptome erscheinen unspezifisch: Fieber, Schmerzen, Kreislaufbeschwerden. Besonders tragisch: Die Diagnose gelingt mit klassischen Laborverfahren oft nicht zuverlässig genug – die Mediziner tappen noch allzu oft im Dunkeln, bis es zu spät ist.​

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Zwei oder drei Mischungen mit unterschiedlichen Thymianölen sollten jeden Menschen begleiten, der ins Krankenhaus muss (denn es beherbergt Krankheiten, die zuvor kein Thema waren)

In deutschen Krankenhäusern steigt die Zahl der Ausbrüche fast unbemerkt. So wird ein unsichtbarer Feind zum globalen Risiko: Nicht in der wilden Natur, sondern im sterilisierte OP-Saal versteckt sich die größte Gefahr – genau wie bei etlichen bekannteren multiresistenten Keimen wie MRSA. Die medizinische Welt ist gewarnt – doch während neue Medikamente Jahre in der Entwicklung benötigen, verbreitet sich Candidozyma auris rasend schnell weiter.

Vielstoffgemische sind wahre Powerpakete

Wie bereits seit bald 20 Jahren weise ich im Zusammenhang mit multiresistenten Keimen auf die diversen Thymianöle, die wir zur Verfügung haben, hin. Dazu auf Thymianhydrolat und hochwertigen Thymiantee in Arzneimittelqualität (dazu lesenswert: eine schöne weil erfolgreiche Fallbeschreibung der Pflegenden Petra Kaufmann). Ich erinnere in meinem Umfeld alle Menschen daran, sich insbesondere zu schützen, wenn ein (geplanter) Krankenhausaufenthalt ansteht. Bereits ein bis zwei Wochen vorher sollte die betreffende zu operierende Stelle, dazu auch der gesamte Mensch mit Thymianmischungen in Kontakt kommen.

Denn Monosubstanzen, also vom Menschen erschaffene Moleküle, haben oft nicht die gleiche Power wie natürliche Vielstoffgemische, auch wenn Letztere immer wieder von manchen Wissenschaftlern und ÄrztInnen verhöhnt werden (honi soit qui mal y pense – ein Schelm wer Böses dabei denkt). Die vernetzten und gemeinsam agierenden unterschiedlichen Moleküle können von uns Menschen sehr gut verstoffwechselt und damit therapeutisch eingesetzt werden. Eher schwach wirksame Pflanzenmoleküle können stärker wirksame Moleküle aktivieren.

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Darum können Vielstoffgemische effektiver wirken als Monosubstanzen, denn sie steuern unterschiedliche ‚targets‘, also Wirkstoff-Ziele, in der Zelle an. Die unterschiedlichen Thymianöle sind ein gutes Beispiel für diese Netzwerkpharmakologie: p-Cymen (ein Monoterpen, es ist oft nur in geringen Spuren in ätherischen Ölen enthalten) kann die Zellwände von beispielsweise Bakterien sozusagen aufblasen, sie werden weniger stabil, durchlässiger. Öle die p-Cymen enthalten, wie fast alle Thymianöle, erleichtern auch antibiotisch und antimykotisch wirksamen herkömmlichen Medikamenten (und sanfteren Chemotypen des Thymian) das Eindringen in die feindliche Zellwand. In einem neuen Fachbuch mit dem Arbeitstitel „Vielstoffgemische“, das diesen Spätsommer in englischer Sprache erschien, wird das Thema von Herausgeber Dr. Marek Bunse genau erläutert. Ich durfte mit einem Kapitel u.a. über die verhinderte Amputation eines Beines mitwirken. Essential Oils Unveiled – Complex Compositions for Food, Cosmetics, and Medicine kann beim Cabi Verlag und bei jedem Buchhändler bestellt werden.

Zur Podcast-Episode über die Gemeinschaftsintelligenz von Krankheitskeimen auf das Bild klicken!

Die Gemeinschaftskommunikation (Quorum sensing) von zahlreichen Krankheitskeimen, auch von Pilzen, kann durch einige Bestandteile von ätherischen Ölen nachweislich empfindlich gestört werden. Welche ätherischen Öle die Fähigkeit von Bakterien und Pilzen, sich zur Biofilm-Bildung zu „verabreden“, unterbinden können, beschrieb ich in diesem Artikel über die bemerkenswerte Power von Bakterien. Infos dazu auch in der 9. Folge unseres Podcasts Mit Weißtanne & Zitrone – Sendestörung bei Bakterien & Co.  In der (kostenlosen) Podcast-Episode erklären wir das faszinierende „Wesen“ der Chemotypen anhand eines improvisierten „Hörspiels“.

Stell dir vor, ein Kraut ist gegen diesen Pilz gewachsen und keiner nimmt es ernst….

Zwei Studien genau zu diesem Themengebiet geben Anlass zur Hoffnung, dass betroffene PatientInnen nicht von diesem gefährlichen Mikroorganismus befallen (oder gar getötet) werden: Kowalczyk A. Essential Oils against Candida auris-A Promising Approach for Antifungal Activity. Antibiotics (Basel). 2024;13(6):568 (Ätherische Öle gegen Candida auris – ein vielversprechender Ansatz für die antimykotische Wirkung) und Ribeiro R, Fernandes L, Costa R, Cavaleiro C, Salgueiro L, Henriques M,Elisa Rodrigues ME. Comparing the effect of Thymus spp. essential oils on Candida auris. Industrial Crops & Products 178 (2022) 114667 (Vergleich der Wirkung von ätherischen Ölen aus Thymus spp. auf Candida auris).

Da sich gerne auch Misch-Infektionen ergeben, kann das Lesen folgender Studie über Thymianöl und seine Wirkung gegen vielfach resistente Bakterienstämme, die im klinischen Bereich vorkommen sinnvoll sein: Sienkiewicz M, Lysakowska M, Denys P, Kowalczyk E. The Antimicrobial Activity of Thyme Essential Oil Against Multidrug Resistant Clinical Bacterial Strains. Microb Drug Resist. Microb Drug Resist. 2012 Apr;18(2):137-48

Zahlreiche weitere Studien rund um Thymianöl sind in unserer täglich wachsenden browserbasierten App SCENTARIUM zu finden, dazu viele Rezept-Ideen, Monografien zu fast 200 Ätherische-Öle-Pflanzen, einen geschützten Community-Bereich ohne die Finger der gierigen Unsocial-Media-Billiardäre und vieles mehr; gerne mal eine Woche kostenfrei drin stöbern.

Zum kostenfreien Stöbern (eine Woche) einfach aufs Bild klicken!

Die Vielfalt der Thymianöle ist groß (mehr Infos dazu in diesem Artikel über Chemotypen):

Sehr empfehlenswert ist das umfassende Buch von der lieben Huberta Kunkel über Thymian – der Tausendsassa, dazu Infos über Thymian mit noch mehr wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dieser Seite hier im Öle-Lexikon.

English version: Candida auris, a new threat for patients with a weakened immune system, can be fought with thyme essential oil

Candidozyma auris or Candida auris: This fungus poses a serious threat to the health of people whose immune systems are not (or no longer) functioning properly. Its resistance is extremely dangerous. While classic yeasts such as Candida albicans can be reliably combated with conventional antifungal agents, Candidozyma auris is already resistant to most drugs. Multiresistance, a term originally used in bacteriology, is now also a cause for concern in this field. The fungi often respond to combined treatment attempts with stoic survival. Many infections do not respond even to high-dose combination therapies.

The problem is exacerbated because the fungus colonizes surfaces with biofilms and remains infectious for months – even on medical equipment and gloves worn by hospital staff. It is not yet known whether, like many bacteria, it is magically attracted to the nanoplastics in our bodies, where it can adhere in swarms and form impenetrable, ultimately deadly layers on our tissues.

This pathogen, which is “relatively new” to humans, is primarily transmitted through direct contact or contaminated surfaces. Shaking hands, sharing medical equipment, sometimes even just being in the same room is enough. All immunocompromised people are particularly affected: cancer patients undergoing chemotherapy, people who have had transplants, diabetics, seniors, and children with immature immune systems. In these individuals, the germ often spreads in a life-threatening manner—wound and tissue infections, urinary tract infections, and ultimately sepsis with organ failure. Many symptoms appear nonspecific: fever, pain, circulatory problems. What is particularly tragic is that diagnosis using classic laboratory methods is often not reliable enough—doctors are too often left in the dark until it is too late.

For more than 20 years, we have been pointing out the various thyme oils we have available in connection with multi-resistant germs. We also recommend thyme hydrolate and high-quality medicinal-grade thyme tea. We remind everyone around us to take special precautions if they are planning to stay in hospital (or even just a visit to a hospital). One to two weeks beforehand, the area to be operated on, as well as the entire body, should be treated with thyme mixtures.

The quorum sensing („community communication“) of numerous pathogens, including fungi, can be significantly disrupted by certain components of essential oils. Oils containing p-cymen, such as almost all thyme oils, also facilitate the penetration of conventional drugs (and gentler chemotypes of thyme) into the enemy cell wall (network pharmacology).

Various thyme oils can destroy the cell membranes of fungi, induce the production of reactive oxygen species (ROS), and prevent the formation of biofilms, suggesting that some of them may be as effective or even more effective than conventional antifungal agents, while potentially limiting the development of resistance.

Two studies about relevant essential oils give hope, that this dangerous microorganism doesn’t affect (or even kill) your loved ones: Kowalczyk A. Essential Oils against Candida auris-A Promising Approach for Antifungal Activity. Antibiotics (Basel). 2024;13(6):568 and Ribeiro R, Fernandes L, Costa R, Cavaleiro C, Salgueiro L, Henriques M,Elisa Rodrigues ME. Comparing the effect of Thymus spp. essential oils on Candida auris. Industrial Crops & Products 178 (2022) 114667.

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