Salvia lavandulifolia Vahl

Die etwas „schlanker“ aussehende, also schmalblättrige Verwandte des „normalen“ Salbei – darum Lavendelsalbei genannt – wurde eingehend in vitro auf ihre Wirkung bei physiologischen Veränderungen den demenziellen Veränderungen untersucht.

Pflanzenfamilie: Lamiaceae (Lippenblütengewächse)

Pflanzenteil: blühendes Kraut

Haupt-Inhaltsstoff(e): circa 20-30 % 1,8-Cineol, knapp 30 % Linalool, bis 8,5 % α-Thujen, je bis 6 % Camphen und β-Thujen, kleine Anteile an diversen Sesquiterpenen, 4 % α- und δ-Terpineol, 2 % Borneol, 0 bis 11 % Bornan-2-on (Campher), Spuren bis 24 % Sabinylacetat

Haupt-Wirkungen körperlich: gemäß diversen Studien möglicherweise Unterstützung und verlangsamend auf die Gedächtnisprobleme bei Morbus Alzheimer aufgrund der balancierenden Wirkung auf Acetylcholin und Acetylcholinesterase

Haupt-Wirkungen seelisch: klärend, konzentrationsfördernd

Besonders effektive Anwendung: als Raumspray, im Riechstift

Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: circa 3 Jahre

Preisniveau: mittel

Einige ätherische Öle können die „Wachzustände“ von dementen Menschen verlängern und/oder vertiefen. Insbesondere das ätherische Öl aus Lavendelsalbei („Spanischer Salbei“) unterdrückt – durch Studien belegt – im Gehirngewebe das Enzym Acetylcholinesterase, welches bei an Demenz erkrankten PatientInnen den ohnehin nur noch spärlich gebildeten Gehirnbotenstoff Acetylcholin abbaut. Es wirkt selektiv hemmend auf die Acetylcholinesterase (in den Hirnregionen, in denen eine Acetylcholinesterase-Aktivität nachgewiesen wurde, sind dies Striatum und Hippocampus).

Eliane Zimmermann AiDA Schule für Aromatherapie

Nicolette Perry

Pionierinnen der britischen Forschung zum Lavendelsalbei sind Nicolette und Elaine Perry (Tochter und Mutter). Elaine ist eine engagierte Neurowissenschaftlerin, die vor ihrem Ruhestand ausgiebig über Demenzen (Alzheimer, Lewy-Körper und gefäßbedingte Demenzformen) forschte, auch Morbus Parkinson, Schizophrenie, Depressionen, Autismus und das Älterwerden beschäftigten sie an der Universität Newcastle in Großbritannien. Insbesondere die Rolle des Acetylcholin, einem entscheidenden Botenstoff nicht nur in unserem Gehirn, war ein wichtiger Aspekt ihrer Forschungen. Zahlreiche ihrer Studien über diesen Themenbereich sind spannend nachzulesen. Unter den ätherischen Ölen mit viel versprechenden Erkenntnissen findet sich immer wieder der spanische Lavendelsalbei (Salvia lavandulifolia), auch der ganz „normale“ Gartensalbei (Salvia officinalis).

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Tochter Nicolette Perry (mehr zu ihr in meinem Konferenzbericht der Botanica2014) befasst sich mit der Chemie der Heilpflanzen und insbesondere mit ihrer Wirkung auf das ZNS (Zentrale Nervensystem). Ihre Leidenschaft übt sie unter anderem in einer führenden Position in einem Botanischen Garten, dem Dilston Physic Garden aus. Ihre Liebe zur Natur kommt in lebhaften und dichten Vorträgen rüber – trotzdem oder gerade deswegen ist die Chemie ein wichtiger Teil von all diesen faszinierenden Prozessen in Pflanze und Mensch. Diese Verbindung drückt sich in einem originellen Logo aus, das auf der ersten Folie ihres Vortrags ihr Motto symbolisierte.

In meinem Artikel Dünger für die Grauen Zellen kann über weitere ätherische Öle zum Thema Demenz nachgelesen werden. Das Öl vom Lavendelsalbei ist erhältlich von

Farfalla

Primavera

Maienfelser

Oshadhi

Florentia (nur Schweiz)

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