Aquilaria malaccensis Lam., veraltetes Synonym: Aquilaria agallocha Roxb

Pflanzenfamilie: Thymelaceae (Seidelbastgewächse)

Pflanzenteil(e): mit Aspergillus infiziertes, lange gelagertes Holz, stark zerkleinert und über viele Stunden/Tage eingeweicht

Haupt-Inhaltsstoff(e): fast nur (größtenteils seltene) Sesquiterpenverbindungen

Haupt-Wirkungen körperlich: zusammenziehend, bei Krampfadern, Hämorrhoiden, erweiterten Äderchen, Prostatawucherungen

Haupt-Wirkungen seelisch: berührt sehr tief, bei alten Ängsten, bei sexuellen Problemen, zur Bewusstwerdung von Träumen

Besonders effektive Anwendung: Massage-/Pflegeöl

Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: lange („ewig“)

Preisniveau: sehr kostbar, gute Qualitäten kaum noch erhältlich

Besuch bei Shoyeido in KyotoAus diesen kostbaren Holzstückchen eines akut bedrohten Baumes, der Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang von einem Aspergillus-Pilz „bearbeitet“ wurde, wird eines der teuersten ätherischen Öle destilliert. Er wächst im tiefsten Dschungel von Vietnam, Kambodscha, Laos und Umgebung.

Das kostbare Öl – die besten Holz-Qualitäten erzielen einen höheren Gramm-Preis als Gold – duftet schwer-erdig: Es hat eine beeindruckend tief gehende Wirkung auf psychische Prozesse, es kann Verborgenes aufwühlen und dadurch zur inneren Heilung und Reifung führen. Die Räucherung mit den Holzstückchen duftet für Laiennasen leichter, feiner.

Der begehrte Duftstoff kann nur gewonnen werden, wenn dieser bis zu 40 Meter hohe Tropenbaum aus der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae) von einem Pilz (u. a. Aspergillus niger) befallen wird und wenn anschließend über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte entsprechende Abwehr- und/oder Heilungs-Reaktionen im Holz stattfinden, die zur Absonderung dieses schweren rauchig-erdigen Duftstoffes führen. Spezialisierte Duftstoffjäger dringen immer tiefer in die Regenwälder Vietnams, Kambodschas, Koreas oder von Laos ein, um infizierte Bäume zu finden. Dabei werden auch (noch) nicht-infizierte Bäume zerstört, da man den Befall nicht unbedingt von außen sieht.

Da das heiß begehrte Agarwood sowohl für die Herstellung von hochwertigem japanischen Räucherwerk unentbehrlich ist als auch – bis zur Erfindung des pharmazeutischen Produktes – als hoch wirksames pflanzliches „Viagra“ galt, muss Aquilaria malaccensis und auch etliche andere Aquilaria-Arten als fast ausgerottet eingestuft werden. Ausführliche Informationen dazu (in englisch) vom britischen Nachhaltigkeitsspezialisten Tony Burfield von Cropwatch.
Aufzucht der Bäume in Plantagen und die Infektion durch Menschenhand haben noch nicht zu befriedigendem Ersatz geführt, der Faktor Zeit kann eben nicht beschleunigt werden. Zudem kann man die Bäume nicht „einfach so“ mit dem Pilz „impfen“, nur 10 Prozent der Bäume erzeugen diese harzartige Substanz. Aus den Holzstückchen von infizierten und gereiften Bäumen wird mit Wasser eine Maische gebildet und diese dann – oft vor Ort mitt