Pimpinella anisum L.

Pflanzenfamilie: Apiaceae (Doldenblütengewächse)

Pflanzenteil(e): Früchte (die winzigen Samen heißen korrekt Früchte)

Haupt-Inhaltsstoff(e): 89,35% trans-Anethol und Anisaldehyd, stark entkrampfend wirksam

Haupt-Wirkungen körperlich: antiviral*, bei Blähungen, vor allem bei seelischer Überforderung

Haupt-Wirkungen seelisch: lockernd, euphorisierend wirken und  Träume „bunter“ werden lassen

Besonders effektive Anwendung: Massageöl und Ölauflage im Bauchbereich (bei Blähungen durch Wärmflasche verstärken!)

Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: circa drei bis vier Jahre

Preisniveau: mittel

Wer schon einmal während eines entspannenden Urlaubs am Mittelmeer ein Gläschen Ouzo, Pernod oder Raki genießen konnte, weiß um die ungemein entkrampfende Wirkung des Hauptinhaltsstoffes der Anisfrucht trans-Anethol auf das Zentrale Nervensystem. In der Aromatherapie ist das ätherische Öl weniger populär, es wird manchmal Anti-Blähungsmischungen beigemischt, in denen es die windlösende Wirkung von Fenchelöl und Kümmelöl unterstützt.

Zudem ist es ein Geheimtipp für Menschen, die sich besser an ihre Träume erinnern möchten: Mit einem Tröpfchen Anisöl auf einem Duftstein am Nachttisch wird bei manchen Menschen die Traumwelt bunter und lebendiger.

Sternanis, Illicium verum Hook.f Illiciaceae

Das fast genau so duftende ätherische Öl stammt von einem mit der Magnolie verwandten Baum, es enthält auch vorwiegend trans-Anethol (bis zu 91 Prozent).

Illicium verum, Sternanis

Es gibt – neben etlichen anderen Illicium-Arten – „chinesischen“ (Illicium verum) und „japanischen“ (Illicium anisatum) Sternanis, deren sternförmige Früchte mehr oder weniger identisch sind, also von Laien nicht unterschieden werden können, Teefirmen benötigen deswegen spezielle Analysen, um sicher zu gehen, dass der richtige in die Tees kommt. Vom mutmaßlichen Verzehr/Genuss von den hübschen Sternchen in Deko/Potpourri/Bastelpackungen sind etliche Vergiftungsfälle in den USA dokumentiert. Die japanische Variante enthält vermutlich mehr cis-Anethol (echtes Anis, Fenchel und chinesisches Sternanis enthalten dreiviertel trans-Anethol) und es scheint noch viel des wirklich toxischen Safrol enthalten zu sein.

Vorsicht
Beide ätherischen Öle können wegen des hohen Anethol-Gehaltes in der Schwangerschaft und bei Endometriose Probleme verursachen. Sie sollten wegen noch nicht eindeutig geklärten Wirkungen auf den Hormonhaushalt nicht bei hormonabhängigem Brust- und Prostatakrebs verwendet werden. Japanischer Sternanis enthält die neurotropisch wirksamen Sesquiterpen-Verbindungen (C-16-Lactone) Veranisatin A, B und C (Nakamura & al 1996), ob diese auch im ätherischen Öl en