Coriandrum sativum L.

Das kältempfindliche Würzkraut liefert zwei ätherische Öle: Die bekanntere und beliebtere Variante wird aus den reifen Früchten und ein ganz anderes – selten erhältliches – aus den petersilienartigen Blättern gewonnen.

Pflanzenfamilie: Apiaceae (Doldenblütengewächse)

Pflanzenteil: Früchter („Samen“, gelegentlich ist auch das ätherische Öl aus dem „wanzenartig“ riechende Kraut erhältlich)

Haupt-Inhaltsstoff(e): über 70 % Linalool, etwas Geranylacetat, etwas Campher

Haupt-Wirkungen körperlich: bei Blähungen und schnupfenbedingten Verschleimungen von Kleinkindern

Haupt-Wirkungen seelisch: ausgleichend, sanft stimmungsaufhellend

Besonders effektive Anwendung: Hautanwendungen, Inhalation, Brustbalsam

Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: circa drei Jahre

Preisniveau: mittel

Der wissenschaftliche Name kommt tatsächlich von koris (griechisch) der Wanze. Sativus bedeutet auf Latein gesät, angepflanzt, es handelt sich also bereits seit langer Zeit um eine angebaute Kulturpflanze. Bei guten und etwas gereiften Qualitäten kann dieser fast blumige Duft etwas an Rosenholzöl erinnern, sodass man ihn als Ersatz für das Öl aus diesem über-ausgebeuteten  Amazonas-Baum verwenden kann. Die Leitsubstanz Linalool ist im letzten Jahrzehnt in den Fokus von Vorsichtsmaßnahmen geraten, dieser Monoterpenalkohol oxidiert schneller als bis dahin bekannt war, darum sollte versucht versucht, linaloolreiche Öle innerhalb eines Jahres nach erstmaligem Öffnen zu verbrauchen, insbesondere wenn sie auf empfindlicher Haut angewendet werden.

Üblicherweise erhalten wir von den meisten Anbietern das fein duftende Samenöl, welches reich an Linalool ist und somit sanft, jedoch deutlich keimtötend wirkt. Es ist ein gutes Öl bei infektiösen Erkrankungen von Kindern und sehr empfindlichen Menschen, denn es kann sogar den Krankenhauskeim MRSA vertreiben und auch die antimykotische Wirkung wurde erfolgreich nachgewiesen. In einer portugiesischen Studie konnte nachgewiesen werden, dass Koriandersamenöl insbesondere gegen diverse Candida-Arten wirksam ist [Soares BV, Morais SM, dos Santos Fontenelle RO, Queiroz VA, Vila-Nova NS, Pereira CM, Brito ES, Neto MA, Brito EH, Cavalcante CS, Castelo-Branco DS, Rocha MF. Antifungal activity, toxicity and chemical composition of the essential oil of Coriandrum sativum L. fruits. Molecules 2012; 17: 8439–8448].

Eine deutliche Wirkung gegen Candida-albicans-Befall in der Mundhöhle konnte auch belegt werden [Furletti VF, Teixeira IP, Obando-Pereda G, Mardegan RC, Sartoratto A, Figueira GM, Duarte RM, Rehder VL, Duarte MC, Höfling JF. Action of Coriandrum sativum L. essential oil upon oral Candida albicans biofilm formation. Evid Based Complement Alternat Med 2011; 2011: 985832] Zudem wirkt Koriandersamenöl  blähungswidrig, insbesondere wenn Bauchschmerzen aus Stress-Gründen verursacht wurden. Es ist klassischer Bestandteil eines Vier-Winde-Öles.

Das ätherische Öl aus den Blättern verdankt seinen ungewöhnlichen und gewöhnungsbedürftigen Geruch durch unterschiedlichste aliphatische Aldehyde: 21,25 % 7-Dodecanal, 16,25 % Dodecanal, 10 % Decanal, 9,25 % 9-Tetradecanal, es enthält nur knapp 20 % Linalool.

Koriandersamenöl ist bei den meisten deutschsprachigen Anbietern erhältlich, so in feinster Demeter-Qualität bei Farfalla, auch bei Feeling kann es bestellt werden.

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