Vanilla planifolia Jacks. ex Andrews

Die Gewinnung ist sehr aufwändig, die braunen Schoten können nicht destilliert werden, man erhält immer einen Extrakt mit Branntwein (Bioalkohol), es gibt also kein natürliches ätherisches Öl aus den Vanilleschoten, gelegentlich ist ein zähflüssiges Absolue zu finden.

Pflanzenfamilie: Orchidaceae (Orchideengewächse)

Pflanzenteil: getrocknete und fermentierte Früchte (Schoten)

Haupt-Inhaltsstoff(e): Vanillin (aromatisches Aldehyd)

Haupt-Wirkungen körperlich: schmerzlindernd, entkrampfend, unterstützt die körpereigenen „Glückshormone“ (beeinflusst Dopamin, an dessen Aufbau Vanillin beteiligt ist)

Haupt-Wirkungen seelisch: aufrichtend, stimmungserhellend, schlaffördernd,

Besonders effektive Anwendung: Raumspray, Körperöl, in der Küche

Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: 3-4 Jahre

Preisniveau: kostbar

Den getrockneten Früchten/Schoten dieser Orchideenart entströmt ein wohlig-warm-süßer Duft, den fast alle Menschen lieben. Die Vanillepflanze stammt aus Mexiko, wo auch ihr einziger Bestäuber heimisch ist, ein zarter Kolibri (Vogel) und ein paar auf diese Orchidee spezialisierte Insekten. Die Pflanze war schon vor Jahrhunderten begehrt, wurde exportiert und in anderen Ländern angebaut. Doch die Fruchtbildung blieb aus. sie Das Züchten von Vanille auf Inseln im Indischen Ozean war erst von Erfolg gekrönt, als 1836 herausgefunden hatte, wie sich die gelblich-weißen Blüten künstlich bestäuben lassen. Dafür ist extrem mühsame Handarbeit erforderlich: Es wird von Menschenhand einzeln mit Holzstäbchen bestäubt.

Der Haupt-Inhaltsstoff Vanillin ist in der Muttermilch enthalten, er hat eine strukturelle Ähnlichkeit mit „Gehirnhormonen“, die happy machen. Der französische Kinderarzt Luc Marlier machte spannende Beobachtungen über den Einfluss von Gerüchen auf das Wohlbefinden und die Überlebensrate von zu früh geborenen Babys. Er zeigte auf einer Konferenz einen Videoclip, in dem wir erkennen konnten, dass ein Frühchen eindeutig auf einen schlechten Geruch reagieren kann (Buttersäure), dem das Kind für 10 Sekunden (auf einem Wattestäbchen wenige cm vor der Nase) exponiert war. Der Gesichtausdruck zeigte Missempfinden, vielleicht sogar Entsetzen, jedenfalls Unruhe.

Ganz anders reagiert das winzige Menschlein, wenn es einen Hauch echter Vanille zu schnuppern bekommt. Entspannung der Gesichtszüge und kleine Schmatzerchen sind die nonverbale Sprache. Leider bekommen hospitalisierte Babies täglich, ggfs über wochenlang, einen erschreckenden Cocktail an chemischen, teils stechenden Gerüchen, zugemutet. Dahingegen konnte beobachtet werden, dass ein zarter Wohlgeruch die Gefahr der Atemaussetzer (Apnoe) von Frühgeborenen deutlich reduzieren kann. Ganz ohne die üblichen Gaben an Koffein/Theophyllin.

Jeder deutschsprachige Anbieter führt diesen Must-Have-Wohlfühlduft im Sortiment, der Grad der Verdünnung, und damit der Preis, kann stark voneinander abweichen. Zudem stiegen die Weltmarktpreise für Vanille in den letzten Jahren um astronomische Werte, 2020 fielen sie allerdings wieder ein wenig.

Circa 20 Exporteure bestimmen über die Ausfuhr des begehrten Duftes aus Madagaskar, somit bestimmen sie auch den Weltmarktpreis. Die Insel östlich von Afrika liefert zwischen 60 und 80 Prozent der braunen Schoten, Noch vor wenigen Jahren befand sich der Vanillepreis auf einem Tiefststand. Zwischen 2000 bis 2013 kostete ein Kilo nur 15 Dollar. Darum gaben viele Bauern diese mühsame Arbeit und vernachlässigten die Plantagen mit diese besonderen Rankpflanze. Die Nachfrage nach natürlicher Vanille stieg extrem, insbesondere weil große Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé und Unilever mit dem natürlichen Aroma warben. Dann verwüstete im März 2017 ein Zyklon weite Teile der verbleibenden Plantagen.

Der Kilopreis erreichte bald circa 600 US-Dollar pro Kilogramm, mehr als die gleiche Menge Silber. Die Dramen rund um diesen unseren Dopaminspiegel beeinflussenden Naturduft können in