Alle HauptBESTANDTEILE von ätherischen Ölen (z.B. 1,8 Cineol [Eukalyptol], Linalool, Santalol, Linalylacetat, Vanillin) können synthetisch hergestellt werden, diese Moleküle werden dann „naturidentisch“ genannt, sie sind exakte Nachbauten.

“Duftöle”, “Parfümöle” und fast alle „Aromaöle“ entspringen der Phantasie des Parfümeurs, auch wenn sie sich teilweise an natürlichen Düften orientieren. Sie bestehen nur oder hauptsächlich aus einigen duftgebenden Molekülen der namensgebenden Riechstoffe. Die oft entscheidenden „Mini-Inhaltsstoffe“ fehlen. Denn auch wenn sie noch so „echt“ riechen, enthalten sie nur wenige pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe, weswegen sie – zumindest die billigen, überall erhältlichen Ausgaben – therapeutisch zweifelhaft sind.

Würde versucht werden, ganz nah an die vielfältige Zusammensetzung des Originals heranzukommen, wäre das Produkt aus dem Labor um ein Vielfaches teurer als das natürliche Öl. Das leisten sich allenfalls große Parfumfirmen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Naturidentische Öle sind eine Variante der synthetischen Öle.

Auf der psychologischen Ebene können sie durch Erinnerung an wirksame Gerüche bisweilen durchaus etwas bewirken. Doch im Sinne der Naturheilkunde sind sie „tote Stoffe“. Und auf einer subtilen Ebene fühlt sich der Mensch meistens durch die künstlichen Geruchstoffe gestört, man denke nur an Parfümschwaden, die einen am Morgen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder am Abend im Kino belästigen können. Bei Dauerbeduftung mit solchen Produkten (die meisten Duftkerzen, Stäbchenbedufter, elektische Bedufter etc) in geschlossenen Räumen können insbesondere Kleinkinder und Haustieren negativ reagieren. Insbesondere das Körpersystem der Kinder muss sich ohnehin mit viel zu vielen Riechstoffen in Waschmitteln,Weichspülern, Putzmitteln etc auseinandersetzen.

 

Neuere Forschungen zeigen zudem, dass sich viele synthetische und „naturidentische“ Stoffe im menschlichen Gewebe anlagern und das hormonelle sowie das Immunsystem schwächen können. Es wird vermutet, dass dafür die darin bis zu zwei Prozent enthaltenen CHLORIERTEN Restsubstanzen verantwortlich sind.

Typische Vertreter der “Mogel-Öle” sind Duft-Öle von Flieder, Maiglöckchen, Freesie, Geißblatt, Lilie, Apfelblüte, Veilchen(blüte), Gardenie (gibt es als hervorragendes Mazerat), Lindenblüte (gibt es bislweilen als Absolue, das jedoch völlig anders duftet), Reseda, Kokos (gibt es bislweilen als CO2-Extrakt) und alle derzeit in der Kosmetik aktuellen Fruchtdüfte wie Melone, Kiwi, Himbeer, Erdbeere, Aprikose etc.

Eine Liste der Bio-Öle-Anbieter, deren GründerInnen und GeschäftsführerInnen ich teils bereits seit über zwei Jahrzehnten kenne und schätze, ist auf der Seite Öleanbieter nachzulesen.

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