Gardenia jasminoides J.Ellis

Den extrem schweren jasmin-ähnlichen Gardenienduft erhalten wir nicht als reines ätherisches Öl, auch nicht als Absolue, sondern nur durch Enfleurage gewonnen. Bei Maienfelser gibt es – immer wieder solange der Vorrat reich – das konzentrierte Gardenien-Enfleurage-„Öl“, diese seltene Kostbarkeit kommt auch aus Kolumbien. Damit kommt man sehr weit, der betörende Duft ist extrem schwer und wird entsprechend super-sparsam dosiert. Gardenienduft ist auch als Mazerat in Kokosöl namens Monoï Tiaré erhältlich (wobei dieses meistens mit der Verwandten Gardenia tahitensis hergestellt wird. 

Ich bin mit dem Duft von Gardenien und den anmutigen betörend parfümierten Blüten seit meiner Kindheit bestens vertraut. In meiner damaligen Heimat Süd-Brasilien wachsen Gardeniensträucher „einfach so“ in Vorgärten, Parks und auch entlang von vielen Straßen. Der ungewöhnlich intensive Duft jeder einzelnen rosenähnlichen Blüte ist betörend und jasmin-artig.

Im Jahr 2010 machten die Ergebnisse einer streng wissenschaftlich durchgeführten Untersuchungsreihe an mehreren hundert Riechstoffen die Runde durch die Presse. Seitdem erhalte ich erstaunlich regelmäßig Anfragen zu diesem schweren Duft, den es als natürliches ätherisches Öl oder Absolue jedoch nicht gibt. Vielmehr gibt es gruselige billige Fälschungen in Hülle und Fülle. Die betroffenen Menschen leiden an den unterschiedlichsten Schlafstörungen und suchen Hilfe.

In synthetischer Form wurde die angstlindernde Wirkung dieses einzigartigen Duftstoffes (Vertacetal-coeur [VC] und die chemische Variante [PI24513]) untersucht und mit Propofol und anderen Barbituraten verglichen. Freilich würde diese Wirkung in einem klinischen Versuch am lebenden System Mensch nicht so ausgeprägt ausfallen. Eine der Arbeiten des Teams von Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt ist hier nachzulesen.

Dieser konnte im Labor die GABA-Wirkung (entspannende wirkende Nervenbotenstoffe) um mehr als das fünffache steigern und wirken somit ähnlich stark wie die bekannten Medikamente. Über die Interaktion von oben genannten Gardenien-Molekülen und diesen für unsere Entspannung so wichtigen GABA-Rezeptoren (für die gamma-Aminobuttersäure) schrieb ich diesen Artikel.

Diese nun vor über einem Jahrzehnt gewonnenen Erkenntnisse brachten Cornelia Dähling aus Köln – sie war ärztlich geprüfte Aromapraktikerin – auf die Idee, ein schlafförderndes Körperöl zu entwickeln, ihre erste Reihe „Zur Nacht“ entwickelte Cornelia zusammen mit einem Schlafmediziner aus Köln. Der Name ihrer kleinen Firma heißt sehr passend Óleus. Ich durfte das sehr sparsam anzuwendende fein duftende Körperöl eine zeitlang testen, denn ich bin eine gute Kandidatin für diese lästige (und im Extremfall sogar sehr ungesunde) Beschwerde. Die enthaltenen stark entspannend wirksamen, Anspannungen lösenden und angstlindernden Moleküle verhelfen also zu besserem Schlaf. Enthalten in den feinen Óleus-Produkten.

Das auch in der Gardenie enthaltene α-Farnesen duftet sozusagen „grünlich-frisch“. Es wird auch von Feuerameisen als Pheromon zur Markierung ihrer Weges gebildet und eingesetzt, so wird Verlaufen verhindert und der Zusammenhalt der Gruppe gesichert. Dieses Duftmolekül macht auch den Duft von grünen Äpfeln aus und prägt den Duft der Gardenienblüte. Ich schrieb darüber im Zusammenhang mit der Verstärkung von Medikamenten, die bei Covid-19 eingesetzt werden. α-Farnesen interagiert mit Schlüsselproteinen des 2019 auftretenden schweren akuten respiratorischen Syndroms Coronavirus 2 (SARS-CoV-2). Denn ätherische Öle zeigen sich immer wieder als vielversprechende antivirale Mittel gegen unterschiedlichste pathogene Viren.

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