Photosensibilierung und Phototoxizität

Folgende ätherische Öle können – laut Robert Tisserand – bei einer Verdünnung über dem angegebenen Wert starke verbrennungsartige Hautreizungen verursachen, wenn die damit behandelte Haut ultravioletten Strahlen ausgesetzt wird (Sonne oder Solarium):

Angelica archangelica Angelikawurzel 0,78%
Citrus bergamia Bergamotte 0,4%
Citrus aurantifolia Limette 0,7%
Citrus aurantium Bitterorange 1,4%
Citrus limon Zitrone 2%
Citrus paradisi Grapefruit 4%
Cuminum cyminum Kreuzkümmel 0,4%
Levisticum officinale Liebstöckel
Lippia citriodora Zitronenverbene
Petrosellinum sativum Petersilie
Ruta graveolens Raute 0,78%
Tagetes tenuifolia Tagetes 0,05%

Die ätherischen Öle von Orange, Zitrone, Grapefruit und Mandarine gelt nicht mehr als photosensibilisierend, wenn „vernünftige“ Dosierungen verwendet (unter 3 Prozent Verdünnung in Pflanzenölen).

Verantwortlich für die phototoxische Wirkung in ätherischen Ölen sind Psoralene, auch Fur(an)okumarine: z. B. Bergapten, Xanthotoxin, Bergamottin, Bergaptol, Oxypeucedanin. Die besondere chemische Struktur der Psoralene ermöglicht es, den Melanozyten in der Haut (das sind die brauenen Zellen, die dunkel werden, wenn wir uns im Sommerurlaub bräunen) UV-Photonen zu absorbieren, sie eine Zeit lang in der Haut zu lagern, um sie dann schlagartig freizusetzen. Das führt zu verbrennungsartigen Hautreizungen, wegen denen immer wieder Menschen stationär behandelt werden müssen.

Psoralene werden absichtlich in der Phototherapie der wegen Psoriasis geschädigten Haut eingesetzt, da die Haut dann die heilenden Lichtstrahlen besser ausnutzt. Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es auch “Sonnenschutzmittel”, die Psoralene enthielten, um eine bessere Bräune erzielen zu können.