Sorry, liebe AbonnentInnen, die Tücken der Technik verschickten diesen Beitrag unfertig in die weite Welt, nun kommt der eigentliche Beitrag über Beispiele, wie im wundersamen Dialog mit Duftpflanzen entstehen können. Ich entschuldige mich für die doppelte Mail.

Als ich aus meinen selbst ausgedruckten und laminierten Psycho-Aromatherapie-Karten eine „echte“ Version in einer Druckerei herstellen ließ, ahnte ich nicht, wie viel Freude sie manchen Menschen bereiten würden. Auch die manchmal tränenreichen Reaktionen auf eine spontan gezogene Karte waren bislang sehr berührend.

Der Anlass, sie vom Unterrichtsmaterial zu einem ästhetischeren „Duft-Schätzchen“ zu verwandeln war diese rechts stehende Karte (die hier leider viel zu grell erscheint). In einem ziemlich großen Kurs zur Psycho-Aromatherapie vor vielen Jahren legte ich alle Karten mit der Foto-Seite nach unten, wie bei einem Memory-Spiel. Wir standen einige Minuten um dieses „Karton-Mosaik“, um dann nach kurzem Schweigen und Anschauen der Rückseite der Karten, jeweils eine zu ziehen. Eine der Kursteilnehmerinnen fing beim Umdrehen und Anschauen ihrer Karte sofort an schluchzend zu weinen. Wir ließen sie zunächst in Ruhe, wir tauschten unsere jeweils gezogenen Duftpflanzen samt den Affirmationen auf den Karten aus.

Nach circa einer halben Stunde fragte ich die traurige Frau ganz vorsichtig, ob sie uns mitteilen wolle, welche Karte sie gezogen hatte und was in ihr passiert sei. Sie erzählte uns, dass ihre Mutter kürzlich verstorben sei. Das letzte Geschenk der Tochter, welches die Mutter noch wirklich erkennen konnte und worüber sie noch große Freude ausdrücken konnte, war ein Blumentöpfchen mit einer Melissenpflanze, die sie sehr liebte. Bei dieser Erinnerung zieht wieder genau diese Gänsehaut auf, die wir wohl alle empfanden, als die nun erleichterten Tränen der Kursteilnehmerin trockneten. Denn grundsätzlich empfand sie diese „Begegnung“ wie einen letzten Gruß ihrer Mama, wie einen Hinweis „mir geht es gut“. Immerhin war es eine aus 40 unterschiedlichen Karten!

Solche Situationen passieren zwar nicht oft, jedoch immer wieder. Sie entstehen wohl aufgrund einer Offenheit der betreffenden Menschen: für die Pflanzen, ihre Düfte und auch für die jeweilige Affirmation.  Diese eher nicht „kopfgesteuerten“ Eindrücke lassen sie auf sich einwirken und erspüren eine Reaktion aus ihrem Inneren. Wer solche Reaktionen auf Duftmoleküle noch nicht erleben durfte, wird das für „esoterischen Humbug“ halten. Das kann ich gut verstehen! Doch ich blicke inzwischen auf einen privilegierten Schatz an solchen Begegnungen zurück. Manchmal glaube ich es fast selbst nicht, was der Dialog mit Naturdüften bewirken und veranlassen kann. Meine liebe Kollegin Christine Lamontain, die das erste Mal seit sechs Jahren dieses Jahr nicht bei mir ihren faszinierenden Kurs der Duftkommunikation hielt, beschreibt ein weiteres, sehr bewegendes Beispiel in ihrem Blogbeitrag über den Duft der Rose und das tanzende Mädchen.

Wir Menschen reagieren insbesondere auf Riechmoleküle, die winzige Spuren von Stickstoff und/oder Schwefel enthalten. Ruth von Braunschweig erzählte schon in den frühen Jahren der deutschsprachigen Aromatherapie, dass vermutlich die Moleküle, die wir nie oder selten auf den üblichen gaschromatografischen Analysen der Naturdüfte vorfinden, eine deutlich wahrnehmbare psychische Reaktion auslösen können. Auch betonte sie, dass hoch verdünnte Anwendungen in der emotional ausgerichteten Aromatherapie effektiver wirken können als die derzeit modernen „Schüttgut-Anwendungen“ mit erschreckend überdosierten ätherischen Ölen (die zudem die feinen fettähnlichen Membranen unserer Nerven- und Hautzellen schädigen können).

Eine Folie aus dem Web-Seminar ‚Soulfood‘

Diese Macht der pflanzlichen Duftmoleküle wundert mich inzwischen nicht mehr, denn in manchen Fällen ähnelt ihre Molekülstruktur unseren „Happy-Hormonen“ auf verblüffende Weise, beispielsweise dem Serotonin. Das ist der Neurotransmitter, nach dem wir uns alle sehnen. Er macht uns fröhlich, ausgeglichen, zufrieden und rundum happy. Unser uraltes „Riechhirn“, also Teile des Limbischen Systems, sind mit strukturgleichen Rezeptoren ausgestattet wie viele Pflanzen und auch wie viele Insekten. Somit können wir die pflanzlichen „Happy-Hormone“, die im Pflanzen- und Insektenreich jedoch andere Aufgaben haben, für unser Seelen-Gleichgewicht nutzen. Im Fall von emotionalen Achterbahnen können die passenden Duftmoleküle – die Nase soll sie aussuchen – für eine wohltuende Stabilisierung sorgen.

Ein Universal-Riechmolekül ist beispielsweise die „Stinkersubstanz“ Indol. Diese Gruppe von Mikro-Bausteinen reguliert in unserem Nervensystem unsere Stimmung. Indol „benachrichtigt“ auch die unteren Blätter einer Maispflanze, dass die oberen Blätter gerade von einem Fraßfeind angegriffen werden. Es führt viele Insekten und auch unsere Haustiere „an der Nase entlang“.

Wir Menschen hassen es, wenn Indol hoch konzentriert in Pflanzen vorkommt, dabei spielt dieses Molekül eine wichtige Rolle im Stoffwechsel unseres Gehirns. Viele von uns lieben es jedoch, wenn Indol beispielsweise im Jasminduft nur als feinster Duftschleier vorkommt. Die Aminosäure Tryptophan (in Haferflocken und Cashewnüssen) ist eine strukturverwandte Substanz und gleichzeitig ein wichtiger Grundbaustein, damit wir immer mit ausreichend Serotonin und Melatonin versorgt sind. 

Solche und noch viele weitere Beispiele zeigen wir im unterhaltsam gestalteten Web-Seminar Soulfood (Dienstag 9. Juni 2020). Dazu gibt es – wie immer – zahlreiche Rezepte und im Anschluss ein ansprechend gestaltetes Handout als PDF-Datei sowie inzwischen auch zuverlässig den Link zur Aufzeichnung (zunächst gab es bei der deutschen durch die Coronakrise völlig überforderten Web-Seminar-Plattform erhebliche Störungen). Zwei Folien aus diesen 90 Minuten seht Ihr hier.

Eine Folie aus dem Web-Seminar ‚Soulfood‘

Die oben vorgestellten 40 ästhetisch gestalteten Karten im Tarot-Format mit leicht abgerundete Ecken zeigen naturgetreue Abbildungen von 40 Duftpflanzen, die einen deutlichen Einfluss auf die emotionale Innenwelt haben können, indem sie vor allem stimmungsaufhellend und beruhigend wirken, sie sind in unserem Shop bestellbar.

Einige weitere Beispiele:

  • Adlerholz
  • Benzoe
  • Bergamotte
  • Ginger Lily (Ingwerlilie)
  • Immortelle
  • Magnolienblüte
  • Mandarine
  • Muskatellersalbei
  • Neroli
  • Palo Santo
  • Petit Grain
  • Patchouli
  • Rose
  • Rosengeranie
  • Tonkabohne
  • Vetiver
  • Zeder

Die Karten könnten Hilfe zum Beantworten einer emotional relevanten Frage sein oder ein Tagesmotto aufzeigen, sie könnten auch als Hilfe beim intuitiven Aussuchen eines Naturduftes diesen. Insbesondere in Bereichen, wo Sprache nicht ausreichend ist, haben sie sich bewährt:

  • Bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen
  • Bei Menschen, die beispielsweise den Verlust ihrer Heimat und Muttersprache betrauern
  • Bei Menschen, sie extrem kopflastig sind
  • Bei Menschen, die Trauer, Schmerz und Trauma überwinden möchten
  • Bei Menschen in der Reha, wenn Sprache und Kommunikation schwer fällt
  • Bei Menschen mit demenziellen Veränderungen, um alte Erinnerungen und das Langzeitgedächtnis zu reaktivieren

Auch das dazu passende Plakat kann Inspirationen zum intuitiven Umgang mit ätherischen Ölen und Absolues geben: Starke Helfer für Herz und Seele. 17 stimmungsaufhellende Duftpflanzen präsentieren sich in einem Gute-Laune-Design, das in einem schönen A2-Rahmen Ihre Praxis, Ihre Wohnung, Ihren Arbeitsplatz verschönern kann. Auch als kleine kalorienfreie Aufmerksamkeit 😉 , eventuell durch einen feinen Duft ergänzt, sind unsere Plakate geeignet. Kleine Erläuterungen geben Hintergründe zu einigen Wirkweisen von Duftmolekülen: beispielsweise können sie wie Nerven-Botenstoffe an bestimmte Rezeptoren in unserem Nervensystem andocken. Das Plakat kann einzeln oder im preisreduzierten Bundle zusammen mit den Karten bestellt werden.

Am 16. Juni, mitten im Rosen-Monat, bieten wir ein ergänzendes kostenloses Web-Seminar an: Im Dialog der Rose. Wir stellen die vielen Möglichkeiten vor, wie Rosenblüten und auch die wertvollen Kernchen in ihren Früchten pflegen und sogar therapieren können. Rosen-Absolue, Rosenydrolat, ätherisches Rosenöl, Hagebuttenkernöl, Wildrosenknospen-Gemmomazerat – die Vielfalt ist groß. Wir vergleichen in diesen 45 Minuten die unterschiedlich wirksamen Produkte, zeigen schöne Bilder verraten wieder einige Rezept-Tipps und auch Links zu unterschiedlichen Adressen. Zur Rose, der Königin der Blumen, entstand übrigens unser erstes Plakat, denen inzwischen zahlreiche weitere, ganz unterschiedliche Exemplare gefolgt sind.