Bitte um Beachtung: Ich, die Autorin dieses Blogs, bin nicht mit der Herstellerfirma von Lasea verbandelt. Ich kann an dieser Stelle keine therapeutisch-medizinischen Fragen beantworten, diese Seite ist auch KEIN Frage-Anwort-Forum, sorry. Bei Fragen zu Wechselwirkungen und erweiterten Einsatzgebieten bitte direkt an den Hersteller wenden, hier die Bitte des zuständigen Arztes Dr. Weber: Um Ihnen weiterhin alle Ihre Fragen schnell und kompetent beantworten zu können, bitten wir Sie, ab sofort alle Ihre Fragen, die das Produkt Lasea betreffen, direkt an unsere Service-Adresse für Lasea zu stellen. Diese lautet: „info@lasea.de“. Alternativ können Sie auch die Adresse „info@spitzner.de“ verwenden. Unser wissenschaftliches Team wird Ihre Fragen i. d. R. innerhalb eines Arbeitstages beantworten. Wichtige Informationen sowie die Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie auch auf der Website von LaseaAuch in einem seriösen Diskussionsforum können Sie um andere Erfahrungen bitten, beispielsweise bei Facebook oder bei XING (kostenlose Anmeldung erforderlich).

Korrigierte Version: Seit Anfang Februar 2010 gibt es ein Produkt aus Kapseln, welche mit einem speziellen Lavendelöl gefüllt sind (besonders hoher Gehalt an Linalyacetat). Laut einer Studie von Prof. Siegfried Kasper (Medizinische Universität Wien), die im vergangenen September auf einem Phytotherapie-Kongress veröffentlicht wurde, kann sich dieses Mittel (Zubereitungsname ‚Silexan‘, registrierter Handelsname ‚Lasea‘) mit Lorazepam, das normalerweise als Anxiolytikum (gegen Ängste) verschrieben wird, ohne Probleme messen, nur dass es kaum Nebenwirkungen habe (eventuell Aufstoßen mit Lavendelgeschmack und leichte Magen“unruhe“).

Die Indikation lautet: Unruhezustände und ängstliche Verstimmung bei Erwachsenen (ab 18 Jahre, für Kinder gibt es noch keine Erkenntnisse über die Verträglichkeit). Laut Prof. Kasper wurde diese Zubereitung in mehreren Studien an über 700 Erwachsenen getestet.

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Bei Versandapotheken wie DocMorris und sogar bei Amazon sind die Kapseln deutlich preiswerter erhältlich, bei Erstbestellung und (später) bei über 20 Euro ist der Versand portokostenfrei.

Korrektur von Dr. Weber, Spitzner Arzneimittel: Silexan (das spezielle Lavendelöl in Lasea) wirkt in seinen therapeutischen Dosen (bestimmungsgemäßer Gebrauch) nicht über das GABA-System. Es wirkt ganz offensichtlich, ähnlich dem synthetischen, bei generalisierter Angststörung zugelassenen Wirkstoff Pregabalin, über eine Hemmung präsynaptischer Calcium-Kanäle, wie Prof. Dr. Walter Müller vom Biozentrum am Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaftler in Frankfurt a. M. in seinen Untersuchungen festgestellt hat. Es zeigten sich auch klinisch keinerlei Hinweise für eine Beeinflussung des GABA-Systems.
Insofern muss der Kommentar von Herrn Schneider hier korrigieren werden. Die Aussage in der Deutschen Apotheker-Zeitung ist somit korrekt!

Zwar gibt es einige Hinweise für Interaktionen von Lavendelöl und Linalool mit GABA-A-Rezeptoren, die wohl in erster Linie durch eine Modulation der Aktivität und weniger durch eine direkte Bindung verursacht werden. Diese wurden aber grundsätzlich nur bei Konzentrationen deutlich oberhalb von 10 Mikrogramm / Milliliter beobachtet. Zum Vergleich: die maximalen Plasmakonzentrationen von Linalool bei der therapeutischen Anwendung von Lasea liegen bei durchschnittlich etwa 40 Nanogramm / Milliliter und somit 250fach unterhalb dieser Konzentration.

Weiterhin schreibt Herr Schneider: „Laut Prof. Kasper wurde diese Zubereitung an 700 Erwachsenen getestet und mit Lorazepan, ein Benzodiazepin, verglichen.“ Die (Gesamt-)Zahl 700 kann sicherlich richtig sein, jedoch ist sie in diesem Satz nicht korrekt. Die Studie, in der Lasea und Lorazepam vergleichen wurden, umfasste 77 Probanden (59 Frauen, 18 Männer; Alter 21-65) und die andere (Phase II) Studie, die sie erwähnen, umfasste 47 Probanden (39 Frauen, 8 Männer; Alter 18-70).“

Mein Kommentar:
Die Probandenzahl liegt im Rahmen unseres nach wie vor laufenden Studienprogramms bei inzwischen ca. 1500 Patienten. Die referenzkontrollierte Studie gegen Lorazepam umfasste insgesamt 78 Patienten. Die erwähnte Phase II – Studie umfasste insgesamt 50 Probanden zwischen 28 und 65 Jahren mit den Diagnosen Neurasthenie (ICD 10 F48.0), posttraumatische Stresserkrankung (PSE; F43.1) oder Somatisierungsstörung (F45.0, F45.1)“.

[Woelk H, Schläfke S. A multi-center, double-blind, randomised study of the Lavender oil preparation Silexan in comparison to Lorazepam for generalized anxiety disorder. Phytomedicine (2010) Vol 17(2);94-99].

Das Produkt führt nicht zu einer Gewöhnung, kann langfristig eingenommen werden und wirkt nicht sedierend, ist also für Autofahrer geeignet. Seine optimale Wirkung entfaltet es erst nach zwei Wochen und führt danach sogar zu einem verbessertem Schlaf, was für angstgeplagte Menschen auch eine Erleicherung sein kann.

Bereits 2007 wurde eine klinische Phase II Studie, die von der Charité in Berlin und der Firma Schwabe durchgeführt wurde, veröffentlicht. Es wurden 47 ProbandInnen (39 Frauen, 8 Männer; Alter 18-70) sechs Wochen lang mit Lasea behandelt, sie litten unter Neurasthenie (totale Erschöpfung), Postraumatischen Störungen und psychosomatischen Berschwerden, die Verbesserungen waren signifikant. [Stange R, Schaper S, Uehleke B, Dienel A, Schlaefke S. Phase II study on the effects of lavender oil (Silexan) in patients with neurasthenia, post-traumatic stress disorders or somatisation disorder. Focus Altern Complement Ther 2007; 12: 46].

Dass Lavendelöl eingenommen – oder sogar feinschmeckerisch genossen – werden kann, wissen wir übrigens spätestens seit Maria Kettenring’s leckeren Lavendel-Eiscreme-Rezept!

Ich freue mich, dass angstgeplagte Menschen nun eine Alternative zur Verfügung stehen haben oder zumindest eine Ergänzung zu den Beruhigungs-Hämmern, die sie abhängig machen können.

PS vom 13. September 2010: Herr Dr. Weber von Spitzner Arzneimittel hat freundlicherweise alle besorgten Patienten, die „Benzos“ einnehmen (müssen), nochmals eine Erläuterung geschrieben (stellvertretend für Stefan):

Guten Tag, Stefan,

ein wenig weiter oben (siehe Eintrag vom 19. Juli) habe ich zu der diesbezüglich falschen Darstellung von Herrn T. Schneider Stellung genommen. Ich zitiere aus meiner Stellungnahme: „Zwar gibt es einige Hinweise für Interaktionen von Lavendelöl und Linalool mit GABA-A-Rezeptoren, die wohl in erster Linie durch eine Modulation der Aktivität und weniger durch eine direkte Bindung verursacht werden. Diese wurden aber grundsätzlich nur bei Konzentrationen deutlich oberhalb von 10 Mikrogramm / Milliliter beobachtet. Zum Vergleich: die maximalen Plasmakonzentrationen von Linalool bei der therapeutischen Anwendung von Lasea liegen bei durchschnittlich etwa 40 Nanogramm / Milliliter und somit 250fach unterhalb dieser Konzentration.“

Sie müssten also mindestens 250 Kapseln LASEA zeitgleich einnehmen, um einen Linalool-Blutspiegel zu erreichen, der ggf. zu Interaktionen mit dem GABA-Rezeptor führen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Thomas Weber, Wissenschaftlicher Leiter, Spitzner Arzneimittel

Foto Lavendel und Schmetterling: Sabrina Herber Vivere Aromapflege