Diese zart-pelzige Pflanzenschönheit ist durch Annette Maria Böhm als Flower of Change bekannt geworden und ist somit wohl die einzige individuelle Pflanze, die eine eigene Website hat. Die Blätter der in Indien geschätzten Heilpflanze Coleus amboinicus (Lour) Spreng (oder Plectranthus amboinicus, Harfenstrauch, Familie der Lippenblütengewächse) werden für und gegen zahlreiche Leiden eingesetzt, dort wird die Pflanze „Indian Borage“ genannt. Beim deutschen Kräuterversender Rühlemanns trägt die Pflanze den auch oft verwendeten Namen Jamaicathymian.

Wie bei vielen stark duftenden Lippenblütengewächsen gibt es unterschiedliche Chemotypen (chemische Rassen), so dass sowohl die lebendige Pflanze als auch das ätherische Öl recht unterschiedlich duften können. Ihr ätherisches Öl (weiß jemand, wo es erhältlich ist???) enthält je nach Quelle und Ursprungsland

  • zwischen 21,66 und 94,3 Prozent Thymol (stark antiseptisch, schmerzlindernd)AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann
  • und/oder 28,65 Prozent Carvacrol (stark antiseptisch, schmerzlindernd)
  • α-Humulen (9.67%, entzündungswidrig, krampflösend, immunmodulatorisch)
  • Undecanal (8.29%)
  • γ-Terpinen (7.76%, leicht antiviral, beruhigend)
  • para-Cymen (0,3-6.46%, schmerzstillend)
  • Caryophyllenoxid (5.85%, evtl. hautreizend)
  • α-Terpineol (3.28%, antibakteriell)
  • β-Selinen (2.01%, immunmodulatorisch)
  • 1,8-Cineol (0,8%, schleimlösend, entzündungswidrig, konzentrationsfördernd)

Sechs dieser Inhaltsstoffe machen gut 97 Prozent des ätherischen Öles aus.

Traditionell werden die zart behaarten sukkulenten (fleischigen) Blätter nicht nur zur Aromatisierung von Speisen eingesetzt, sondern bei allerlei Leiden: Lebererkrankungen, Nieren- und Blasensteinen, Husten, Asthma, Schluckauf, Bronchitis, Würmern, Koliken und sogar gegen die Fieberschübe der Malaria [Kaliappan ND, Viswanathan PK. Pharmacognostical studies on the leaves of Plectranthus amboinicus (Lour) Spreng. Int J Green Pharm 2008;2:182-4].

AiDA Aromatherapy Eliane ZimmermannLaut einer Studie zeigt das ätherische Öl gleichzeitig eine abtötende Wirkung gegen die Larven der Anopheles-Mücke, welche das gefürchtete Tropenfieber Malaria auslöst. [Annadurai Senthilkumar, Venugopalan Venkatesalu. Chemical composition and larvicidal activity of the essential oil of Plectranthus amboinicus (Lour.) Spreng against Anopheles stephensi: a malarial vector mosquito. Parasitology Research, Vol 107; 5, 1275-1278].

Das Öl wurde in einer weiteren Studie gegen unterschiedlichen Pilzbefall auf Lebensmitteln (Aspergillus flavus, Aspergillus niger, Aspergillus ochraceus CFR 221, Aspergillus oryzae, Candida versatilis, Fusarium sp. GF-1019, Penicillium sp., Saccharomyces cerevisiae) untersucht, jeweils mit Erfolg [Pushpa S. Murthya, K. Ramalakshmia, P. Srinivas. Fungitoxic activity of Indian borage (Plectranthus amboinicus) volatiles. Food Chemistry 2009, Vol 114; 3, 1014-1018].

Für alle, die eine „Flower of Change“ ihr Eigen nennen, ist es wichtig zu wissen, dass sie ähnlich kälte-empfindlich wie Basilikumpflanzen ist, also in launischen Sommern ein Plätzchen am Fensterbrett vorzieht.

Die im Winter blühende Indonesierin (sie stammt ursprünglich von der Insel Ambon, siehe Karte) schätzt Temperaturen unter 12 Grad ganz und gar nicht. Aber sonst ist sie unglaublich dankbar, kommt gut über trockene Perioden und bekommt in einem Glas Wasser in Kürze kleine Wurzeln.

Wer übrigens in diesen Tagen seine Blumenkästen bestückt, wird dem engen Verwandten „Weihrauchpflanze“ oder „Mottenkönig“ begegnen: Plectranthus coleoides. Diese vermutlich nicht zum Essen geeignete Pflanze mit hübschen langen hängenden Trieben vertreibt mit ihrem speziellen Duft Motten, Mücken und anderes Viehzeug aus Balkon, Haus und Wohnung. Man kann sie gut im Haus überwintern oder aber die Blätter trocknen und in Stoffsäckchen einnähen (eventuell mit Lavendelblüten gemischt).

AiDA Aromatherapy Eliane Zimmermann

PS IN EIGENER SACHE: Ich wurde kürzlich mehrfach auf die Werbung in der rechten Spalte angesprochen. Wer ohnehin ab und zu bei Hess Natur, Waschbär, Tchibo, Amazon etc bestellt, kann meine Arbeit ohne Extra-Kosten unterstützen, indem sie oder er das entsprechende Logo anklickt (und dann wie gewohnt seine Online-Bestellung tätigt). Diese virtuelle Eingangstür merkt sich, dass der Einkauf (egal was), aufgrund meiner „Empfehlung“ stattfindet und mir werden pro Produkt einige Cents Provision gut geschrieben. Ich erfahre nicht, wer was bestellt hat, keine Angst, ich erhalte lediglich eine winzige Entlohnung pro bestelltes Stück – ein sich addierendes kleines Honorar für die hunderte von Schreib-Stunden, die ich euch, liebe Leserinnen und Leser, seit 2008 zur Verfügung stelle. (Karte Indonesien: Wiki commons)