Gute wissenschaftliche Arbeiten rund um echte Hydrolate sind leider noch sehr selten (auf unserer browserbasierten App SCENTARIUM haben wir wohl alle relevanten Studien zu Hydrolaten aufgelistet, hier geht zu einer kostenfreien Testwoche im Scentarium). Umso schöner, dass im Jahr 2017 eine hoch interessante Studie zum in unseren Breiten populärsten Hydrolat veröffentlicht wurde. Es geht um das wundervolle Rosenhydrolat, das allerdings in unglaublich vielen unterschiedlichen Stärken, Duftnuancen und Konservierungsmethoden auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich ist. Die Studienleiterin ist eine sympathische japanische Wissenschaftlerin, die ich auf der Botanica2012-Konferenz (klicken, um die Zusammenfassung des wichtigen Vortrages nachzulesen), an der ich selbst auch Vortragende war, life erleben konnte. Naho Maruyama und ihr Teamleiter Shigeru Abe sind bereits länger spezialisiert auf die Behandlung von Candida- und anderen Pilzerkrankungen der Haut.

In Folge 89 unseres Podcasts ist aus erster Hand zu erfahren, wie ein wirklich gutes Rosenhydrolat gewonnen wird, Ekaterina El Batal bietet jedes Jahr deutschsprachige Rosenreisen in ihre Heimat Bulgarien an. Zur Sendung auf das Bild klicken!
In diversen Versuchen fand ihr Team heraus, dass Rosenhydrolat eine interessante Wirkung bei Infektionen durch Candida aufweist. Gegen welchen MRSA-Stamm (Krankenhauskeim) es aktiv ist, wurde heraus gefunden, auch konnte der bereits bekannte Mechanismus, Entzündungen zu hemmen, entschlüsselt werden. Den Link zur Studie und weitere Details aus dem englischsprachigen Abstract finden Sie im unten stehenden Bezahl-Bereich dieser Seite.
Das auf uns bislang überzeugendste Bio-Rosenhydrolat (und wir kennen wirklich sehr viele Marken), welches kein „Nebenprodukt“ der Rosenöl-Destillation ist, sondern eigens zur Hydrolatgewinnung destilliert wird, ist jenes, das unsere Freundin Doris Karadar aus Bulgarien importiert, entweder bei ihr direkt zu bestellen oder in unserem Shop (30 ml, auch in 100 ml erhältlich)Es duftet nicht nur intensiv, sondern wurde witzigerweise einst bei jemandem nach einer erfolglosen Anwendung einer anderen Marke bei einer Kiefernvereiterung ausprobiert. Mit sofort zu spürender erster Verbesserung und dann zuverlässiger und kontinuierlicher Schmerzlinderung und Heilung überzeugte das Rosenwasser von Doris Karadar deutlich mehr!
Ferner kann Rosenhydrolat von folgenden Anbietern erworben werden (einfach auf die folgenden Links klicken!):

Farfalla (bio-konform schonend mit Leucidal [Rettich-Extrakt] stabilisiert)
Feeling (unkonserviert)
Florentia (unkonserviert)
Jophiel (unkonserviert)
Neumond (stabilisiert mit Bio-Weingeist)
Oshadhi (unkonserviert)
Primavera (bio-konform schonend mit Bio-Weingeist stabilisiert)
In der Bahnhof Apotheke Kempten gibt es unkonserviertes Rosenhydrolat in ganz unterschiedlichen Abfüllmengen und als Besonderheit mit speziellen Steril-Sprühaufsätzen für die allerempfindlichste Haut/Schleimhaut.
Dass äußere Rosenblütenblätter andere Duftstoffe enthalten und als Signale an Insekten „verschicken“ als die inneren Blütenblätter (und noch viel mehr Wissenswertes über die Rose) erfahren Sie auf unserem dekorativen DIN A 2-Rosenplakat, zu bestellen (12 Euro + Porto) bei Vivere Aromapflege [Foto: Antje Wendel]
Was sagt die Wissenschaft?
Teamleiter Shigeru Abe, Naho Maruyama und ihr Team haben in ihren In-vitro-Versuchen herausgefunden, dass das von ihnen verwendete Rosenhydrolat (im lipophilen Anteil: 43,65 % Phenethylalkohol, 18,24 % Citronellol, 14,8 % Geraniol) das hartnäckige myzelische Wachstum von Candida reduziert. Candida kann sich vom Hefestadium ins „Wucherstadium“, also mit unzähligen winzigen Ausläufern umwandeln. Wenn die aufdringlichen Pilze so weit kommen, sind sie schwer behandelbar. Im praktischen Leben macht es also Sinn, wie oft von erfahrenen Aromapflegenden und Aromatherapeutinnen empfohlen, vor der öligen Behandlung Hydrolate aufzusprühen. Nun haben wir einen schönen Beleg für diese erfolgreiche Anwendungsmethode.
Rosenhydrolat hat laut diesen Experimenten zudem eine zeitabhängige bakterizide Wirkung gegen MRSA (Staphylococcus aureus 32CF). In der Petrischale können also 99 Prozent dieses resistenten „Krankenhauskeimes“ innerhalb einer Stunde abgetötet werden (wer hätte das gedacht?!).
Damit sind die neuen Erkenntnisse noch nicht zu Ende. Verdünntes Rosenhydrolat stimuliert überdies die neutrophilen Granulozyten, weiße Blutkörperchen, die einen wichtigen Bestandteil unserer Immunabwehr bestreiten. So kommt es zu einer Reduktion von Entzündungen. Dieses wundervolle Hydrolat ist also nicht nur für die tägliche Gesichtspflege perfekt, sondern auch zur Behandlung und Begleitung von vielen leichten und auch schlimmen „Wehwehchen“. Es ist gleichzeitig babymild, kann bei den empfindlichsten Menschen und auch bei Tieren erfolgreich angewendet werden, Augen und Intim-Schleimhäute können auch bestens mit Rosenhydrolat „saniert“ werden (dann darf es allerdings nicht mit Alkohol konserviert sein). Was will man mehr!?
Der direkte Link zur vollständigen kostenfreien Studie: Naho Maruyama, Shigeru Tansho-Nagakawa, Chizuru Miyazaki, Kazuyuki Shimomura,Yasuo Ono and Shigeru Abe. Inhibition of Neutrophil Adhesion and Antimicrobial Activity by Diluted Hydrosol Prepared from Rosa damascena. Vol. 40, No. 2 Biol. Pharm. Bull. 40, 161–168 (2017) 161
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Oshadhi vertreibt auch ein wunderbares Rosenhydrolat!
danke für die erinnerung, ich werde es noch einfügen (ich denke erst immer an anbieter, mit denen ich einen regen austausch habe…)
Hallo Elain, mal wieder vielen Dank für den guten Beitrag. Ich arbeite schon lange in der Pflege / Mundpflege mit Rosenhydrolat von der Bahnhofsapotheke. Bin immer wieder erstaunt wie angenehm den Betroffenen das ist. War auch immer überrascht wie schnell ein sog. Mundsoor / Hefepilz damit bekämpft werden kann. Innerhalb von einer Woche einen komplett gereinigten und gesunden Mund. Als Prophylaxe ist Rosenhydrolat auch gerade im Mundbereich super geeignet. Ich liebe unsere wunderbaren Öle, Hydrolate….
Bis bald Petra
Hallo, gibt es diese Studie auch als Zusammenfassung zum Downloaden und Ausdrucken?
LG Veronika
na klar, aber ich dachte mir mal so, dass ich es dieses mal meinen leserinnen überlasse, die studie selbst zu finden und dann runterzuladen… 😉
[…] Eliane Zimmermann teilt auf dem Aromapraxis-Blog wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rosenhydrolat. […]
Vielen Dank für einen weiteren interessanten Blogbeitrag. Vermisse in der Liste noch Maienfelser, auf die ich durch Dich aufmerksam wurde 😉
Hallo,
können Sie mir sagen, ob das Rosenhydrolat auch bei Säuglingen (13 Wochen) gegen Mundsoor angewendet werden kann? Wenn ja wie dosiert man es?
Viele Grüße
Stefanie
Wenn es nicht mit Alkohol konserviert ist, ist es ein Super-Hilfe bei Mundsoor.
Freilich kann man ein gutes Bio-Hydrolat ohne Alkohol auch bei Säuglingen verwenden, in vielen Ländern ist es ein Lebensmittel, ähnlich einem mildem Kräutertee. Mit einem mit Rosenhydrolat befeuchteten jeweils frischen Wattestäbchen wird der Mundinnenraum vorsichtig „gesäubert“.
Danke für den Hilfreichen Beitrag!
ganz lieben Dank auch für die Mühe des Kommentars… 🙂
Sehr interessant der Beitrag, und noch dazu echt gut geschrieben. Hat Spaß gemacht zu lesen 😀
Vielen Dank für dieses nette Lob!!!
Liebe Eliane
Gerade hustet unsere Tochter sehr und dein Aromabuch für Kinder liegt auf dem Tisch! Immer wieder hole ich es hervor! So eine grosse Hilfe!
Ganz Herzlichen Dank für die vielen spannenden Infos zur Rose. Hier und im Podcast!
Ich habe das Rosenhydrolat von Farfalla sehr genossen. Dann habe ich eines gekauft von Primavera und das riecht viel stärker nach Rose. Mir ist es leider schon zuviel. Sie verkaufen es als Pflanzenwasser. Das sollte doch aber dasselbe sein wie ein Hydrolat. Kannst du erklären, wieso das so anders riecht?
Herzlichen Dank!
Danke für das nette Lob. Da der Duft der Rosenhydrolate nicht einheitlich ist, denn je nachdem wo die bestreffenden Rosen geerntet werden, und je nachdem wie sonnig die jeweilige Saison ist, muss die Nase entscheiden. Das Rosenhydrolat von Primavera ist möglicherweise öfters destilliert als das von Farfalla, ich selbst präferiere die mehrfach destillierten Rosenhydrolate, momentan das von Doris Karadar https://www.shop-vivere.de/produkt/hydrolat-rose/ , ich bekam vorgestern endlich wieder Nachschub davon. Hier in Irland gibt es einen guten Anbieter, dessen Bio-Rosenhydrolat duftet mir viel zu wenig!
Wir haben es halt mit extrem unterschiedlichen Produkten zu tun, das wie guten Jahrgangs-Weinen, zum Glück noch nicht standardisiert. Es gibt also nicht DAS Rosenhydrolat.
Primavera konserviert mit Alkohol statt mit Leuconostoc wie Farfalla, möglicherweise mag deine Nase diesen „Bei-Geruch“ nicht. Also Vorsicht an den Augen und im Intimbereich, der Alkohol kann sich bei empfindlicher Haut bemerkbar machen. Ob „Rosenwasser“ oder „Rosenhydrolat“ ist in diesem Fall kein Unterschied, das ist eine Präferenz der jeweiligen Firma bei der Namensgebung. Ich ziehe den Namen „Hydrolat“ vor, denn dieser impliziert explizit die Gewinnung durch Destillation. Dazu haben wir super Infos in der berührenden Podcastfolge 89 mit der Bulgarin Ekaterina Batal https://aromapraxis.de/podcast/ „Rosengeflüster im Tal der Rosen“