Angelica archangelica L.
Pflanzenfamilie: Doldenblütengewächse (Apiaceae)
Pflanzenteil(e): zerkleinerte Wurzeln (selten: Früchte, volkstümlich Samen genannt)
Haupt-Inhaltsstoff(e): Monoterpene
Haupt-Wirkungen körperlich: schmerzlindernd, unterstützt ein unstabiles Immunsystem
Haupt-Wirkungen seelisch: angstlösend, erdend, ausgleichend
Besonders effektive Anwendung: Fußeinreibung, bei Erkältung 2 Tr. auf Taschentuch und einatmen
Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: circa drei Jahre
Preisniveau: mittel bis hoch
Das ätherische Öl aus den Wurzeln dieser großen Verwandten von Fenchel und Anis hat einen erdigen Duft und enthält Furocumarine, so dass es nicht in Sonnenschein oder vor Besuch des Solariums auf die Haut darf.
Diese Moleküle werden gerne „verteufelt“, weil sie im Tierexperiment Hautkrebs auslösen können (sie werden isoliert, konstant und den Tieren überdosiert verabreicht). In diversen Experimenten mit an Brustkrebs erkrankten Tieren* war eine Anti-Krebs-Wirkung festzustellen. Leider erhielten die Autoren keine Erlaubnis, Frauen mit Brustkrebs entsprechend der sehr hoffnungsversprechenden Ergebnisse zu behandeln. Laut einem Wissenschaftler, der einen der isländischen Autoren kannte, wurde dennoch ein inoffizielles Experiment durchgeführt und auch dieses soll sehr ermutigende ergeben haben.
Das herb-grasig-holzig duftende Öl wurde als „Kraftöl“ bekannt, es stärkt einerseits nach schweren Krankheiten und gibt Rückendeckung, wenn sich jemand kraftlos oder gar ängstlich** fühlt (von Dingen überwältigt, auch Existenzängste, drohendes Burnout-Syndrom).
Bei Erkältungskrankheiten kann Angelikawurzelöl das Immunsystem unterstützen und sogar die Nase etwas befreien. Beim Fibromyalgie-Syndrom zeigte das Tierexperiment Optimization of extraction conditions of Angelica archangelica extract and activity evaluation in experimental fibromyalgia von 2020 (mit Extrakten) schmerzlindernde Wirkungen durch Reduktion der Entzündungs-Kaskade, Anwendungen mit dem ätherischen Öl könnten, je nach psychologischem Hintergrund, auch stabilisierende Wirkungen bewirken.
Ein schöner Artikel von Sabrina Herber erklärt den kleinen Unterschied zwischen dem Wurzel- und dem seltenen Samenöl, dazu zeigt eine ganz besondere Rezeptidee, wenn „man eine Erkältung ausbrütet“. Spannender weise „brütet“ die Angelika ihre großen Blütenköpfe erst in einer ei-artigen Kapsel aus, es ist immer spannend, diesem Prozess zuzusehen. Angelikawurzelöl ist erhältlich bei Feeling, wo auch das seltene ätherische Angelikasamenöl aus den Früchten („Samen“) erhältlich ist. Freilich bieten auch Farfalla, Primavera und andere Anbieter dieses stärkende Öl an.
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Die entsprechenden kommentierten Studien samt Links (* und **) sind im Bezahl-Bereich dieses Artikels nachzulesen.
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- *Sigurdsson S, Ögmundsdottir HM, Gudbjarnason S. Strong antiproliferative activity resulted from the two most abundant furanocoumarins in the tincture, imperatorin and xanthotoxin. Z Naturforsch C 2004; 59: 523–527 Ziel dieser Arbeit war es, die antiproliferative Wirkung (die Wucherung der Krebszellen reduzierend) einer Tinktur aus den Früchten („Samen“) von Angelica archangelica und der aktiven Komponenten anhand der menschlichen Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zelllinie PANC-1 als Modell zu untersuchen. In der Tinktur wurde eine signifikante dosisabhängige antiproliferative Aktivität mit einem EC50-Wert von 28,6 microg/ml beobachtet. Die starke antiproliferative Aktivität ist auf die beiden in der Tinktur am häufigsten vorkommenden Furocumarine, Imperatorin und Xanthotoxin, zurückzuführen. Das sind die Bestandteile auch des ätherischen Öles, vor denen bei Hautanwendungen in der Sonne immer gewarnt werden muss. Der Beitrag der Terpene zu dieser Aktivität war unbedeutend. Imperatorin und Xanthotoxin erwiesen sich als stark antiproliferativ mit EC50-Werten von 2,7 Mikrog/ml bzw. 3,7 Mikrog/ml, was 10 bzw. 17 MikroM entspricht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Furocumarine den größten Teil der antiproliferativen Aktivität der Tinktur ausmachen.
- *Sigurdsson S, Ogmundsdottir HM, Hallgrimsson J, Gudbjarnason S. Antitumour activity of Angelica archangelica leaf extract. In Vivo 2005a; 19: 191–194 Im Gegensatz zur Studie mit den Fürchten/Samen wurde in dieser Arbeit der Blattextrakt untersucht. Auch dieser wirkte leicht antiproliferativ auf die Crl-Zellen mit einem EC50-Wert von 87,6 microg/ml. Die antitumorale Aktivität des Extrakts zeigte sich bei den Mäusen durch eine deutliche Verringerung des Tumorwachstums. Bei den Versuchstieren entwickelten 9 von 11 Mäusen keine oder sehr kleine Tumore, während die Kontrolltiere, die den Extrakt nicht erhielten, deutlich größere Tumore entwickelten (p<0,01), wie durch den Mann-Whitney U-Test geschätzt wurde. Die antitumorale Aktivität des Blattextrakts konnte nicht durch die antiproliferative Aktivität der im Extrakt enthaltenen Furocumarine erklärt werden. Die Ergebnisse belegen die antiproliferative Aktivität in vitro und die antitumorale Aktivität in vivo eines Blattextrakts aus A. archangelica.
- *Sigurdsson S, Ogmundsdottir HM, Gudbjarnason S. The cytotoxic effect of two chemotypes of essential oils from the fruits of Angelica archangelica L. Anticancer Res 2005b; 25(3B): 1877–1880 Es wurden zwei Chemotypen des ätherischen Angelikaöles gefunden, sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Abwesenheit oder Anwesenheit von Beta-Phellandren. Die ED50 der Öle reichte von 48,6 Mikrog/ml bis 108,3 Mikrog/ml für PANC-1 und 48,0 Mikrog/ml bis 91,8 Mikrog/ml für Crl-Zellen. Die zytotoxische Aktivität der ätherischen Öle war unabhängig von der Menge ihrer Hauptbestandteile.
- **Kumar D, Ali Bhat Z, Shah MY. Anti-anxiety activity of successive extracts of angelica archangelica linn. on the elevated t-maze and forced swimming tests in rats. J Trad Chin Med; Vol 32, 3, September 2012, p 423-429 Die orale Verabreichung von Diazepam (1 mg/kg) und Extrakten (50, 100 und 200 mg/kg) zeigte im erhöhten T-Labyrinth-Test eindeutig ein anxiolytisches Profil. Mäuse oder Ratten werden in diesen international standardisierten Tests durch ein Labyrinth geschickt, wenn sie sich beispielsweise weniger verstecken, gilt das getestete Medikament als angstmindernd. Der Extrakt aus Angelika erhöhte die Tendenz zum Flüchten. Im Schwimmtest (auch ein standardisierter Test, in dem Nagetiere zum Schwimmen gezwungen werden) zeigten Imipramin und Angelika-Extrakte antidepressive und anxiolytische Wirkungen, die sich in einer Verlängerung der Kletterzeit, der Schwimmzeit und einer Verringerung der Immobilitätszeit am ersten, dritten und siebten Tag widerspiegelten. Wässrige und methanolische Extrakte zeigten die stärkste, Petrolether (40-60 Grad C) und Chloroform die mittlere und Ethylacetat die geringste anxiolytische Aktivität (*P<0,05, **P<0,01, ***P<0,001) in beiden Modellen. Diese Ergebnisse deuten auf die angstlösende Wirkung verschiedener Extrakte von A. archangelica hin und rechtfertigen nachdrücklich ihre Verwendung in der traditionellen indischen Medizin zur Behandlung von Angstzuständen.
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