Bei Vireninfektionen zu Hause (beispielsweise bei Kinderkrankheiten wie Windpocken) oder bei den diversen Grippen, die immer wieder die Runde machen, ist der Einsatz eines allgemein wirksamen Hygiene-Handsprays sinnvoll. Es wird nach Kontakten in öffentlichen Verkehrsmitteln und nach Anfassen von Dingen, die sicherlich nicht oft gereinigt werden (wie Türklinken und Kantinenstühle), auf die Hände gesprüht und gut verrieben. Wenn ich die unten aufgeführten wissenschaftlichen Studien durchgehe, freue ich mich, dass europäische Pflanzen uns vor Viren schützen können, wir müssen also nicht unbedingt Öle mit weiten, umweltbelastenden Transportwegen bevorzugen (beispielsweise Teebaum, Manuka oder Zimt):

  • Lorbeer [Laurus nobilis] aus den Mittelmeerländern
  • Melisse [Melissa officinalis] aus Deutschland, Frankreich und Nachbarländer
  • Salbei [Salvia officinalis] aus Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien

Aus den unterschiedlichsten Arbeiten an und mit Viren ist bekannt, dass diese grundsätzlich VOR dem Andocken an (menschliche) Wirtszellen recht empfindlich reagieren (zB auf Seife, Hitze, Spülmittel, einige ätherische Öle. Haben sie erst begonnen, ihre destruktiven los zu „treten“, wird es sehr schwierig, sie effektiv zu bekämpfen. Darum ist wie so oft Prophylaxe, gute Hygiene und ein achtsamer Umgang mit unserem Immunsystem wichtig.

Für ein allgemein wirksames Hygiene-Handspray genügt es, ein 50-ml-Fläschchen aus Braunglas (mit und ohne Sprühaufsatz, es ist in jeder Apotheke erhältlich) mit folgenden Ölen füllen:

Mischung 1

  • 40 ml Wodka (75 %) oder
    Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

    Zitronenmyrte, Backhousia citriodora

  • 40 ml hochprozentiger Alkohol (circa 80 % wie Strohrum oder Ansatzkorn)
  • 5-10 Tropfen Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. Cineol), stark antiviral und sehr verträglich
  • 5 Tropfen Lorbeer (Laurus nobilis), antiviral, besonders bei SARS-CoV (siehe Studie von Loizzo & al 2008 weiter unten)
  • 2 Tropfen Zitronenmyrte (Backhousia citriodora) und/oder Litsea cubeba oder Zitroneneukalyptus, stark antiviral, dürfen nicht älter als 6-9 Monate nach Anbruch sein
  • 1 Tropfen Cistrose (Cistus ladanifer), stark antiviral, gut verträglich, extrem stark duftend und kostspielig; und/oder Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum), stark antiviral, stark hautreizend, extrem stark duftend
  • 1 Tropfen Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum) oder Cassiazimt (Cinnamomum aromaticum), stark antiviral (Vorsicht, auch stark hautreizend, wenn höher dosiert)
  • 10 Tropfen Jojobaöl, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet

Mischung 2 zum Abwechseln

  • 40 ml Wodka

    Zitroneneukalyptus, Eucalyptus citriodra

  • 10 ml hochprozentiger Alkohol (circa 80 % wie Strohrum oder Ansatzschnaps*)
  • 10 Tropfen Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora, Corymbia citriodra)
  • 5 Tropfen Lorbeer (Laurus nobilis)
  • 5 Tropfen Teebaum (Melaleuca alternifolia) oder Salbei ketonarm (Salvia officinalis)
  • 2 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium), „breitbandig“ wirksam gegen Viren und bestens verträglich
  • 1 Tropfen Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum) oder Cassiazimt (Cinnamomum aromaticum), stark antiviral
  • 10 Tropfen Jojobaöl, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet

Die ätherischen Öle jeweils im hochprozentigem Alkohol gut mischen und auflösen, Wodka hinzufügen, vor jeder Anwendung gut schütteln und auf beide Hände sprühen, gut verreiben. Wer mag kann das Mittel auch kurz tief durch Nase und Mund einatmen. Diese Mischungen verbannen selbstverständlich auch Pilze und Bakterien. *Um ganz sicher zu gehen, dass bei jeder Mischung der als eindeutig antiviral wirksame Verdünnung des Alkohols zu erreichen, kann ein Alkohol-Rechner wie dieser von meiner Kollegin Heike Käser eingesetzt werden. 62 % Alkohol, 38 “ Wasser gilt als Minimum, 70 % als optimal, alles über 80 % als nicht sinnvoll (der Alkohol verdunstet dann zu schnell). Mehr Informationen zu den sehr unterschiedlichen Alkohol-Arten habe ich hier zusammen gestellt.

Alternativ zum selbst gemixten Spray kann ein wunderbares, sogar offiziell zertifiziertes Hand-Desinfektionsmittel von Sonett ganz „ohne Mineralölchemie“ gekauft werden. Produktinfo von Sonett: 1 Minute lang in die Hände einreiben. Nach dieser Zeit sind alle vegetativen Keime von Bakterien, wie Salmonellen oder Colibakterien, Pilze und Grippeviren abgetötet. Das Flächendesinfektionsmittel von Sonett kann in einer kleinen, handlichen Sprühflasche erworben werden.

Die Wirkung von Desinfektionsmitteln, konventionellen Pharmaka und ätherischen Ölen auf Viren kann übrigens NICHT schnell in Aromatogrammen bestimmt werden, sondern mittels des (zeit)aufwändigeren Plaque-Assay (Plaque-Reduktions-Test). Dennoch gibt etliche Studien über die antivirale Wirkung diverser Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen: Wenn gemäß den folgenden Experimenten Herpes simplex (HSV-1 und HSV-2), Dengue Typ 2, Influenza-Virus, Adenovirus Typ 3, Polio-Virus, Junin-Virus und das Coxsackie-Virus B1 empfindlich auf einige dieser Naturduft-Moleküle reagieren, erscheint die Prophylaxe mit antiviralen Ölen bei einer drohenden Pandemie äußerst sinnvoll. Ein Stamm des SARS-CoV Virus reagierte empfindlich auf diverse ätherische Öle, darunter Lorbeer- und Salbeiöl.

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für Studien über die antivirale Wirkung diverser ätherischer Öle:

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  • Sharma AD, Kaur I. Eucalyptol (1,8 cineole) from Eucalyptus Essential Oil a Potential Inhibitor of COVID 19 Corona Virus Infection by Molecular Docking Studies. Preprints 2020030455; 30. März 2020 PDF hier
  • Schnitzler P. Essential Oils for the Treatment of Herpes Simplex Virus Infections. Chemotherapy. 2019;64(1):1-7
  • Tariq S, Wani S, Rasool W, Shafi K, Bhat MA, Prabhakar A, Shalla AH, Rather MA. A comprehensive review of the antibacterial, antifungal and antiviral potential of essential oils and their chemical constituents against drug-resistant microbial pathogens. Microb Pathog. 2019 Sep;134:103580
  • Brochot A, Guilbot A, Haddioui L, Roques C.Antibacterial, antifungal, and antiviral effects of three essential oil blends. Microbiologyopen. 2017 Aug;6(4) PDF hier
  • Astani A, Schnitzler P: Antiviral activity of monoterpenes beta-pinene and limonene against herpes simplex virus in vitro. Iran J Microbiol. 2014 Jun;6(3):149-55
  • Astani A, Navid MH, Schnitzler P: Attachment and penetration of acyclovir-resistant herpes simplex virus are inhibited by Melissa officinalis extract. Phytother Res. 2014 Oct;28(10):1547-52
  • Heidary Navid M, Reichling J, Schnitzler P: Antiherpetic activity of the traditionally used complex essential oil Olbas. Pharmazie. 2013 Aug;68(8):702-5
  • Astani A, Reichling J, Schnitzler P. Comparative study on the antiviral activity of selected monoterpenes derived from essential oils. Phytother Res. 2010 May;24(5):673-9
  • Loizzo MR, Saab AM, Tundis R, Statti GA, Menichini F, Lampronti I, Gambari R, Cinatl J, Doerr HW. Phytochemical analysis and in vitro antiviral activities of the essential oils of seven Lebanon species. Chem Biodivers. 2008 Mar;5(3):461-70 PDF hier
  • Reichling J, Koch C, Stahl-Biskup E, Sojka C, Schnitzler P. Virucidal activity of a beta-triketone-rich essential oil of Leptospermum scoparium (manuka oil) against HSV-1 and HSV-2 in cell culture. Planta Med. 2005 Dec;71(12):1123-7
  • Schuhmacher A, Reichling J, Schnitzler P: Virucidal effect of peppermint oil on the enveloped viruses herpes simplex virus type 1 and type 2 in vitro. Phytomedicine. 2003;10(6-7):504-10

Wer englisch kann, sollte sich den wertvollen Artikel über Antivirale Aromatherapie von der Ärztin Sharon Becker nicht entgehen lassen, sie ist in der englischsprachigen Aromatherapie-Welt sehr angesehen (zum übersetzen empfehle ich die deutsche Website Deepl).

Die Uni Heidelberg hat sich über circa 2 Jahrzehnte intensiv und in mehreren Arbeiten mit Herpesviren beschäftigt, diese sind umhüllte Viren, wie auch die Coronaviren. Diese fettartige Hülle reagiert recht empfindlich auf fettlösende Substanzen, wie viele ätherische Öle sie darstellen. Episoden von Lippenbläschen und Gürtelrose lassen sich gut mit Melissen- und Manukaöl verkürzen, sie treten möglicherweise seltener auf und die Schmerzen sind geringer. Dort wurde beispielsweise auch gezeigt, dass ein wässriger Melissenextrakt, der durch das Hinzufügen von Rosmarinsäure verstärkt wurde, das Andocken und Eindringen von acyclovir-resistenten Herpes simplex-Viren in Wirtszellen verhinderte

Für die Arbeit von Loizzo & al wurden diverse ätherische Öle mit antiviralen Eigenschaften untersucht:

  • Lorbeer [Laurus nobilis]

    Lorbeer, Laurus nobilis

  • Zypresse [Cupressus sempervirens ssp. pyramidalis]
  • Salbei [Salvia officinalis]
  • Cade, Juniperus oxycedrus ssp. oxycedrus
  • Thuja [Thuja orientalis]
  • Pistazie [Pistacia palaestina]
  • Bohnenkraut, eine bei uns nicht erhältliche Art [Satureja thymbra]

Insbesondere Lorbeeröl zeigte eine vielversprechende hemmende Wirkung auf SARS-CoV [mit einem IC(50) Wert von 120 microg/ml und einem Selektivitätsindex (SI) von 4.16].

Generell lässt sich zudem sagen, dass ätherische Öle, die einen erheblichen Anteil an bestimmten Aldehyden enthalten, erfahrungsgemäß immer mehr oder weniger antiviral wirksam sind. Das sind Öle, die reich an Citronellal sind:

  • Melisse [Melissa officinalis]
  • Zitronenteebaum [Leptospermum citratum]
  • Zitroneneukalyptus [Eucalyptus citriodora]
  • Citronella [Cymbopogon nardus]

Besonders stark antiviral wirken auch Öle mit Zimtaldehyd wie:

  • Zimtrindenöl [Cinnamomum zeylanicum]
    Eliane Zimmermann Schule für Aromatherapie

    Zimtrinde, Cinnamomum zeylanicum

  • Cassiazimtöl [Cinnamomum aromaticum]
  • Zimtblätteröl [Cinnamomum zeylanicum]

Geranial, als wichtiger Inhaltsstoff in Melisse [Melissa officinalis] wird auch immer als stark antiviral deklariert.

Nicht zu vergessen sind manche Baumöle, sie gelten als mittel bis stark antiviral, vermutlich aufgrund ihres Gehaltes an alpha- und beta-Pinen.

  • Weißtanne/Silbertanne [Abies alba]
  • Balsamtanne [Abies balsamea]
  • Riesentanne [Abies grandis]

Die Arbeit von Brochot & al zeigte eine Abwehrwirkung gegen Grippeviren, erfolgreich war eine Mischung aus

  • Zimtrindenöl [Cinnamomum zeylanicum]
  • Karottensamenöl [Daucus carota]
  • Eukalyptusöl [Eucalyptus globulus]
  • Rosmarin [Rosmarinus officinalis]

Ätherische Öle, mit einem recht hohen Anteil an an 1,8-Cineol (=Eukalyptol) zählen auch zu den antiviralen Ölen, allen voran

  • Ravintsara [Cinnamomum camphora Ct. Cineol]
  • Niaouli [Melaleuca viridiflora]
  • Eukalyptus [Eucalyptus globulus]
  • Cajeput [Melaleuca cajuputi, Melaleuca leucadendra var. cajuputi]

Schleimhaut abdichten und Hausmittel genießen

Bitte immer an zwei Dinge denken: Eine gut gepflegte Schleimhaut ist die beste Abwehr gegen allerlei Krankheitskeime, die die Atemwege befallen möchten!

Schleimhäute trocknen bei langen Aufenthalten in stark geheizten Räumen stark aus (oder in Flugzeugen von den Klimaanlagen). Sie können borkig-porös und somit verwundbar werden. Eine einfache und schnelle Pflege mit etwas Olivenöl oder Kokosfett (oder abwechselnd) erschwert das Andocken von Viren. Natives Kokosfett besteht zu einem erheblichen Anteil an Laurinsäure, sie ist nicht nur fettig und damit schwer durchdringbar für Mikroorganismen, sie wirkt obendrein auch sanft antiviral.

  • 2 EL natives Kokosfett (Evelyn Deutsch oder Feeling oder in guten Supermärkten)
  • 1 EL Bio- Olivenöl (auch im Bioladen oder in guten Supermärkten)
  • 1 Tropfen Ravintsara [Cinnamomum camphora Ct. 1,8-Cineol] oder 1 Tropfen Lorbeer [Laurus nobilis]
  • 1 Tropfen Zitroneneukalyptus [Eucalyptus citriodora]
  • ggfs einige Tropfen Calophyllumöl [Calophyllum inophyllum] (wirkt antiviral, riecht stark curry-ähnlich)

In ein kleines Schraubgläschchen geben (zB Probe-Gläschen für Honig/Konfitüre), im Wasserbad zusammenschmelzen, gut mischen, wieder fest werden lassen. Immer nach unterwegs mitnehmen, mehrmals täglich an die Naseneingänge einreiben. Gelositin ist ein fertiges in Apotheken erhältliches Nasenpflegeöl.

Zudem oft Hände mit Seife und sehr warmem Wasser gründlich waschen. Es gibt jedes Jahr hunderte, wenn nicht gar einige tausend „normale“ Grippe-Opfer, keine Zeitung schreibt drüber. Das sind oft die Schwächsten der Gesellschaft, deren Immunsystem die Erreger nicht zu bezwingen mag. Ein gutes Abwehrsystem ist dafür zuständig, den Körper vor schlimmen Folgen zu bewahren, toi, toi, toi! Außerdem: Nicht verrückt machen lassen! Nicht von lauter werdenden Panikmache anstecken lassen! Angst schwächt nachweislich das Immunsystem.

Eine Liste von weiteren wirklich feinen und effektiven Hausmitteln habe ich hier zusammen gestellt. Ein nachdenkenswerter Artikel über die Vitamin-C-Hochdosis-Behandlung von viralen Infektionen, kombiniert mit Selen, Vitamin D und Zink ist sehr lesenswert (auf englisch, (wie so manches andere, was nicht Mainstream-Info ist, wurde der Artikel inzwischen entfernt).

Zwei kostenlose Download-Broschüren zu antiviralen Anwendungen sind bei Vivere-Aromapflege und bei unserer gemeinsamen Seite aromaMAMA zu finden.

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