Bei diesem fast immergrünen Kraut ist es wichtig, den botanischen Namen zu kennen, da der decumbens (der kriechende) Typ nicht das neurotoxische Potential wie der Officinalis-Typ hat, so dass er eher für die Hausapotheke von Laien Verwendung findet. Ysop findet bereits in alten Schriften Erwähnung. Es wurden die heilenden und reinigenden Eigenschaften dieser verehrten Pflanze besungen.

Die Anwendung von Hyssopus officinalis in der Schwangerschaft ist von allen Lippenblütlern am meisten kontraindiziert, da das Ysopöl einen beträchtlichen Gehalt des abortiven und neurotoxischen Monoterpenketons Pinocamphon (12%) und seines Isomers Isopinocamphon (32%) enthalten kann. Epileptiker und Menschen mit hohem Blutdruck sollten das ätherische Öl höchstens in Ausnahmefällen verwenden. Umgekehrt ist das kräftigende Öl bei allgemeiner Schwäche, Kreislaufschwäche und Hypotonie wirksam, die Dosierung sollte verantwortungsvoll gewählt werden (etwa dreiprozentig) und die Anwendung drei Wochen nicht überschreiten. Auch bei Konzentrationsstörungen wird das Öl zusammen gerne mit Zitronenöl verdampft.
Am bekanntesten ist der Einsatz von Hyssopus officinalis bei Husten und Verschleimung der Atemwege (auch bei Asthma).

Der Decumbens-Typ wirkt nicht so stark auswurffördernd, dennoch ist das Öl bei Erkältungskrankheiten von Kindern gut einsetzbar. Es wirkt ungewöhnlich stark antiviral und auch bakterizid. Zudem hat es ausgeprägte sympatikotonische Eigenschaften. Um die segensreichen Eigenschaften beim Behandeln der Atemwege und allgemein bei Erkältungen nutzen zu können, sollte man sich im Zweifelsfalle an den Gebrauch von Ysop-Hydrolat erinnern — gerade bei Kindern.