Laurus nobilis L.

Der vornehme Lorbeer, welcher gekrönte Häupter zierte, liefert ein wunderbar vielseitiges ätherisches Öl, das zusammen mit Lavendelöl zu den Spitzenreitern des Schmerzlinderns gehört.

Pflanzenfamilie: Lauraceae (Lorbeergewächse)

Pflanzenteil: Zweige/Blätter

Haupt-Inhaltsstoff(e): Monoterpene, Eucalyptol, Eugenylacetat

Haupt-Wirkungen körperlich: sekretolytisch (schleimlösend), deutlich schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden an Gelenken, bei vegetativer Dystonie und viralen Infektionen

Haupt-Wirkungen seelisch: ausgleichend, konzentrationsfördernd, bei Burnout

Besonders effektive Anwendung: Ölauflagen bei Ohrenschmerzen (stark verdünnt, ab circa 3 Jahre), bei Gelenkschmerzen

Haltbarkeit nach Öffnen der Flasche: drei bis fünf Jahre

Preisniveau: mittel

In meiner Gegend in Irland, wo ich seit dem Jahr 2000 lebe, gibt es fast eichengroße Lorbeerbäume, meine KursteilnehmerInnen sind immer sehr überrascht! Beeindruckend ist auch die fast tiefschwarze Borke dieser Riesen. Aus den Blättern dieses in der Antike verehrten Baumes wird ein ätherisches Öl destilliert, das mit den Jahren zu einem wundervollen Duft heranreifen kann. Der Lorbeerkranz symbolisiert auch heute noch intellektuelle Fähigkeiten und geistige Meilensteine: Das französische Wort für Abitur (Baccalaureat, le bac) bedeutet, dass man sich seine Lorbeeren verdient hat. Wer sich seine Lorbeeren noch verdienen muss, kann sich auf die konzentrationsfördernde und ausgleichende Wirkung verlassen.

Eliane Zimmermann AiDA AromatherapyAus den olivenähnlichen Früchten des Lorbeerbaumes wird ein grünliches, butterähnliches Fett (fettes Lorbeeröl) gewonnen, das laut der europäischen Kosmetikverordnung nicht mehr für Kosmetika eingesetzt werden darf. Es riecht recht stark, irgendwie nach geräuchertem Eukalyptus, da ich frei von Allergien bin, setze ich es manchmal bei Schmerzen meines 1992 operierten Knies erfolgreich ein. Das ätherische Öle aus den Blättern ist jedoch für mich fast immer ein Muss, in Schmerzmischungen, meine seit Jahren beliebte und bewährte Rezeptur ist in diesem Artikel über Kniearthrose nachzulesen.

Ätherisches Lorbeeröl, das aus den ledrigen Blättern des mächtigen mediterranen Baumes destilliert wird, bewährte sich in der onkologischen Begleitung. Denn insbesondere wo Lymphknoten entfernt werden, kann es zu jahrelangen Beschwerden kommen. Sanfte Streichungen mit diesem stark verdünnten Öl zwischen den Lymphdrainage-Sitzungen können das Wohlbefinden der Betroffenen stark verbessern, beispielsweise als solche Rezeptur:

  • 15 ml Jojobaöl
  • 15 ml Calophyllumöl
  • 5 Tr. Lorbeer
  • 5 Tr. Rosengeranie

Der kraftvoll anmutende Lorbeerbaum stammt nicht aus exotisch-fernen Ländern, die Pflanze leidet zudem nicht durch das regelmäßig Schneiden der Zweige, somit haben wir es mit einer ökologisch sinnvollen und nachhaltigen Medizin zu tun. Dieses wunderbar würzig duftende Öl enthält so ziemlich alle relevanten Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen, als wäre es eine perfekte Mischung „vom Besten“. Demzufolge kann es für und gegen so ziemlich alles eingesetzt werden, ähnlich wie Lavendelöl. Es kann zwar sehr empfindliche Haut leicht reizen, doch bei ein- bis zweiprozentigen Verdünnungen ist es bestens verträglich. 

Es kann auch ein hervorragender Helfer sein, wenn grippale Infekte drohen, erste Symptome sich bemerkbar machen und vielleicht schon schmerzhafte Lymphknoten im Ohrenbereich nach Hilfe schreien. Die gleichermaßen den Lymphfluss anregende und antivirale Wirkung ist also eine hervorragende Two-in-One-Lösung, um das Immunsystem zu unterstützen.

Lorbeeröl gibt es bei allen deutschsprachigen Anbieter, allerdings lernte ich schon sehr unterschiedliche Qualitäten kennen. Manche durften flach und leicht eukalyptisch, mache duften tief, rund, würzig, leicht nach Gewürznelke mit einem Haus Zimt. Also unbedingt vergleichen!